Der Hafen von Travemünde

Travemünde ist eines der schönsten und reizvollsten Seebäder Europas. Foto: LTM K.E.Vögele
Travemünde ist eines der schönsten und reizvollsten Seebäder Europas. Foto: LTM K.E.Vögele

Klein, aber fein

Das Ostseebad Travemünde gehört zu den kleinen, unscheinbaren Kreuzfahrthäfen in Deutschland. Im vergangenen Jahr  fand hier die Taufe der Mein Schiff 5 statt und kommendes Jahr wird die Queen Elizabeth bereits zum zweiten Mal die Seefahrerstadt anlaufen.

Seit vielen Jahren fahren im Ostseebad Travemünde nicht nur Fähren ein und aus, sondern auch Kreuzfahrtschiffe. Diese legen je nach Größe entweder am Ostpreußen– oder am Skandinavienkai an. Im Jahr 2016 gab es insgesamt 14 Anläufe und am 15.07.2016 taufte TUI Cruises ihr neuestes Schiff, die „Mein Schiff 5“ direkt im Hafen von Travemünde. Auch für 2017 sind insgesamt 14 Anläufe geplant. Ein Highlight in 2018 wird auf jeden Fall der Besuch der „Queen Elizabeth“ von Cunard am 07.08.2018 sein. Die 294 Meter lange „Elizabeth“ kommt nicht zum ersten Mal nach Travemünde, sie war bereits 2011 im Ostseebad zu Gast und zog unendlich viele Touristen und Tagesgäste an.

Das gläserne Kreuzfahrtterminal am Ostpreußenkai wird auch als Eventlocation oder für Märkte aller Art genutzt, wenn mal kein Kreuzfahrtschiff in Sicht ist. Die meisten Kreuzfahrten, die in Travemünde Station machen, führen ins Nordland oder Baltikum, gelegentlich starten und enden aber auch Kreuzfahrten in Travemünde. Als Ausflug für Kreuzfahrer lohnt sich neben unseren Tipps der Sehenswürdigkeiten auf jeden Fall auch ein Besuch der historischen Hansestadt Lübeck, die nur knapp 20 Kilometer entfernt liegt.

Sea Cloud 2 auslaufend aus Travemünde. Foto: Brina Stein
Sea Cloud 2 auslaufend aus Travemünde. Foto: Brina Stein

Die Ausfahrt als erster Höhepunkt der Reise

Oft wird der Hafen von Travemünde auch für Vor- oder Nachübernachtungen genutzt. So kann man zum Beispiel sein Kreuzfahrtschiff vom Strand aus am Morgen schon einlaufen sehen und träumen. Oder man verabschiedet sich beim Auslaufen noch einmal sehnsüchtig. Die Ein- und Ausfahrt ins Ostseebad zählt zu einer der Schönsten in Europas. Ein Höhepunkt ist grundsätzlich der Anblick  der Viermast-Stahlbark Passat, die zu der Generation der Flying P-Liner gehört und seit vielen Jahren als Museumsschiff fest vor Anker in Travemünde liegt. Jeder Kreuzfahrer wird von ihr mit einem Tuten aus ihrem Typhon liebevoll verabschiedet.

Fast zeitglich passiert man an Backbord das eindrucksvolle und 119 Meter hohe „Maritim-Hotel“. Es beherbergt das höchste Leuchtfeuer Europas. Nur kurze Zeit später geht es auf der Backbordseite an der Nordermole vorbei, wo immer viele Menschen stehen, die den ausfahrenden Kreuzfahrtschiffen winken. Die Einfahrt in die Lübecker Bucht hält dann an Steuerbord als Hingucker den langen Sandstrand, den Priwall, bereit, der zu Zeiten der deutschen Teilung zum Teil zum Osten und zum Teil zum Westen gehörte. Spätestens wenn man die feste Seetonne Brodten-Ost (eine Tonne, die Untiefen im Wasser kennzeichnet) erreicht hat, ist ein Blick zurück unbedingt erforderlich. Belohnt wird man mit der wunderschönen Skyline von Travemünde.

