Reisebericht Teil 1: Von Brasilien nach Kuba – Kreuzfahrt mit der MS Hamburg

Sonnenaufgang MS Hamburg vor Trinidad. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Sonnenaufgang MS Hamburg vor Trinidad. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mit der MS Hamburg von Belém durch den Regenwald bis zu einsamen Strandparadiesen auf malerischen Inseln in der Karibik

Es geht von Brasilien nach Kuba: Im ersten Teil meines Reiseberichts gehe ich in der brasilianischen Stadt Belém an Bord der MS Hamburg von Plantours Kreuzfahrten und fahre durch den Regenwald in Richtung Iles du Salut bis zum zweitgrößten Karneval der Welt in Trinidad. 

Abseits üblicher Kreuzfahrtrouten

Im Februar habe ich die MS Hamburg auf einer Kreuzfahrt vom brasilianischen Belém bis nach Havanna auf Kuba begleitet. Nachfolgender Reisebericht fasst meine ganz persönlichen Eindrücke dieser Kreuzfahrt zusammen, die mich zu wunderbaren Destinationen abseits üblicher Kreuzfahrtrouten führte und immer wieder beeindruckt hat.

Tag 1: 31. Januar 2018 Flug von Hamburg über Düsseldorf nach Belém

Die Anreise nach Belém

Die Anreise ins brasilianische Belém erfolgt mit einem Plantours Kreuzfahrten Charterflug der französischen Airline Air Austral. Eingesetzt wird eine deren beiden 787 Dreamliner – es ist mein erster Flug mit diesem relativ neuen Flugzeugmuster. Fazit: Wunderbar viel Beinfreiheit auch in der Economy Class, toller Service und viel Komfort. Nach nicht einmal 9 Flugstunden ist die 8.500km lange Distanz zurückgelegt, um 03:30 Uhr am frühen Morgen des 01. Februar setzt die Maschine in Brasilien auf. Die Einreise erfolgt recht zügig.

Boeing 787-800 Air Austral Kabine. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Boeing 787-800 Air Austral Kabine. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Tag 2: 01. Februar 2018 Belém, Brasilien

Den Tag verbringen alle angereisten Gäste im Stadthotel Grand Mercure Belém. Nach einem leckeren Frühstück nutze ich die verfügbare Zeit für einen ausgedehnten Rundgang durch die 1,4 Mio. Metropole an der Bucht von Marajó. Die Stadt liegt nicht, wie man vermuten könnte, am Amazonas sondern am Zusammenfluss der beiden Flüsse Rio Guamá und Rio Pará. Obwohl Belém abseits der gängigen Touristenrouten liegt, gibt es eine ganze Reihe interessanter Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Belém ist neben Manaus die wichtigste Stadt am Amazonasgebiet und beeindruckt nicht zuletzt durch ihre Ursprünglichkeit. Touristenläden und Shoppingmalls sucht man hier vergeblich. Mir gefällt das. Zu den markantesten Sehenswürdigkeiten zählen die Kathedrale von Belém, die Festung Forte do Presépio, das Teatro da Paz sowie der Fisch- und Gemüsemarkt Ver-o-Peso.

Silberreiher vor Altstadt in Belem. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Silberreiher vor Altstadt in Belem. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Unter der Sonne des Äquators

Der  bekannte Ver-o-Peso Markt steht heute als letzter Programmpunkt auf meiner persönlichen To-do-Liste. Das scheint zunächst nicht optimal, weil insbesondere am frühen Morgen die Atmosphäre richtig mitreißend ist. Dann, wenn die Fischer ihre Boote in einer kleinen Bucht festmachen und ihren Fang verkaufen. Ich möchte mir heute jedoch zunächst einen ersten Eindruck verschaffen und morgen in aller Frühe wiederkehren. Die Äquatorsonne brennt erbarmungslos auf mich herunter, der Sonnenhut befindet sich im Koffer, eine kurze Hose ebenfalls. Eine klare Fehlplanung meinerseits. Die Eindrücke sind so überwältigend, dass ich die Müdigkeit völlig vergesse. Der Markt gehört aus meiner Sicht zum Pflichtprogramm bei einem Aufenthalt in Belém. Ich genieße die Gerüche, die Eindrücke und lasse mich mitreißen von der Lebensfreude und Freundlichkeit der Brasilianer. Schon während meiner Amazonas-Kreuzfahrt im Jahr 2015 hat mich das Amazonasgebiet begeistert, daran ändert sich auch drei Jahre später nichts.

