Reisebericht Teil 3: Rund um Kuba – Kreuzfahrt mit der MS Hamburg

Oldtimer mit Kuba Flagge Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Oldtimer mit Kuba Flagge Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Von der kleinen Stadt Antilla mit einem Seetag vor Kuba zurück nach Havanna

Im dritten und letzten Teil meines Reiseberichts besuche ich mit der MS Hamburg von Plantours Kreuzfahrten das ursprüngliche Antilla, genieße einen Tag an Bord der MS Hamburg auf See und nehme Kurs auf die koloniale Hauptstadt Havanna. Ein krönender Abschluss meiner Kreuzfahrt rund um Kuba.

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Tag 7: 06. Dezember 2017 Antilla, Kuba

Diese Kreuzfahrt trägt den Namen „Kuba intensiv“ und dies, meiner Meinung nach, völlig korrekter Weise. Hinter dem Namen verbirgt sich nicht etwa ein Marketinggag sondern eine sehr realistische Aussage. Wie ich zu Beginn schon sagte, kommt es natürlich immer auf die persönlichen Vorlieben und Erwartungen an. Nach all den bisherigen, abwechslungsreichen Erlebnissen, frage ich mich am heutigen Morgen ganz emotionslos, was die kleine Stadt Antilla wohl an spannenden Eindrücken bringen wird. Offiziell gibt es dort weder Sehenswürdigkeiten noch andere Highlights. Auch im Internet werde ich bei der Suche nicht fündig. Die meisten Reisenden von der MS Hamburg fahren heute in die Großstadt Holguin. Ich ziehe es letztendlich vor, nicht der Menge folgen, sondern das kleine Örtchen zu erkunden. Schließlich leben im gesamten Stadtgebiet von Antilla etwas mehr als 12.000 Menschen. Da wird es doch wohl irgendwas zu entdecken geben. Und bevor ich mich übermorgen wieder in das Straßengewirr von Havanna begebe, schadet eine kleine Abwechslung nicht.

Ein imposanter Regenbogen über der MS Hamburg reißt mich aus meinen Gedanken.

Regenbogen über MS Hamburg. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Regenbogen über MS Hamburg. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

MS Hamburg erreicht Antilla

Auf der Brücke herrscht geschäftiges Treiben, denn die Wassertiefe nimmt nach dem Passieren der schmalen Einfahrt in die Bucht Bahia de Nipe rapide ab. Wie schon Cienfuegos und Santiago de Cuba liegt auch Antilla, vom offenen Meer geschützt, in einer großen Naturbucht. Kapitän Igor Gaber und seine Offiziere überprüfen die Angaben des örtlichen Lotsen mehrfach, denn sie kennen „ihr Schiff“ und vertrauen der modernen Technik an Bord. Bei den örtlichen Lotsen hat man dagegen manchmal so seine Zweifel, ob sie die heimischen Gewässer und die Häfen wirklich kennen. Mit nur einem Knoten Fahrt nährt sich die MS Hamburg einer kleinen Pier. Das muss Antilla sein. Ein größerer Hafen ist nicht zu erkennen. Und auch an dieser Pier wird die MS Hamburg nicht anlegen, denn bei einer Wassertiefe von nur noch wenigen Metern unter dem Rumpf scheppert unweit der Anlegestelle der Anker ins flache Wasser. Der Weg mit den Tendern ist entsprechend kurz.

MS Hamburg vor Antilla, Kuba. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
MS Hamburg vor Antilla, Kuba. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Ich habe in Antilla eigentlich einen Spaziergang von maximal einer Stunde eingeplant, nachdem ich die einzige, dort existierende Hauptstraße erkundet habe. Die Hauptstraße wird von einer recht schönen Promenade getrennt, auf der große Bäume angenehmen Schatten spenden. Etwa in der Mitte der Promenade, also auf der Hälfte der Länge, wurde ein Springbrunnen errichtet. Offenbar schon vor längerer Zeit. Darum herum stehen einige Bänke. Die Bewohner sehen Touristen nur selten und irgendwie falle ich auf in Antilla. Der Pastor freut sich, dass ich vor seiner kleinen Kirche stehen bleibe und lädt mich prompt zu einer ausgedehnten Führung ein. Die Wohnhäuser beeindrucken, wie auch in den anderen Städten, mit einer verwitterten Schönheit. Alle verfügen über kleine Terrassen oder Balkone, die von imposanten Säulen geziert werden. Pferdekutschen poltern durch die Straße, Frauen hängen ihre Wäsche auf Balkonen auf, die eigentlich längst eingestürzt sein müssten, so beängstigend schlecht sieht die Substanz aus.

