Weihnachtszauber in Wien – Flussreise auf der Donau

Der Wiener Christkindelmarkt vor dem Rathaus der österreichischen Hauptstadt. Foto: André Lenthe
Der Wiener Christkindelmarkt vor dem Rathaus der österreichischen Hauptstadt. Foto: André Lenthe

Christkindlmärkte an der Donau

Mit der A-Rosa Flotte zu den schönsten Weihnachtsmärkten an der Donau. Von Engelhartszell aus geht es bei dieser viertägigen Flussreise durch die malerische Wachau bis nach Wien und zurück über Linz nach Engelhartszell.

Über das Kopfsteinpflaster in der Wiener Innenstadt klackern rhythmisch die Pferdehufe der Fiaker. Touristen nutzen die ebenso bequemen wie historischen Kutschen für ausgiebige Stadtrundfahrten. Die Luft ist erfüllt von einem adventlichen Geruch, es riecht nach Lebkuchen und Glühwein. In der Vorweihnachtszeit verwandelt sich die geschäftige Innere Stadt Wiens in ein weihnachtliches Lichtermeer. Insgesamt warten auf die Gäste der A-Rosa Bella 16 große Christkindlmarkte und unzählige kleinere Märkte.

Einschiffung in Engelhartszell

Am frühen Nachmittag komme ich am Bahnhof von Passau an und werde von einem Shuttlebus direkt ins rund 30 Kilometer entfernte Engelhartszell gefahren. Hier liegen alle Schiffe der A-Rosa Donauflotte und der kleine Anleger ist Ausgangspunkt meiner viertägigen Flussreise nach Wien und Linz. Freundliche Mitarbeiterinnen begrüßen die Gäste, die Damen erhalten eine rote Rose zur Begrüßung.

Mit 16 Quadratmetern ist die Kabine auf dem oberen Passagierdeck sehr geräumig und mein Koffer wartet auch bereits in meinem Zuhause auf Zeit. Das wohlig orangegelbe Ambiente der Luxuskajüte mit französischem Balkon sorgt auch an kalten Wintertagen für ein wohliges Umfeld. Nun geht es aber erst einmal an Deck. Auf dem Oberdeck findet die Sail-Away-Party statt und am frühen Abend machen sich nacheinander alle vier Schiffe der A-Rosa Flotte auf ihren Weg über die Donau.

Weihnachtsbaum auf der A-Rosa Bella. Foto: André Lenthe
Weihnachtsbaum auf der A-Rosa Bella. Foto: André Lenthe

Fahrt durch die Wachau

Am Morgen kitzeln mich die ersten Sonnenstrahlen aus dem Himmelbett und noch vor dem Frühstück geht es hoch auf das Sonnendeck. Vor dem Schiff zeichnet sich die wunderschöne Landschaft der Wachau ab. Malerisch schön zieht am Vormittag die UNESCO-Welterbestätte bei 15 km/h an der A-Rosa Bella vorbei. Auf unserem Weg nach Wien lassen wir geschichtsträchtige Orte wie Melk, Krems oder Dürnstein linksliegen – die jeder für sich eine eigene Reise wert sind. Insgesamt passiert der 124, 5 Meter lange und 14,5 Meter breite Flusskreuzer acht Schleusen.

Kaum ein Reisender hält sich bei strahlendem Sonnenschein und wenig winterlichen Temperaturen um die 20 Grad im Inneren des Schiffes auf. Kein Wunder das Küchenchef Vasile Gaman mit bayrischen Spezialitäten im Außenbereich des Restaurants genau den Geschmack seiner rund 240 Passagiere an Bord trifft. Er serviert zur Einfahrt nach Wien Weißwürste mit süßem Senf, Salzbrezeln und Weizenbier.

Sissi, Kaisergruft und ganz viele Weihnachten

Gegen Mittag erreicht die A-Rosa Bella ihren Liegeplatz unweit der Reichsbrücke von Wien. Zunächst startet eine Orientierungsfahrt durch Wien per Bus. Neben dem typischen Wiener Schmäh hält der Fremdenführer allerhand interessante Informationen zur österreichischen Hauptstadt und der k. u. k.-Monarchie bereit und vermag dies interessant zu vermitteln.

Klar: wer eine Reise nach Wien unternimmt kommt an Sissi und Kaiser Franz nicht vorbei. Und spätestens in Schloss Schönbrunn springt der Funke über, der die Faszination Wiens ausmacht. Schönbrunn zählt zu den schönsten Barockanlagen Europas und ist ebenfalls UNESCO Weltkulturerbe. Eine liebevoll gestaltete Ausstellung vermittelt das Gefühl, als wären Maria Theresia, Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth nur mal kurz ausgeflogen. 45 der insgesamt 1.441 Räume können besichtigt werden, darunter viele Prunkräume und eine prachtvolle Gartenanlage.

Vor dem Schloss steht der erste Weihnachtsmarkt meiner Reise. Es gibt allerhand filigrane Handarbeiten und den passenden Schmuck für einen königlichen Weihnachtsbaum.