Eindrücke vom Ver-o-Peso Markt in Belem, Brasilien. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Eindrücke vom Ver-o-Peso Markt in Belem, Brasilien. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Einschiffung an Bord der MS Hamburg

Am frühen Nachmittag, gegen 15:00 Uhr, kehre ich zurück zum Hotel. Reisebusse bringen kurz darauf alle anreisenden Gäste zum Hafen. Nach rund 30 Minuten endet die Fahrt direkt vor dem Schiff. Geschützt vor einem heftigen Tropenschauer verläuft die Einschiffung zügig und wenig später habe ich meine Kabine bezogen. Nach einer kurzen Stärkung am Buffet zieht es mich ein weiteres Mal in die Stadt. Vom Schiff aus entdecke ich eine ganze Reihe alter Lagerhäuser und Hafenanlagen, die umgebaut wurden und entlang einer modernen, wunderschönen Uferpromenade stehen. Historische, restaurierte Kräne, Motoren und Schiffspropeller sorgen für ein herrlich maritimes Ambiente. In einem Teil der alten Lagerhallen befinden sich Restaurants und Bars. Am Abend verwandelt sich die Promenade in einen beliebten und belebten „In-Treffpunkt“ für die Einheimischen.

Uferpromenade von Belem, Brasilien, am Abend. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Uferpromenade von Belem, Brasilien, am Abend. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
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Tag 3: 02. Februar 2018 Belém, Brasilien

Wie zu erwarten, endet die Nacht – bedingt durch die Zeitverschiebung von 5 Stunden – relativ früh. Die perfekte Gelegenheit für meinen zweiten Besuch auf dem Ver-o-Peso Markt. Das quirlige Treiben im kleinen Fischerhafen sowie in den angrenzenden Fischhallen ist am frühen Morgen besonders faszinierend. Unzählige Rabengeier kreisen über den hölzernen Fischerbooten und liefern sich einen unerbittlichen Kampf um die Fischreste, die von den Fischern ans Ufer geworfen werden. Im Sekundentakt werden die Fische an die Marktbesucher herausgegeben, manchmal einzeln und manchmal in ganzen Kisten. Um 11:30 Uhr endet mein Morgenspaziergang durch Belém. Es folgt die obligatorische Seenotrettungsübung an Bord der MS Hamburg und um 12:00 Uhr heißt es „Leinen los“ zu spannenden Destinationen zwischen Belém und Havanna.

Rabengeier auf dem Fischmarkt in Belem, Brasilien. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Rabengeier auf dem Fischmarkt in Belem, Brasilien. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

3803 Seemeilen bis Havanna

Kapitän Igor Gaber steuert die MS Hamburg zunächst in die Bucht von Marajo und nimmt dann nach einer 270 Grad Kurve direkten Kurs auf das  morgige Ziel, die Breves Kanäle. Bis zu meinem Zielhafen Havanna sind es genau 3.803 Seemeilen. Die Hälfte der Strecke wird ungefähr  in Port of Spain, der Hauptstadt von Trinidad & Tobago, nach 1.569 Seemeilen erreicht. Dort wird es auch einen Teil-Passagierwechsel geben. Am heutigen Abend stehen der traditionelle Willkommens-Cocktail in der Lounge sowie das anschließende Gala-Begrüßungs-Abendessen auf dem Programm. Ich entscheide mich für einen gemütlichen Abend am reichhaltigen Buffet im Palmgarten und lasse mir die warme Luft aus dem Amazonas-Delta um die Nase wehen. Ein wunderbarer Beginn der Kreuzfahrt.

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Tag 4: 03. Februar 2018 Fahrt durch die Breves Kanäle

Um 08:00 Uhr erreichen wir die Einfahrt in die Breves Kanäle, einer der schönsten Passagen im gesamten Amazonasgebiet.

Nur mit kleinen Kreuzfahrtschiffen befahrbar

Als Breves-Kanäle wird ein Teil der Amazonas-Verbindung zwischen Macapá und Belém bezeichnet. Die zum Teil schiffbaren Gezeitenkanäle nennt man Furos. Sie trennen auch die Insel Marajó, die das Nordufer des Rio Pará bildet, vom Festland ab. Rio Pará ist die Bezeichnung einer schmalen, tief ins Land greifenden Meeresbucht zwischen der Amazonasmündung und dem weiter südöstlich gelegenen Mündungsgebiet des Rio Tocantins. Die in der Amazonasmündung liegende Insel Marajó ist mit 48.000 km² so groß wie die Schweiz und somit die größte Flussinsel der Welt!