Hauptstrasse von Antilla, Kuba. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Hauptstrasse von Antilla, Kuba. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Kuba in seiner ursprünglichen Form

Dann entdecke ich das Kulturzentrum der Stadt, in dem man sich offenbar trifft. Dass es sich um ein Kulturzentrum handelt, erfahre ich allerdings erst später. Auf der Straße stehen riesige Boxen, davor sitzt ein DJ und bedient eine betagte Musikanlage. Den Strom hat er von der Hauptleitung der Straße abgezweigt. Aus den Boxen ertönen, man mag es vermuten, ein bunter Mix kubanischer Musik. Direkt neben dem Kulturzentrum befindet sich der einzige Supermarkt der Stadt. Idealer Weise liegen sowohl Supermarkt als auch Kulturzentrum auf  Höhe des Brunnens. Und um den herum, ich hatte es schon gesagt, stehen mehrere Bänke. So langsam gefällt mir der Ort. Eine Bank, kalte Getränke und kubanische Musik! Perfekt. Der Supermarkt führt übrigens Malzbier aus Deutschland. Der Rum ist zwar auch verlockend aber ich lasse lieber die Finger davon. Ein älterer Mann auf der Bank gegenüber hat davon offenbar schon zu viel intus. Er schwankt, obwohl hier gar kein Seegang ist. Als sich dann immer mehr Stadtbewohner einfinden und ich wenig später von den ersten Kindern über meine Herkunft usw. „ausgefragt“ werde, ist die Szenerie perfekt. Das hier ist Kuba in seiner völlig ursprünglichen Form. Null Tourismus, keine Souvenirgeschäfte, keine Malls, keine fliegenden Händler. Dafür darf ich das Leben der Stadtbewohner miterleben und werde immer mehr in das Geschehen rund um den Brunnen integriert. Ja, so stellt man sich Kuba vor. Ich bin begeistert. Und der alte Mann gegenüber freut sich über die leeren Dosen, die er von mir bekommt.

Alter Mann in Antilla, Kuba. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Alter Mann in Antilla, Kuba. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Was soll man denn da?

Einige Mitreisende werden nachher sagen: „In dem Nest gab es doch nichts, was sollten wir denn da!?“ Das sehe ich völlig anders! In Antilla kann man das reale Leben Kubas genießen, die Menschen kennenlernen und einfach einen Moment an deren Leben teilhaben, welches sie hier täglich führen. Man darf nur nicht mit „Scheuklappen“ durch die Straßen laufen und die Einheimischen wie Außerirdische betrachten. Wie heißt doch das Sprichwort gleich noch… „Wie man in den Wald hineinruft…!“ Ich verbuche den Aufenthalt in Antilla als ein tolles Erlebnis und habe ausnahmslos herzliche Menschen kennengelernt. Bis weit nach Sonnenuntergang verweile ich noch auf dieser Bank, abends kommen einige Crewmitglieder der MS Hamburg dazu und genießen ebenfalls das unverfälschte Leben in dieser kleinen Stadt. Eine tolle Atmosphäre, die dieser Kreuzfahrt eine ganz besondere Note verleiht. „Kuba intensiv“ eben! Ach ja, und der alte Mann auf der Bank, der bekommt von der MS Hamburg Crew ebenfalls die leeren Dosen und Flaschen – er strahlt am Ende über beide Backen.

Familiengenerationen in Antilla, Kuba. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Familiengenerationen in Antilla, Kuba. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mit dem letzten Tender geht es wieder zurück zur MS Hamburg. Um 19:00 Uhr wird der Anker gelichtet. 460 Seemeilen sind es bis Havanna. Der Abend verläuft ohne weitere, nennenswerte Ereignisse.

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Tag 8: 07. Dezember 2017 ein Tag auf See

So ein Tag auf See an Bord der MS Hamburg lässt sich nach Belieben gestalten. Die meisten Reisegäste nutzen den Morgen, um sich von den Landausflügen der letzten Tage zu erholen und die Erlebnisse Revue passieren zu lassen. Die See ist völlig ruhig und die Stimmung wunderbar.

Hier ein Auszug des heutigen Tagesprogramms:

  • 10:00 Uhr: Vortrag von Lektor Gerrit Aust in der Lounge über die Geschichte und die politischen Ereignisse Kubas.
  • 10:30 Uhr: Shuffleboard-Turnier auf dem Pooldeck
  • 11:00 Uhr: Eisschnitzen auf dem Pooldeck
  • ab 11:30 Uhr: Frühschoppen mit Freibier auf dem Pooldeck
  • 17:00 Uhr: Das Videoteam zeigt den Film dieser Reise auf Leinwand in der Lounge
  • 18:45 Uhr: Abschieds-Cocktail in der Lounge
  • 19:00 Uhr: Gala-Abschieds-Dinner