Blick von der Passat zum Maritim. Foto: Brina Stein
Blick von der Passat zum Maritim. Foto: Brina Stein

Badeort mit Flair

Travemünde ist ein Stadtteil der Hansestadt Lübeck. Hier mündet die Trave in die Ostsee und so entstand einst auch der Name. Travemünde wurde bereits 1187 gegründet. 1802 bekam Travemünde den Titel „Seebad“ zugesprochen, seit 1913 ist es nach Lübeck eingemeindet. Gern wird die Stadt auch als „Lübecks schöne Tochter“ bezeichnet. Travemünde hat zwei lange Sandstrände zur Ostsee hin. Der breite Sandstrand an der Promenade bietet schöne Ausblicke auf den turbulenten Fährverkehr im Hafen und endet am Brodtener Steilufer, wo die Gaststätte „Herrmannshöhe“ einen wunderbaren Ausblick über die Ostsee bietet. An diesem Strand sind zahlreiche Strandkorbvermieter zu finden. Der Priwall, auf der anderen Seite von Travemünde, bietet ebenfalls lange Sandstrände und speziell in dem FFK- Bereich ganz am Ende, kann man noch ungestört sonnen und ist nicht von vielen Menschen umgeben. Die Viermastbark Passat gilt als Travemündes Wahrzeichen, aber das Stadtbild wird auch durch das hohe Maritim-Hotel, den alten Leuchtturm und die ehemaligen Fischerhäuser in der Hauptstraße von Travemünde, der Vorderreihe, geprägt.

Strandleben in Travemünde. Foto: Brina Stein
Strandleben in Travemünde. Foto: Brina Stein

Sehenswürdigkeiten in Travemünde 

  • Vorderreihe: Bummeln, einkaufen, Eis essen und unzählige Restaurants machen die Hauptstraße von Travemünde aus, die im Sommer regelmäßig zur Fußgängerzone wird.
  • Viermastbark Passat: Diese kann besichtigt werden. Im Bauch der Passat befindet sich ein tolles, interaktives Museum. Es gibt eine Personenfähre, in Höhe des Maritim-Hotels, die von der Stadtverkehr Lübeck GmbH zur Überfahrt betrieben wird.
  • Alter Leuchtturm und Maritim-Hotel: Der Alte Leuchtturm Travemünde ist der älteste Leuchtturm Deutschlands und kann besichtigt werden. Er beinhaltet ein Museum und der Ausblick von seiner Plattform in 31 Meter Höhe über Travemünde lohnt den Aufstieg. Wer es gern noch höher mag, fährt mit dem Lift auf das 119 Meter hohe Maritim-Hotel hinauf. Neben dem wohl spektakulärsten Ausblick über die Lübecker Bucht, befindet sich dort auch ein Restaurant.
  • Fischerei-Hafen: Neben dem Genuss von frischem Fisch direkt vom Fischkutter, kann man dort auch hervorragend, aber rustikal, sitzen und dem Fährbetreib im Hafen zusehen, Möwengeschrei inklusive.
  • Alte Fischerhäuser: Diese befinden sich in der Vorderreihe, aber auch ein Gang zur nahegelegenen St. Lorenz-Kirche lohnt, denn sie stellt ein Beispiel für die wunderbare Architektur des 16. Jahrhunderts dar. Einen Stopp in der Vorderreihe Nummer 7 in der „Alten Vogtei“ sollte man unbedingt einlegen. Dort befindet sich neben dem Künstlercafé „Savoir Vivre“ auch ein moderner Erlebnisraum.
  • Spaziergang auf der Strandpromenade mit Einkehr: Ein Bummel über die im Jahre 2012 neu gestaltete, lange Strandpromenade lohnt auf jeden Fall. Fast am Ende befindet sich die „Süße Seebrücke“, ein Pavillon aus Holz, der auf jeden Fall zur Einkehr lohnt. Alle Kuchen sind selbst gemacht und es gibt keinen schöneren Platz in Travemünde, um den weiten Blick über das Meer zu genießen.
Bäderarchitektur in Travemünde. Foto: bergeest
Bäderarchitektur in Travemünde. Foto: Brina Stein

Erreichbarkeit von Travemünde

Travemünde ist nur 85 Kilometer von Hamburg entfernt. Man erreicht den Hafen über die A1 und wechselt an der Anschlußstelle Bad Schwartau auf die B75. In Travemünde selbst leitet ein gut ausgeschildertes Verkehrsleitsystem die Besucher zu den Kreuzfahrtterminals und den öffentlichen Parkplätzen.

Brina Stein

Brina Stein

Sabrina Reulecke (Kreuzfahrtautorin) schreibt unter dem Namen: Brina Stein. Sie wurde in Berlin geboren, ist in Lübeck aufgewachsen und lebt heute mit ihrem Mann im Taunus. Vor über fünfzehn Jahren hat sie die Kreuzfahrt für sich entdeckt. Fasziniert von den Möglichkeiten in einem Urlaub verschiedenste Länder zu entdecken, begann sie das Reisen mit dem Schreiben zu verbinden. Ihre Reiseerlebnisse wurden so zur Vorlage ihrer fiktiven Geschichten. In ihrer Buchreihe "Wellengeflüster" sind bisher fünf Bücher erschienen.
Brina Stein

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