Bereits 2015 habe ich die Breves-Kanäle mit der MS Hamburg befahren. Damals wie heute ist diese etwa 3-stündige Passage extrem beeindruckend, denn die schmalen Kanäle sind nur mit kleinen Kreuzfahrtschiffen befahrbar. Für mich war es damals der schönste Flussabschnitt zwischen Iquitos und dem Delta, heute ein grandioser Auftakt dieser Kreuzfahrt. Nirgendwo kommt man dem Regenwald und dem Flussufer näher als bei dieser Passage!

Begrüssung der MS Hamburg Breves Kanäle, Amazonas-Delta. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Begrüssung der MS Hamburg Breves Kanäle, Amazonas-Delta. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Enger geht es nicht!

Immer, wenn wir kleine Ortschaften und Dörfer passieren, stehen die Bewohner winkend und pfeifend an den Ufern, kommen der MS Hamburg sogar mit kleinen Holzbooten entgegen. Die Stimmung ist sagenhaft! Das Heck der MS Hamburg scheint manchmal in den Regenwald hinein zu ragen, die Baumkronen sind zum Greifen nah. Doch der Eindruck täuscht, denn selbstverständlich wird ein entsprechender Sicherheitsabstand zum Ufer gehalten. Aufgrund günstiger Wasserstände wird eine Kanal-Durchfahrt gewählt, die noch schmaler ist als jene die wir vor drei Jahren passiert haben. Das ist wahrlich beeindruckend. Enger geht es nicht.

In der Lounge werden schließlich die Landausflüge der Reise von Ausflugsleiterin Olga Bozhko präsentiert. Ein brasilianisches Mittagessen aus dem Wok bildet den Abschluss des heutigen Vormittags.

Enge Passage der Breves Kanäle MS Hamburg. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Enge Passage der Breves Kanäle MS Hamburg. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Am Nachmittag geht es entspannt zu, an Bord der MS Hamburg. In der Lounge besteht die Möglichkeit, interessanten Vorträgen über den Regenwald zu lauschen, im Palmgarten heißt es „Bingo, Bingo, Bingo“ und auf dem Sonnendeck findet ein traditionelles Shuffleboard-Turnier statt. Ich blicke fasziniert in den grünen Regenwald und freue mich auf die kommenden Tage.

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Tag 5: 04. Februar 2018 Afuá, Brasilien

Am frühen Morgen erreichen wir die kleine Stadt Afuá, in der etwa 13.000 Einwohner leben. Es regnet zunächst unaufhaltsam über mehrere Stunden, so dass ich meinen Besuch in der Stadt auf den Nachmittag verschiebe. Endlich lockert es tatsächlich etwas auf.

Auf einer kleinen Strandpromenade lässt es sich entspannt flanieren. Lokale Geschäfte, Bars und Plätze laden zu einem Besuch ein. Haupteinnahmequellen sind der Fischfang sowie der Holzhandel und auch die Büffel- und Rinderzucht hat eine beachtliche Bedeutung. Die Anlandung in Afuá erfolgt diesmal über ein am Ufer verzurrtes, typisches Amazonas-Schiff, denn aufgrund des hohen Wasserpegels sind die meisten Steganlagen überflutet.

Treffpunkt für Kinder und Jugendliche

Tourismus gibt es in Afuá praktisch keinen, denn die meisten Kreuzfahrtschiffe machen um dieses malerische Städtchen einen Bogen und steuern das nördlich im Delta gelegene Macapá an. Zur Mittagszeit füllen sich die Plätze in Afuá, besonders das an der Hauptpromenade gelegene Flussschwimmbad wird zum zentralen Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Da ich Afuá während der Amazonas Kreuzfahrt im Jahr 2015 schon einmal besucht habe, genieße ich heute über einen längeren Zeitraum das wunderbare Treiben auf dem größten Platz des Ortes. Einfach herrlich!

Wasserball im Flussschwimmbad und MS Hamburg in Afua, Brasilien. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Wasserball im Flussschwimmbad und MS Hamburg in Afua, Brasilien. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Am späten Abend wird die Ankerkette eingeholt und der neue Kurs heißt: Macapá. Eine Stadt, die neu im Routenplan der MS Hamburg ist.

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Tag 6: 05. Februar 2018 Macapá, Brasilien

Um 04:00 Uhr in der Früh überquert die MS Hamburg, von den meisten Gästen unbemerkt, das erste Mal während dieser Kreuzfahrt den Äquator in nördlicher Richtung, um 06:00 Uhr ein weiteres Mal in südlicher Richtung. Grund sind einige Inseln, die im Amazons-Delta liegen und nördlich umrundet werden müssen, um nach Macapá zu gelangen. Der Amazonas ist der mit Abstand wasserreichste Fluss der Erde und mit einer Länge von 6.448km nach dem Nil (6.852 km) der zweitlängste.