Hinter den Kulissen – ein Besuch in der Galley

Ich nutze heute die seltene Gelegenheit und werfe einen Blick in die Küche und die Provianträume der MS Hamburg, die ja auf Jamaika wieder gut gefüllt wurden. Den meisten Passagieren bleibt während einer Kreuzfahrt verborgen, was in der Schiffsküche passiert. Im Bordrestaurant erlebt man täglich einen perfekten Service und eine unbeschwerte, entspannte Atmosphäre. In der Galley, wie sich eine Schiffsküche genauer gesagt nennt, geht es deutlich aufregender zu. Sowohl die Beschaffung des Essens als auch die perfekte Lagerung ist eine enorme, logistische Herausforderung. Ich bin zunächst verwundert darüber, dass alle Lebensmittel, auch Flaschen und Eier, ungesichert auf ihren Paletten stehen. Wie mir Küchenchef George Podder erklärt, werden die Lagerbestände erst dann „seefest“ gemacht, wenn es auch wirklich nötig ist. Hier unten, im Bauch der MS Hamburg, schaukelt es ohnehin deutlich weniger als oben auf Deck 6.

Küchenchef George Podder in der Küche MS Hamburg. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Küchenchef George Podder in der Küche MS Hamburg. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Eine logistische Herausforderung

Während sich Konserven und Flaschen noch relativ leicht und übersichtlich lagern lassen, ist das bei leicht verderblicher Ware deutlich komplizierter. Damit der Ausschuss möglichst klein bleibt, muss der Zustand von Obst und Gemüse regelmäßig überprüft werden. Letztendlich ist sowohl die Lagerung als auch die spätere Verwendung eine Sache die jahrelange Erfahrung voraussetzt. Küchenchef George Podder sagt, dass es auf einem kleinen Schiff wie der MS Hamburg noch schwieriger sei, die richtigen Mengen zum richtigen Zeitpunkt parat zu haben. Wenn hier zum Beispiel 10 Eier für die Zubereitung fehlen, dann hat das aufgrund der kleineren Mengen der jeweiligen Mahlzeiten, entsprechend größere Auswirkungen als bei Riesenportionen auf einem Kreuzfahrtschiff mit 5.000 Passagieren. Klingt irgendwie logisch. Die meisten Lebensmittel für die MS Hamburg werden zentral aus Italien oder Deutschland per Container geliefert – ich erinnere mich an den 40 Fuss Seecontainer in Montego Bay, welcher vom Catering-Spezialisten Ligabue aus Italien gekommen ist. Solche zentralen Lieferungen sind zwar enorm aufwändig, stellen aber eine gleichbleibende Qualität für die Grundlebensmittel dar. Regionale Spezialitäten werden auf örtlichen Märkten zusätzlich gekauft. Beeindruckend sind die Temperaturen in den Kühlräumen, die zwischen -20 bis -30 Grad liegen. Ich werfe zum Abschluss noch einen Blick auf die edlen Tropfen in den Lagerräumen, denn natürlich gibt es auch Champagner der Marken Veuve Clicquot und Moet in ausreichenden Mengen. Während einer einzigen Kreuzfahrt werden zwischen 20.000-30.000 Eier verbraucht und mindestens 10 Tonnen Obst und Gemüse.

Einer der Provianträume MS Hamburg. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Einer der Provianträume MS Hamburg. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
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Tag 9: 08. Dezember 2017 Havanna, Kuba

Zum vorerst letzten Mal erlebe ich um kurz vor 07:00 Uhr den Sonnenaufgang an Bord der MS Hamburg in karibischen Gewässern. Pünktlich um 07:15 Uhr passieren wir den Leuchtturm an der Hafeneinfahrt und gegen 08:00 Uhr ist der Liegeplatz am Kreuzfahrtterminal Sierra Maestra erreicht. Das Wetter ist perfekt.

MS Hamburg Einlaufen Havanna mit Leuchtturm Faro del Castillo del Morro. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
MS Hamburg Einlaufen Havanna mit Leuchtturm Faro del Castillo del Morro. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die letzten Stunden in Havanna will ich nutzen und starte wenig später zu einem letzten, ausgedehnten Spaziergang durch die Straßen von Havanna. Die Stadt fasziniert mich noch immer so sehr wie beim ersten Besuch vor einigen Tagen. Havanna kann man nicht vergleichen. Havanna ist einzigartig. Das habe ich sicherlich aber schon irgendwo erwähnt.