Bildergalerie Weihnachtsmärkte

Bild 1 von 29

Vom Anleger in Engelhartszell geht es los. Foto: André Lenthe

Am Abend geht es auf eigene Faust weiter. Die U-Bahnstation Vorgartenstraße lässt sich bequem nach einem kurzen Fußweg vom Schiffsanleger erreichen. Ein 24-Stunden-Ticket kostet 7,60 €, damit kann man 24 Stunden lang unbegrenzt die U-Bahn benutzen.

Nur fünf Minuten sind es zum weltberühmten Wiener Prater. Hier gibt es ebenfalls einen Weihnachtsmarkt und der ist am Abend samt Riesenrad wunderschön beleuchtet.

Der größte Weihnachtsmarkt steht auf dem Vorplatz des Wiener Rathauses. Der neugotische Prachtbau ist die perfekte Kulisse für den Wiener Christkindlmarkt. Tagsüber ist der Vorplatz von Touristen überlaufen. Abends hingegen lässt es sich hier hervorragend stöbern und in aller Ruhe einen der vielen Glühweinvariationen genießen.

Mit dem Fiaker durch Wiens Altstadt

Am Morgen geht es noch einmal in die Innere Stadt. Nach etwas Zeit zum bummeln durch die zahlreichen Einkaufsstraßen der Metropole geht es für mich in die Kaisergruft. Die Kapuzinergruft ist seit mehr als vier Jahrhunderten die letzte Ruhestätte der Habsburger Monarchen und dessen Familien.

Nur wenige Gehminuten entfernt ist der Startpunkt für unsere Fiaker-Tour durch die engen Gassen der Stadt. Begleitet von den Blicken zahlreicher Wienbesucher genieße ich es heute Nachmittag ein wenig im Mittelpunkt zu stehen. Vorbei geht es an bürgerlichen Palais, zahlreichen Kirchen und kleinen Weihnachtsmärkten bis zur Karlskirche, einer der bedeutendsten Kirchenbauten nördlich der Alpen und eines der Wahrzeichen Wiens. Mit dem Fahrstuhl geht es direkt in die riesige Kuppel der Kirche. Von der Plattform hat man einen der schönsten Blicke auf das beeindruckende Kuppelfresko der Karlskirche.

Direkt vor der Kuppelkirche auf dem Karlsplatz steht einer der schönsten Weihnachtsmärkte Wiens. Der Art Advent wird von der DIVINA Art organisiert, einer Vereinigung um das Kunsthandwerk zu fördern. Für mich einer der schönsten Weihnachtsmärkte Wiens. Hier bieten unterschiedliche Kunsthandwerker ihre Waren feil. Es sind Manufakturen aus Holz, Glas, Keramik, Leder, Metall und vielen anderen Materialen zu finden. Er hat in der Vorweihnachtszeit täglich von 12.00 – 20.00 Uhr geöffnet.

Linz wartet auf die Gäste der A-Rosa Bella

Am Abend genieße ich mit zahlreichen anderen Gästen die Ausfahrt aus Wien. Die Stadt zeigt sich vom Fluss aus noch einmal im Glanz tausender großer und kleiner Lichter. Am Abend hat Chefkoch Vasile Gaman ein Vier Gänge Menü gezaubert. Das Galadinner ist zwar nur gegen einen Aufpreis zu genießen, es bildet aber den perfekten Abschluss nach zwei schönen Tagen zwischen Wiens Glanz und Gloria.

Gegen Mittag erreichen wir Linz. Einer quirligen und lebendigen Studentenstadt auf dem Rückweg nach Engelhartszell. Nach einem kurzen Spaziergang kehren wir in die K. u. K. Hofbäckerei von Fritz Rath ein um noch ein Stückchen kalorienschwere, aber absolut leckere original Linzer-Torte zu probieren. Das Kaffeehausambiente der Bäckerei ist mit seiner traditionellen Einrichtung absolut einen Besuch wert.

Auf dem Weg zurück zur A-Rosa Bella schlendern wir noch einmal über den Linzer Weihnachtsmarkt. Auch er ist liebevoll gestaltet und mit etwas Glück erhaltet ihr die Möglichkeit kostenfrei einen eigenen Adventskranz zu binden. Ich jedenfalls bin nicht gerade mit einem floralen Daumen gesegnet, aber mit etwas Unterstützung der Linzer Landfrauen gelang mir ein brauchbares Ergebnis. Der Kranz war das ideale Mitbringsel und eine schöne Erinnerung an meine Donau Tour.

Über Nacht geht es zurück nach Engelhartszell wo die Reise am Morgen des vierten Tages endet.

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von A-Rosa Kreuzfahrten.

Andre Lenthe

Andre Lenthe

André wurde 1976 in Hamburg geboren. Nach seinem Volontariat bei Gruner + Jahr, arbeitete er bis 2009 in der Bildredaktion der touristischen Fachzeitschrift fvw. Danach machte er sich mit der Fotoagentur touristik-foto selbstständig und ist über sein berufliches Engagement zu einem begeisterten Kreuzfahrer geworden.
Andre Lenthe

Letzte Artikel von Andre Lenthe (Alle anzeigen)