MS Hamburg vor Macapa auf Reede. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
MS Hamburg vor Macapa auf Reede. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Äquator bildet Mittellinie im Fußballstadion

Um 07:30 ist der Ankerplatz östlich der kleinen Insel Santana erreicht. Mit Tenderbooten der MS Hamburg geht es an Land. Die unmittelbare Umgebung ist weniger interessant. Es werden daher Transferbusse für eine Fahrt nach Macapá bereitgestellt. Die Lektoren der MS Hamburg begleiten die Busse und machen die kurze Fahrt zu einem mit vielen Informationen garnierten Trip. Macapá ist die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amapá und nicht aufgrund bedeutender Sehenswürdigkeiten interessant, sondern vielmehr wegen seiner Lage direkt am Äquator. Zwar lässt sich in Macapá die Festung Fortaleza de Sao José de Macapá bestaunen, doch erheblich beeindruckender ist das Marco Zero Denkmal direkt am Fußballstadion in Macapá, 5km südlich des Stadtzentrums. Im Fußballstadion von Macapá haben seit der Eröffnung im Jahr 1990 keine bedeutenden Fußballspiele stattgefunden, dafür traten hier bereits die Rolling Stones auf. Von 1994 bis 2014 trug es den Namen der verstorbenen Formel 1-Legende Ayrton Senna. Danach erhielt es den Namen des Sportfunktionärs Milton de Souza Corrêa. Die morbide Arena trägt auch den Beinamen „Nullpunkt-Stadion“, denn eigentlich sollte die Mittellinie exakt auf Höhe der Nulllinie liegen. Leider stimmt das aber nicht ganz. Aufgrund eines Vermessungsfehlers verläuft die Mittellinie nämlich rund 70m nördlich des Äquators. Ein Blick auf den Kompass im Handy zeigt dies deutlich. Aber auch wenn der Ball während eines Spiels nun nicht über den Äquator fliegt, so übt dieser Stadtteil dennoch eine besondere Faszination auf den Besucher aus. 500m hinter dem Stadion ragt das Äquator-Monument in den Himmel.

Sprung über den Äquator

Neben Städten in Indonesien, Kenia, Ecuador und dem Kongo ist die brasilianische Stadt Macapá eine der ganz wenigen, die direkt von der  40.075 km langen Nulllinie durchzogen wird. Das 30m hohe Marco Zero Denkmal befindet sich auf einer kleinen Terrasse. Es besteht aus einem Turm mit einer Sonnenuhr in Form eines Kreises an der Spitze und einer Linie am Boden. Zweimal im Jahr, zwischen dem 20. Und 21. März sowie zwischen dem 22. und 23. September scheint die Sonne genau durch den Kreis und markiert den Äquator auf besondere Weise in Form eines Lichtstrahls. Dieses Glück habe ich heute leider nicht, doch auch die Äquatorlinie aus Metall ist beeindruckend. Mit nur einem Sprung stehe ich entweder auf der Nordhalbkugel oder auf der Südhalbkugel. Das Erlebnis bzw. dieser symbolische Sprung über den Äquator ist aus meiner Sicht definitiv einen Anlauf der Stadt Macapá wert!

Marco Zero Äquator-Denkmal in Macapa, Brasilien. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Marco Zero Äquator-Denkmal in Macapa, Brasilien. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Foto: Marco Zero Äquator-Denkmal in Macapa, Brasilien

Am Nachmittag findet an Bord der MS Hamburg die obligatorische Äquatortaufe statt, als wir letztmalig während dieser Reise den Äquator noch einmal in nördlicher Richtung überqueren. Die Äquatortaufe ist ein weltweit übliches Ritual von Seeleuten, wenn ein Besatzungsmitglied oder Passagier zum ersten Mal auf See den Äquator überquert. Der Täufling wird von einem verkleideten Neptun „gereinigt“, in dem er mit Rasierschaum eingerieben wird, einen Fisch küsst und Alkohol verabreicht bekommt. Die Äquatortaufe wird im Anschluss an das Ritual mit einer entsprechenden Urkunde dokumentiert.

Die Äquatortaufe MS Hamburg bei Macapa. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Die Äquatortaufe MS Hamburg bei Macapa. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
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Tag 7: 06. Februar 2018 auf See

Ein Tag auf See an Bord der MS Hamburg lässt sich vielfältig gestalten. Ein Großteil der Reisegäste nutzt die Gelegenheit, um sich von den bisherigen Landausflügen zu erholen und die Erlebnisse Revue passieren zu lassen. Die See ist leicht bewegt, der Wind weht den ganzen Tag lang mit Bft. 6 aus östlicher Richtung.