Diesmal wähle ich nach dem Verlassen des Hafengebäudes nicht die rechte sondern die linke Richtung. Die Bar Dos Hermanos hat um diese Uhrzeit natürlich noch geschlossen, ich schaue später wieder vorbei. Weiter geht es zur orthodoxen Kirche, die nicht nur aufgrund ihrer runden Form auffällt sondern in erster Linie durch die sechs Zwiebeltürme, von denen zwei vergoldet sind. Am Parque Aracelo Iglesias bestaune ich einen pinkfarbenen Chevrolet Impala und stehe kurze Zeit später auf dem Plaza Vieja, dem Alten Platz. Angelegt wurde er bereits im Jahr 1559, verlor im 19. Jahrhundert an Bedeutung und zählt heute zu den Musterbeispielen einer Altstadtsanierung. Der von historischen Gebäuden aus vier Jahrhunderten umgebene Plaza Vieja ist makellos schön. Mehrere Restaurants und Cafés haben sich hier angesiedelt.

Plaza Vieja Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Plaza Vieja Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die Camera Obscura von Havanna

Besonders interessant ist das 1933 erbaute Edificio Gómez Vila. Im achten Stock des Gebäudes befindet sich eine Camara Oscura. Eine Camara oscura (Camera Obscura) projiziert Bilder auf eine weiße, horizontal gebeugte Leinwand, die sich im Zentrum eines vollständig dunklen, schwarz gestrichenen Raumes befindet. Rund und in der Regel leicht gekrümmt wie eine Schüssel, sind solche Leinwände ist in der Regel. Die projizierten Bilder werden farbig und in Echtzeit dargestellt, während die Kamera (Linse) Momente einfängt, die sich im selben Moment außerhalb des Turmes abspielen. Die Leinwand lässt sich auf uns ab bewegen, wodurch sie ähnlich wie ein Fokus in der Fotokamera funktioniert. Das Modell in Havanna soll ein Geschenk aus Cadiz sein, wo eine nahezu identische Kamera zu bestaunen ist. Da ich gerade der einzige Tourist hier bin, genieße ich eine ganz private Vorführung. In Cadiz dagegen kann der interessierte Besucher schon mal eine Stunde anstehen, bis er überhaupt auf das Dach des Gebäudes kommt. Der Blick vom Dach aus über Havanna ist nicht weniger beeindruckend als jener über die Stadt in Cadiz.

MS Hamburg aus der Sicht der Camera Obscura in Havana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
MS Hamburg aus der Sicht der Camera Obscura in Havana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die Anfänge des Tourismus sind erkennbar

Gerade in diesem Bereich der Stadt, zwischen Plaza Vieja und Plaza de Armas sind die Anfänge des typischen Touristen-Einheitsbreis in ihren Anfängen erkennbar. Momentan stehen noch Kubaner in Trachtenkleidung mit einer Zigarre im Mund vor einer maroden Hauswand. Für bezahlte Fotos, versteht sich. In ein paar Jahren werden sich an selbiger Stelle möglicher Weise Seifenblasenkünstler, bewegungslose Ritter auf Hockern, Ballspieler oder Verkäufer chinesischer Billigware tummeln. Schon heute haben hier einige Kubaner ihre alten Werkstätten leer geräumt und kurzerhand einen Souvenirladen daraus gemacht. Ein deutlich lukrativeres Geschäft.

Meine nächste Station ist der Plaza de Armas, der älteste und vielleicht schönste Platz in Havanna. Bis ins 19. Jahrhundert war der Plaza de Armas ein Exerzierplatz. Nun befindet sich in der Mitte des Platzes eine von vier Königspalmen umrahmte Marmorstatue von Carlos Manuel de Céspedes. An der Nordseite ist das Castillo de la Real Fuerza zu bestaunen, ein zwischen 1558 und 1577 erbautes Kastell. Es ist das älteste heute noch existierende Gebäude Havannas. Die Burg sollte Havanna ursprünglich vor Piratenangriffen schützen, eignete sich aufgrund ihrer ungünstigen Lage, weit hinter der Hafeneinfahrt, jedoch nicht dazu. Um die Burg herum stehen hunderte Oldtimer, meist Taxis. Nur einen Steinwurf entfernt gibt es das wichtigste Gotteshaus von Havanna, die Kathedrale, zu entdecken. In einigen Publikationen wird sie Kathedrale San Cristóbal genannt, was aber nicht korrekt ist, wie ich mir erklären lasse. Weil das Gotteshaus der Jungfrau Maria geweiht ist, lautet der korrekte Name (ich habe ihn mir aufgeschrieben) La Catedral de la Virgen María de la Concepción Inmaculada de La Habana. Den Turm der Kirche kann man besteigen, von oben bietet sich eine entsprechende Aussicht.

Kathedrale in Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Kathedrale in Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die bekanntesten Bars von Havanna

Bodeguita del Medio

Nach so vielen kulturellen Höhepunkten lädt die La Bodeguita del Medio zu einem Mojito ein, den schon Ernest Hemingway in dieser Bar am liebsten getrunken hat. Die Bodeguita del Medio ist eine der berühmtesten Bars von Havanna und wird entsprechend von Touristen aufgesucht. Der einstige Krämerladen wurde bereits in den 1940er Jahren eröffnet. Eine Besonderheit der Bodeguita del Medio sind die Wände, denn sie sind übersät mit Unterschriften vieler prominenter Gäste. Auch Fidel Castro ist hier verewigt. Jeder, der die Bar heute besucht, kann sich an einem Plätzchen verewigen. Abends treten in der Bodeguita del Medio kubanische Bands auf.

La Bodeguita del Medio mit Mojito in Havana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
La Bodeguita del Medio mit Mojito in Havana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

El Floridita

Da Hemingway seinen Alkoholkonsum ganz fair auf zwei Bars verteilte, ging er seinen Mojito in der Bodeguita del Medio trinken und seinen Daiquiri in der Bar El Floridita. Auch wenn die Bar ebenfalls ein Touristentreffpunkt ist und die Cocktails durchweg mindestens 6 CUC kosten, so wird die Bar El Floridita als die Wiege des Daiquiri bezeichnet. Angeblich hält Hemingway bis heute den Trinkrekord von 16 Daiquiri ohne Zucker, dafür mit der doppelten Menge Rum. Die Bar El Floridita befindet sich nicht in der Nähe der Kathedrale, sondern in der Nähe vom Kapitol, am Parque Central.

Dos Hermanos

Die dritte, der bekanntesten Bars in Havanna ist die Bar Dos Hermanos in unmittelbarer Nähe zum Hafen. Die Bar Dos Hermanos soll die älteste Bar in Havanna sein, sieht aber so gar nicht nach Hemingway aus. Man hat  sie vor nunmehr 9 Jahren komplett renoviert. Immerhin ist die Bar Dos Hermanos nicht ganz so überfüllt wie La Bodeguita del Medio und El Floridita.

200 Sorten Zigarren

Havanna ist nicht nur bekannt für seine Mojitos oder Daiquiris, sondern auch für edle Zigarren. Immerhin stehen rund 200 Sorten mehr oder weniger hochwertiger Zigarren zur Auswahl. Ob man als Tourist aufpassen muss welche Sorte man raucht, sei mal dahingestellt. Sowohl Castro  als auch Guevara und Churchill hatten ihre Lieblingsmarke. So rauchte Fidel Castro die teuerste „Cohiba“, Che Guevara „Montecristo“ und Churchill „Romeo y Julieta“.

Mein Rundgang führt kreuz und quer durch einige der schönsten Straßen von Havanna in Richtung Revolutionsmuseum sowie an einen anderen Abschnitt vom Malecón, als ich ihn mir beim ersten Besuch angeschaut habe.

Oldtimer und Kuba Flagge in Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Oldtimer und Kuba Flagge in Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Während meiner Straßenerkundungen entdecke ich immer wieder, wie überall auf Kuba, die Spuren der Revolution. An vielen Wänden sind die Castro-Brüder und Che Guevara zu sehen. Ich habe mir während dieser Kreuzfahrt noch einmal erklären lassen was es mit dem von den USA verhängten Embargo gegen Kuba auf sich hat. Die Schulzeit liegt ja inzwischen einige Jahre zurück. Offen gesagt war das Thema damals für mich auch kaum greifbar – reine Theorie eben.

Das Embargo

Das Embargo der Vereinigten Staaten von Amerika gegen Kuba ist ein aus mehreren Maßnahmen bestehendes Handels-, Wirtschafts- und Finanzembargo, welches sich gegen die ab 1959 von Fidel Castro und seit 2008 von seinem Bruder Raúl Castro geführte Regierung Kubas richtet.

Anfang 1959 stürzten die kubanischen Revolutionäre unter der Führung von Fidel und Raúl Castro, Camilo Cienfuegos und dem Argentinier Ernesto Guevara (bekannt als Che), den kubanischen Diktator Fulgencio Batista und errichteten ab 1961 einen sozialistischen Staat. Die daraus resultierenden Enteignungen von US-Firmen und US-Bürgern führten zu einem dauerhaften Embargo der USA und einigen ihrer Verbündeten gegen Kuba. Kuba fand Unterstützung bei der damaligen Sowjetunion.

Aufgrund der strategischen Lage Kubas eskalierte 1962 der Konflikt zwischen den USA und der UdSSR in der sogenannten Kubakrise. Noch heute leidet Kuba unter wirtschaftlichen Sanktionen. Der US-amerikanische Politthriller „Thirteen Days“ aus dem Jahr 2000 beschreibt die 13 Tage der Kubakrise aus der Sicht der Amerikaner.

In mehreren Flüchtlingswellen verließen damals tausende Kubaner ihre Heimat, von denen sich ein Großteil in Florida, insbesondere in Miami (siehe Little Havana), ansiedelte. Wie es in Zukunft weitergeht mit den Beziehungen zwischen den USA und Kuba bleibt abzuwarten.