Auszug aus dem heutigen Tagesprogramm:

  • 08:30 Uhr: Frühsport auf dem Sonnendeck.
  • 10:00 Uhr: Vortrag über die Tropen mit Lektor Dr. Ludger Feldmann in der Lounge.
  • 11:00 Uhr: Obst- und Gemüseschnitzen auf dem Pooldeck
  • 11:30 Uhr: Shuffleboard mit Anleitung auf dem Sonnendeck
  • 15:00 Uhr: Zeichenstunde im Palmgarten
  • 16:00 Uhr: Elegante Teestunde mit Kaffee, Tee und Kuchen in der Lounge
  • 17:30 Uhr: Vortrag über Französisch Guyana mit Lektor Dr. Ludger Feldmann in der Lounge
Elegante Kaffeestunde MS Hamburg. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Elegante Kaffeestunde MS Hamburg. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
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Tag 8: 07. Februar 2018 Île Royale, Îles du Salut, Französisch Guyana

Die See am heutigen Morgen ist stürmisch, Schaumkronen zieren die Wellen auf dem Atlantik. Kapitän Igor Gaber ist dennoch zuversichtlich, dass eine Anlandung mit den Tendern in der geschützten Bucht der Île Royale möglich sein wird. Im Gegensatz zu meinem letzten Besuch im Januar 2015 scheint diesmal die Sonne vom blauen Himmel. Damals schüttete es wie aus Eimern. Ein herrlicher Morgen ist das heute! Tatsächlich lassen die Wellen nach Erreichen des Ankerplatzes deutlich nach.

MS Hamburg vor der Ile Royale, Französisch Guyana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
MS Hamburg vor der Ile Royale, Französisch Guyana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Ehemalige Strafkolonie heute beliebtes Ziel für Touristen

Die Îles du Salut sind eine aus drei Inseln bestehende Inselgruppe, 13km vor der Küste von Kourou in Französisch Guyana. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs, bis 1951 unterhielt Frankreich hier eine Strafkolonie für bis zu 2.000 Gefangene. Auf der Île Royale, die ich heute zum zweiten Mal besuche, befanden sich seinerzeit die Verwaltung, das Hospital und der Todestrakt. Die meisten Gefangenen sind in Einzelzellen auf der Nachbarinsel Île Saint-Joseph untergebracht gewesen. Die Haftbedingungen waren extrem hart und unmenschlich, so verfügten viele Zellen nicht einmal über ein Dach. Einer der bekanntesten Häftlinge war Hauptmann Alfred Dreyfuß. Die Ruinen der Strafkolonie sind heute zu einem beliebten Ziel für Touristen geworden, viele sind frei zugänglich. Die Inselgruppe wurde durch den Roman Papillon sowie den gleichnamigen Spielfilm aus dem Jahr 1973 weltberühmt.

Der Film wird am Abend an Bord der MS Hamburg gezeigt.

Ile Royale, Französisch Guyana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Ile Royale, Französisch Guyana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Um die Île Royale herum führen unterschiedliche Wege, die zum Teil eine wunderbare Aussicht auf die Nachbarinseln und die zerklüftete Steinküste bieten. Die Haftanstalt sowie die Wächterhäuser liegen zentral auf einem großen Platz, darum herum befinden sich eine Gendarmerie, eine Kapelle, eine Klosterschule und ein Hospital. Direkt daneben steht unübersehbar die Überwachungsstation für die Raketenstarts am Weltraumbahnhof Kourou, der nur 13 Kilometer entfernt auf dem Festland liegt. Besonders bedrückend ist der Gang durch die ehemaligen Isolierzellen, die in ihrer Form alle noch komplett erhalten sind. Auch das Gebäude erweckt weiterhin einen sehr robusten Eindruck.

Zellentrakt ehemalige Strafkolonie Ile Royale, Französisch Guyana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Zellentrakt ehemalige Strafkolonie Ile Royale, Französisch Guyana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Beeindruckende Natur und possierliche Agutis

Die Natur zaubert auf der Ile Royale die verrücktesten Gewächse hervor. Uralte Bäume sind mit Bromelien sowie großen und kleinen Farnen bewachsen, Flammenbäume stehen in voller Blüte und alles duftet nach Moosen. Im ehemaligen Regenwasserauffangbecken lebte bisher der einzige Kaiman der Insel. Dieser ist inzwischen verstorben. Interessant zu beobachten sind die possierlichen Agutis, die wie große Hasen überall auf der Insel umher laufen. Agutis sind in Mittel- und Südamerika beheimatet,  Pflanzenfresser und bei der Nahrungssuche nicht wählerisch. Sie verzehren Früchte, Nüsse, Blätter, Stängel und auch Wurzeln.