Erinnerungen an die Revolution in den Strassen von Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Erinnerungen an die Revolution in den Strassen von Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Noch einmal laufe ich vorbei am Kapitol und entschließe mich nach 6 Stunden Stadtrundgang dazu, den Rückweg in Richtung MS Hamburg anzutreten. Während ich diesen beschreite, erweckt der Schriftzug „Fitness Center“ an einem baufälligen Gebäude mein Interesse. Neugierig werde ich nur aus einem einfachen Grund, denn das Gebäude sieht aus wie eine Lagerhalle. Wie sich beim Betreten herausstellt, haben die vier Wände in ihrem vorherigen Leben offenbar genau eine solche Funktion erfüllt. Die  Trainingsgeräte haben mindestens 50 Jahre auf dem Buckel, erfüllen aber weiterhin ihren Zweck. Mich erinnert die Szenerie an die verlassene Stadt Pyramiden auf Spitzbergen. Mit dem Unterschied, dass das Fitness Center in Havanna noch in Betrieb ist.

Fitness Center Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Fitness Center Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Am Ende des Rundgangs schaue ich noch einmal in der Bar Dos Hermanos vorbei, in der nun eine Band spielt und für volle Plätze sorgt. Direkt gegenüber vom Hafenterminal liegt der bei vielen Hochzeitsfotografen beliebte Plaza de San Francisco de Asis. Der Brunnen in der Mitte wurde 1836 nach einem Vorbild in der Alhambra erbaut und diente damals der Besatzung von Schiffen, die in Havanna anlegten, als Trinkwasserquelle.

Themawechsel. Im Verlauf der Reise habe ich hier und da die Meinung einzelner Reisender vernommen, dass Touristen in Havanna bzw. auf Kuba abgezockt werden.

Werden Touristen abgezockt?

Nun ja, prinzipiell könnte man dieser Aussage zustimmen. Es mag, gemessen am Monatseinkommen der Kubaner, wie Abzocke vorkommen, wenn man als Tourist für die Dose Limo 2 CUC zahlen muss oder man die Preise für Einheimische mit denen für die Touristen vergleicht. Es mag uns wie Abzocke vorkommen, wenn der Taxifahrer für die Fahrt in einem besonders gepflegten Oldtimer den Preis mal eben verdoppelt und für eine 2-stündige Stadtrundfahrt 20 CUC verlangt. Aber jetzt mal ehrlich, ist es wirklich Abzocke wenn wir für eine Dose Limo umgerechnet 1,70 EUR zahlen müssen oder eine 2-stündige Fahrt im Oldtimer noch nicht einmal 20,- EUR? Die Liste an Beispielen könnten wir beliebig fortführen. Und nein, Touristen müssen auch nicht „für jeden Scheiß“ zahlen, wie ich entsetzt hören musste. So manches Gebäude und so manch toller Ausblick wurde mir völlig kostenfrei ermöglicht, so mancher Kubaner wollte keinen Eintritt kassieren als ich nur nach einer kurzen Fotomöglichkeit gefragt habe. Man wird also definitiv nicht an jeder Ecke über den Tisch gezogen! Ich habe letztendlich trotzdem überall bezahlt, denn so gehört es sich eben! Wenn man schaut, was anderswo inzwischen für Eintrittsgelder aufgerufen werden, so erscheint es mir fast lächerlich wenn wir Touristen uns darüber beklagen, hier und da mal 2 CUC zahlen zu müssen! Und ist es nicht schon abartig, wenn sich Reisende in einer kleinen Dorfbar darüber beklagen, dass der Mojito 3,- CUC kostet und selbige Reisende in Havanna in einer „Szene-Bar“ freiwillig 5,- CUC auf den Tisch legen?! Ja, so sind sie, die Deutschen Touristen.

Ich bin inzwischen wieder an Bord der MS Hamburg angekommen, nutze die Gelegenheit für eine Dusche, schaue am Buffet vorbei und mache mich fertig für die Abreise zum Flughafen. Es ist 17:30 Uhr als ich Abschied nehme von der MS Hamburg und von Havanna. Nach wenigen Minuten Busfahrt verschwinden die letzten Lichter der Stadt hinter mir.

My heart is in Havana

Heute ist mein persönlicher „Day Two“ in Havanna und auch wenn es für mich schon zu Beginn der Reise klar war, so hat sich dieser Eindruck weiter gefestigt. Ich kann es nicht treffender als Camila Cabello in ihrem aktuellen Chart-Hit „Havana“ ausdrücken: „My heart is in Havana“. Havanna ist wunderschön, authentisch und faszinierend zugleich.

Typische Strasse in Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Typische Strasse in Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
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Wie wird das Straßenbild in Kuba künftig aussehen?

Eine Frage, die ich nur schwer beantworten kann. Oldtimer gehören zu Kuba wie Zigarren, Rum und Salsa, doch der Inselstaat erlebt gerade einen großen Wandel und orientiert sich an der Gegenwart. Das Handelsembargo ist gelockert und immer mehr koreanische und chinesische Modelle prägen das Straßenbild. Die Reisebusse, mit denen Touristen befördert werden, sind zum Beispiel schon komplett durch moderne Modelle aus Korea ersetzt worden. Langsam aber sicher verdrängen neue Autos insbesondere die russischen oder tschechischen Modelle der 70er- und 80er-Jahre. Die vielen Ladas, Skodas und Moskwitsch-Modelle dienen mehr und mehr als Ersatzteillager für die lukrativen Oldtimer, doch irgendwann ist die letzte Hinterachse aus einem Lada in einen Blick verbaut und irgendwann hat der letzte Ersatzmotor im Chevy sein Leben ausgehaucht. Es ist zu vermuten, dass spätestens dann die Zahl der wunderschönen Oldtimer rapide sinken wird. Kuba nähert sich  dem Westen an, auch wenn „Experten“ versuchen uns glaubhaft zu versichern, dass die Kubaner einen großen Wandel nicht wollen – ich bleibe da sehr skeptisch. Schon jetzt dreht sich vieles um Geld und um westliche Konsumgüter. Wohl kaum ein Kubaner wird sich dagegen wehren, ein modernes Auto mit Klimaanlage zu besitzen und in einem Haus zu wohnen, in dem es nicht aus einem löchrigen Dach ins Wohnzimmer regnet. Vielleicht wird der große Wandel nicht heute und nicht morgen kommen, doch aufzuhalten sein wird er nicht.

Alte Hausfassade in Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Alte Hausfassade in Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Während des Rückflugs, der mit der Condor von Havanna nach Frankfurt führt und sehr pünktlich verläuft, mache ich mir Gedanken über die verschiedenen Möglichkeiten die es gibt, mit einem Kreuzfahrtschiff Kuba zu erkunden.

Kuba Kreuzfahrten – große Unterschiede bei den Routen

Gerade vor einer Kuba-Kreuzfahrt sollte unbedingt überprüft werden, welche Anlaufhäfen effektiv im Routenplan und wie ausgedehnt die Liegezeiten sind! Kreuzfahrten nach Kuba oder rund um Kuba bieten längst nicht mehr nur ausgewählte Reedereien an, auch die Branchenriesen entsenden Schiffe auf die größte Insel der Karibik. Die mitunter großen Unterschiede offenbaren sich bei genauerer Betrachtung. So bieten manche Reedereien die Destination Kuba, mit einem ihrer Kreuzfahrtschiffe, im Rahmen eines Anlaufes während der jährlichen Weltreise an. Meist ist dann Havanna das Ziel. Andere Anbieter besuchen Kuba während einer 7- oder 14-tägigen Karibikkreuzfahrt, in der Regel aber auch nur die Hauptstadt Havanna bzw. das südlich gelegene Cienfuegos. Mit einem Großsegler zu ausgewählten Destinationen im Süden der Insel aufbrechen, auch das ist möglich und sicher interessant. Umrundet wird die Insel während keiner dieser Kreuzfahrten.

2 -4 Anlaufhäfen auf Kuba

Eine kleine Mogelpackung sind aus meiner Sicht die „Kuba-Kreuzfahrten“ eines Unternehmens aus Süddeutschland. Beim genaueren Betrachten beinhaltet eine der beiden Routenvariationen nur zwei Ziele auf Kuba, nämlich Havanna und Santiago de Cuba. Schaut man noch genauer hin, dann darf man sich über die magere Liegezeit von nur 5-Stunden in Santiago de Cuba wundern. Die restliche Zeit während einer solchen 7 Tage „Kuba-Kreuzfahrt“ verbringt das Schiff auf See oder den benachbarten Inseln – sieht man mal vom Ein- und Ausstiegshafen Havanna ab. Will der potentielle Kunde mit diesem Schiff mehr Häfen auf Kuba sehen, so muss er die zweite der beiden Schmetterlingsrouten ebenfalls buchen. Selbst in dieser 14-Tage-Kombination sind dann aber nur 4 Kuba-Häfen enthalten, nämlich Havanna, Maria la Gorda, Cienfuegos und Santiago de Cuba.

3 Anlaufhäfen auf Kuba

Etwas besser und übersichtlicher schaut es beim Routing der 7-tätigen Kreuzfahrten eines Anbieters aus Baden-Württemberg aus. Dort sieht die Routenplanung eine Inselumrundung mit immerhin zwei Anlaufhäfen auf Kuba vor – Cienfuegos und Santiago de Cuba. Badeziele auf Kuba werden nicht angelaufen, können aber per Hotelprogramm zusätzlich gebucht werden. Mit Havanna sind es also insgesamt 3 Häfen auf Kuba, die im Rahmen der Kreuzfahrt besucht werden. Außerdem sind kombinierte Bus-Schiff-Hotelreisen möglich.