Aguti auf Ile Royale, Französisch Guyana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Aguti auf Ile Royale, Französisch Guyana. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Notwendige Routenänderung

Um 14:00 Uhr nimmt die MS Hamburg Kurs auf Scarborough, Tobago. Der Hafen von Georgetown, Guyana wird aufgrund einer deutlich verschlechterten Sicherheitslage nicht angelaufen. Ich erinnere mich an den Besuch im Jahr 2015. Der Ausflug zu den Kaieteur-Wasserfällen ist zwar ein absolutes Highlight gewesen, doch in der Hauptstadt habe ich mich seinerzeit unsicher gefühlt und auf einen individuellen Rundgang verzichtet. Die aktuelle Routenänderung scheint mir daher nicht nur die einzig vernünftige Entscheidung, sondern auch unbedingt notwendig zu sein. Ich bin erleichtert und brauche mir keine Gedanken mehr über die Gestaltung des Tages in Georgetown zu machen.

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Tag 9: 08. Februar 2018 ein Tag auf See

Auszug aus dem heutigen Tagesprogramm:

  • 08:30 Uhr: Frühsport auf dem Sonnendeck.
  • 10:00 Uhr: Vortrag über die Eroberung der Neuen Welt mit Lektor Dr. Ludger Feldmann in der Lounge.
  • 11:00 Uhr: Shuffleboard mit Anleitung auf dem Sonnendeck
  • ab 11:30 Uhr: Frühschoppen mit Freibier auf dem Pooldeck
  • 14:30 Uhr: Zeichenstunde im Palmgarten
  • 17:00 Uhr: Vortrag über Trinidad & Tobago mit Lektor Dr. Ludger Feldmann in der Lounge

Tag 10: 09. Februar 2018 Scarborough, Tobago

Nach einem erholsamen Seetag kommt am frühen Morgen die Küste der Insel Tobago in Sicht. Die MS Hamburg wird im Hafen der Inselhauptstadt Scarborough festmachen. Da Tobago bereits im Jahr 2015 im Routenplan der MS Hamburg enthalten war, werde ich  heute entsprechend keine erneute Inselrundfahrt unternehmen. Meine Planungen versprechen trotzdem einen abwechslungsreichen Tagesverlauf. Link zum Reisebericht von 2015 mit Inselrundfahrt über Tobago.

Rückkehr zum Fort King George

Da beim damaligen Besuch dicke Regenwolken über der Südküste von Tobago hingen, gibt es ein mir bisher unbekanntes Fleckchen auf der Insel, den Pigeon Point Heritage Park. Heute sind die Wetterbedingungen ideal und somit stehen meine Planungen fest. Am Vormittag besuche ich zum zweiten Mal die imposante Anlage vom Fort King George und am Nachmittag werde ich den Pigeon Point erkunden. Die Insel Tobago ist 40,7 km lang und 11,9 km breit, die höchste Erhebung ist der Pigeon Peak mit 576 m. Das Bild der Insel ist geprägt von tropischen Regenwäldern bzw. von einem flachen Südwesten und einem felsigen Norden. Die stark zerklüftete Küstenlinie ist von kleinen Buchten unterbrochen.

MS Hamburg Einlaufen Scarborough, Tobago. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
MS Hamburg Einlaufen Scarborough, Tobago. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Das im Jahr 1777 erbaute Fort hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, nannte sich zu Beginn auch Fort Castries, beherbergte einst ein Gefängnis und ein Krankenhaus. Im Jahr 1958 wurde ein Leuchtturm errichtet, 1965 entstand eine schöne Parkanlage und seit einigen Jahren gehört Fort King George zum festen Programmpunkt bei Inselrundfahrten. Eines der Gebäude auf dem sehr gepflegten Gelände beherbergt heute das Nationalmuseum. Immer wieder eröffnet sich von unterschiedlichen Stellen aus ein grandioser Blick über die Insel und den Atlantischen Ozean. Da ich heute ausreichend Zeit habe, erkunde ich das gesamte Gelände und genieße die Zeit, nachdem die Touristenbusse wieder abgefahren sind.