6 Anlaufhäfen auf bzw. vor Kuba

Dass es noch besser geht, zeigt derzeit der Routenplan der MS Hamburg. Plantours Kreuzfahrten hat 5 Anlaufhäfen plus Ein- und Ausstiegshafen Havanna im Programm. Die MS Hamburg läuft also insgesamt 6 Kuba-Häfen an oder ankert vor diesen. Die Bezeichnung „Kuba intensiv“ ist, wie hoffentlich auch unser Reisebericht gezeigt hat, nicht übertrieben.

Routenkarte MS Hamburg Plantours Kuba intensiv. / Foto: Plantours Kreuzfahrten
Routenkarte MS Hamburg Plantours Kuba intensiv. / Foto: Plantours Kreuzfahrten

Kuba – jetzt oder nie!

Mit steigender Touristenzahl wird die Infrastruktur bedeutend ausgebaut werden müssen, der Flughafen erweitert, die Hafenterminals vergrößert und erneuert. Man wird die löchrigen Zufahrtsstraßen flicken, die brüchigen Fassaden beseitigen, neue Shoppingmöglichkeiten schaffen und den Touristen mit immer neuen Annehmlichkeiten locken. Annehmlichkeiten die das Gesicht Kubas drastisch verändern werden, denn vom großen Geldkuchen wird sicherlich nicht jeder etwas abbekommen. Das ist auf den bereits amerikanisierten Karibikinseln deutlich zu erkennen. Noch ist Kuba ein extrem sicheres Reiseland, in dem man bedenkenlos auch eine Kameraausrüstung ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen mit an Land nehmen kann. Ob das aber so bleiben wird? Man darf berechtigte Zweifel haben. Der ungleich verteilte Wohlstand wird die Menschen spalten. Warum sollte das, was überall auf der Welt in den Industrienationen so ist, auf Kuba nicht passieren?!

Spätestens wenn an jeder Ecke eine amerikanische Fastfood-Kette eröffnet hat und sich der dickbäuchige, amerikanische Tourist durch klimatisierte Shoppingmalls am Hafen schiebt oder die Chinesen mit ihren Selfie-Stangen anreisen, dann ist Kuba eine Insel wie jede andere in der Karibik. Nicht reizlos aber auch keine Perle mehr! Das wird nicht passieren? Na, die gelben, staatlichen Taxis sind bereits nahezu alle durch neue Modelle ersetzt worden. Mercedes E-Klasse und Audi A6 neuester Baureihe gehören inzwischen ebenso zum Straßenbild wie Kia Picanto und Peugeot 107. Wenn die ersten, internationalen Hotelkonzerne die maroden Häuser am Malecón einreißen, ihre schillernden Glasfassaden-Bunker dort errichten und die Tourismuskonzerne samt Investoren die Fäden in den Händen halten, dann wird Havanna bzw. die Insel Kuba eine Destination wie jede andere in der Karibik werden. Kuba – jetzt oder nie!

Schild an einem Auto in Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Schild an einem Auto in Havanna. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Fazit der Kuba Kreuzfahrt

Schon Kolumbus sagte über Kuba „Das schönste Land, das ein Menschen Auge jemals sah!“ Dieser Satz wird gerne von Tourismusindustrie genutzt und taucht oft in Artikeln, Prospekten und Katalogen auf. Ganz so sehr festzurren möchte ich meine Aussage allerdings nicht, denn es gibt durchaus viele weitere, extrem schöne Regionen und Länder auf der Welt. Dennoch ist Kuba und insbesondere Havanna definitiv einzigartig! Im Grunde erübrigt sich an  dieser Stelle ein Fazit zu dieser Kreuzfahrt. Ich kann mich nur wiederholen. Die Route ist einzigartig und wird in 2018 von der MS Hamburg nochmals so gefahren. Neben kulturellen Höhepunkten bietet sie auch paradiesische Bademöglichkeiten. Eine hervorragende Kombination!

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Oliver Asmussen

Oliver Asmussen

Oliver Asmussen, 1976 in Hamburg geboren und dort aufgewachsen, entdeckte seine Vorliebe zur maritimen Kreuzfahrt und Fotowelt bereits in der Jugend. Seit mehreren Jahren sind seine Bilder beliebte Motive in verschiedenen Medien. Darüber hinaus betreibt er die größte Kreuzfahrt-Bilderseite www.oceanliner-pictures.com und verbringt viele Tage im Jahr auf unterschiedlichen Kreuzfahrtschiffen.
Oliver Asmussen