Blick vom Fort King George mit Leuchtturm Scarborough. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick vom Fort King George mit Leuchtturm Scarborough. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mein hoher Anspruch an einen Traumstrand

Als ich am Nachmittag in Richtung Pigeon Point starte, mit dem Bus sind es rund 40 Minuten entlang einer gut ausgebauten Straße in Richtung Süd-Osten, habe ich grundsätzlich wenig Erwartungen an diesen Strand bzw. den Nationalpark. Man hat mir zwar gesagt, dass ich wohl begeistert sein werde aber für mich muss ein perfekter Strand anspruchsvolle Kriterien erfüllen, damit er mich in seinen Bann zieht. So erwarte ich einen schmalen Strand, der von Palmen bestanden sein muss – idealer Weise sind diese zum Wasser hin leicht „geknickt“. Der Sand darf nicht grobkörnig sein, das Wasser sollte in Strandnähe flach abfallen und entsprechend türkisfarben schimmern. Es dürfen hinter dem Strand keine Hotels stehen und er sollte frei von Menschenmassen sein. Ursprünglich, unberührt und dennoch sauber muss er sich zeigen. Im Idealfall findet sich irgendwo in der Nähe noch eine Bar, was kein Widerspruch zur Unberührtheit sein muss. Solche Strände gibt es durchaus! Die Insel Cayo Largo vor Kuba erfüllt nahezu all diese Kriterien, dort fehlen aber die Palmen. Wie auch immer, oftmals entpuppen sich sogenannte Traumstrände als persönlicher Flop. Die Zufahrt zum Pigeon Point Nationalpark überzeugt mich jedenfalls noch nicht. Nach der Ankunft stehe ich vor Umkleidehäuschen, Duschen und Strandbars. Ein Holzsteg führt ins Wasser und zahlreiche Boote bringen Touristen zum vorgelagerten Buccoo Reef. Händler verkaufen typische Souvenirs und der benachbarte Parkplatz dämpft meine Begeisterung zunächst ebenso wie die Surfschule um die Ecke. Ein Paradies sieht für mich anders aus. Aber ich gebe nicht auf.

Das Paradies liegt um die Ecke

Daher verlasse ich die Bucht bzw. die Nordspitze des Nationalparks und begebe mich den Strand entlang an der Westseite in südlicher Richtung. Nachdem ich an einigen, verlassenen Häusern vorbeigelaufen bin, in denen offenbar mal Boutiquen untergebracht waren, wird es idyllischer. Und ich glaube es kaum, hinter der nächsten Ecke liegt es vor mir, das Strandparadies! Weißer, feiner Sand, auf das Wasser hinausragende Kokospalmen, keine Menschen, flaches Wasser. Unglaublich! Pigeon Point gehört zweifelsfrei zu den schönsten Stränden, die ich in der Karibik bisher entdeckt habe. Es ist Zeit für eine Auszeit im 30 Grad warmen Wasser der Karibik, direkt unter einer großen Kokospalme! Mitten im Paradies.

Palmen am Pigeon Point, Tobago. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Palmen am Pigeon Point, Tobago. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Der erste Teil dieser Kreuzfahrt neigt sich nun langsam dem Ende und am Abend nimmt die MS Hamburg Kurs auf das Etappenziel Port of Spain, Trinidad. Dort findet ein Teilpassagierwechsel statt.

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Tag 11: 10. Februar 2018 Port of Spain, Trinidad

Durch die vorangegangene, kleine Routenanpassung, erreichen wir einen Tag früher als geplant den Hafen Port of Spain auf der Insel Trinidad. Was für eine wunderbare Möglichkeit sich dadurch für alle Gäste ergibt, dazu komme ich gleich.

Die Stadt Port of Spain ist die Hauptstadt der 4.825 km² großen Insel Trinidad und zugleich Hauptstadt des Inselstaats Trinidad und Tobago. Insgesamt leben 50.700 Einwohner im Stadtgebiet. Port of Spain beherbergt den wichtigsten Hafen des Landes. Die Insel Trinidad ist die größte Insel der Kleinen Antillen, zum Festland nach Venezuela sind es nur wenige Kilometer. Trinidad und Tobago ist ein eigenständiger Staat innerhalb des britischen Commonwealth und von mehreren Gebirgsketten geprägt. Die höchste Erhebung befindet sich mit dem 941 m hohen Cerro del Aripo auf der Insel Trinidad. Beide Inseln sind, im Gegensatz zu vielen anderen Inseln der Karibik, nicht vulkanischen Ursprungs und gehörten einst zum südamerikanischen Festland.

Sonnenaufgang MS Hamburg vor Trinidad. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Sonnenaufgang MS Hamburg vor Trinidad. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Als Karnevalsmuffel beim zweitgrößten Karneval der Welt

In diesen Tagen ist auf Trinidad alles anders als sonst! Es haben die wildesten, lautesten und buntesten Tage des Jahres begonnen. Der Karneval! Nach Rio wird auf Trinidad die zweitgrößte Karnevalsparty der Welt gefeiert und steht der in Rio in nichts nach. Spaß hat dabei jeder, der bunte Kostüme, nackte Haut, Rum und harte Beats mag. Eigentlich bin ich eher ein Karnevalsmuffel, denn der Karneval in Deutschland überzeugt mich schon seit Jahren nicht mehr. Trotzdem heißt es für mich heute „abtauchen in den Karneval von Trinidad!“. Ok, bis zum Abend geht es vergleichsweise „harmlos“ zu, denn die Karnevalstage beginnen, ähnlich wie in Deutschland, mit den Umzügen der Kinder und Jugendlichen. Ok, die Bezeichnung „harmlos“ trifft nur bedingt zu, denn kaum bin ich in der Innenstadt von Port of Spain angekommen, wummern die Bässe der Musiktrucks durch die warme Luft der Stadt und bringen jede Faser im Körper zum Vibrieren.

Rund drei Stunden lang lasse ich mich mitreißen von einer sagenhaften Stimmung, bunten Kostümen und karibischen Klängen bei Temperaturen von mehr als 30 Grad unter karibischer Sonne. So macht Karneval Spaß!

Port of Spain, Trinidad Karneval Junior Parade. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Port of Spain, Trinidad Karneval Junior Parade. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Das absolute Highlight ist für mich der Platz auf einer Tribüne im Queen´s Park Savannah, genau dort wo alle Gruppen noch einmal ihr Bestes vor einer Jury geben. Am Abend ist das Spektakel noch lange nicht vorbei, ich kehre daher nur kurz auf einen kurzen „Boxenstopp“ zurück auf die MS Hamburg. Später steht ein weiterer Besuch im Queen´s Park auf dem Programm, dann treten dort die besten Steelbands der Welt zur Endausscheidung auf. Es wird früh am Morgen als ich mich von der Faszination des Karneval auf Trinidad löse. Zum Höhepunkt des Karnevals, den Paraden der Erwachsenen, werde ich bereits wieder an Bord der MS Hamburg sein und Kurs auf Grenada nehmen. Aber was spielt das schon für eine Rolle, nach diesen herrlichen Erlebnissen!

Juniorparade Karneval Trinidad von Tribüne. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Juniorparade Karneval Trinidad von Tribüne. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
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Tag 12: 11. Februar 2018 Port of Spain, Trinidad

Strandtag nach dem Karneval

Die Nacht war kurz. Nach all dem Karnevalstrubel lockt heute eine Bucht, die ich vor drei Jahren bereits besucht habe, die Maracas Bay. Diesen Plan setze ich sogleich um und entsprechend verläuft der Tag völlig unspektakulär am dortigen, feinsandigen Strand. Leider wurde die Infrastruktur in dieser einst völlig idyllischen Bucht stark ausgebaut, sodass ein Teil der Ursprünglichkeit verloren ging. Neue Strandbuden wurden zwischen den Palmen errichtet, die alten sind einem riesigen Parkplatz gewichen. Geblieben ist Uncle Sam´s Bar, in der es immer noch den legendären Haifischburger gibt, den ich mir natürlich nicht entgehen lasse. Insgesamt hat die Atmosphäre unter den Umbauten aus meiner Sicht gelitten. Schade!

Maracas Bucht, Trinidad. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Maracas Bucht, Trinidad. / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Am Abend treffen die neuen Gäste an Bord der MS Hamburg ein. Um 22:00 Uhr verlassen wir Port of Spain in Richtung Grenada. Damit beginnt mein zweiter Teil der Kreuzfahrt von Belém nach Havanna und ich schließe den „Reisebericht Teil 1“.

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Wie geht es weiter?

Im weiteren Reiseverlauf stehen wunderbare Inseln wie Barbados, St. Lucia, St. Barth, die Turks & Caicos Inseln sowie Strandparadiese auf Great Inagua Island und San Salvador auf  dem Routenplan. Einen Teil der Inseln kenne ich trotz mehrfacher Kreuzfahrten durch die Karibik noch nicht. Außerdem legt die MS Hamburg in St. Maarten und Tortola an, zwei Inseln die vom Wirbelsturm Irma im letzten Herbst fast völlig zerstört wurden. Es liegt eine spannende, zweite Etappe vor mir.

Fortsetzung in Reisebericht Teil 2

Oliver Asmussen

Oliver Asmussen

Oliver Asmussen, 1976 in Hamburg geboren und dort aufgewachsen, entdeckte seine Vorliebe zur maritimen Kreuzfahrt und Fotowelt bereits in der Jugend. Seit mehreren Jahren sind seine Bilder beliebte Motive in verschiedenen Medien. Darüber hinaus betreibt er die größte Kreuzfahrt-Bilderseite www.oceanliner-pictures.com und verbringt viele Tage im Jahr auf unterschiedlichen Kreuzfahrtschiffen.
Oliver Asmussen