Phoenix-Flottentreffen in BHV: Der große Traumschiff-Vergleich

Vier Schiffe mit reichlich TV Erfahrung. Foto: Phoenix Reisen
Vier Schiffe mit reichlich TV Erfahrung. Foto: Phoenix Reisen

Traumschiff-Vergleich

15 Jahre war die MS Deutschland das TV-Traumschiff. Letztes Jahr hat Flottenschwester MS Amadea übernommen. Wir vergleichen beide Schiffe.

Der Traumschiff-Vergleich in Bildern. Hier geht es zur großen Bildergalerie.

Die MS Deutschland ist erst seit diesem Jahr Teil der Phoenixflotte. Foto: lenthe/touristik-foto.de
Die MS Deutschland ist erst seit diesem Jahr Teil der Phoenixflotte. Foto: lenthe/touristik-foto.de

(al) 15 Jahre lang war die MS Deutschland das ZDF-Traumschiff und bereiste für die TV-Serie die paradiesischen Ecken unserer Welt. Von 1999 bis ins Jahr 2015 entstanden auf der MS Deutschland 40 Folgen des Weihnachtsklassikers. Ganze Familien gingen in den Wintermonaten an den TV-Schirmen mit dem Schiff auf ihre Reisen und erlebten dabei spannende Dramen, Liebesgeschichten, hinterhältige Intrigen und immer viel Sonne. Ende 2014 ging die Betriebsgesellschaft der MS Deutschland in die Insolvenz, die Fernsehkarriere des Schiffes endete abrupt. Das Kreuzfahrtschiff wurde an einen amerikanischen Veranstalter verkauft und verdient während der Wintermonate als schwimmendes Universitätsschiff ihr Geld. Seit einer Modernisierung und einem längeren Werftaufenthalt Anfang 2016 geht die MS Deutschland nun in den kommenden Sommersaisonen für das Bonner Kreuzfahrtunternehmen Phönix Reisen auf große Fahrt.

Seit 2015 ist die MS Amadea das neue ZDF Traumschiff. Foto: lenthe/touristik-foto.de
Seit 2015 ist die MS Amadea das neue ZDF Traumschiff. Foto: lenthe/touristik-foto.de

Neues Traumschiff seit 2015

Seit 2015 dreht das Zweite Deutsche Fernsehen nun auf der MS Amadea die ebenfalls zur Hochseeflotte von Phoenix Reisen gehört. In zwei Folgen, zu Weihnachten 2015 und Neujahr 2016, konnten die Zuschauer bereits das würdige Nachfolgeschiff als Kulisse der Erfolgsserie bestaunen. Im kommenden Jahr wird wieder auf der Amadea gedreht und wer mag kann gerne dabei sein. Während der Weltreise 2016/2017 mit der MS Amadea werden wieder

bekannte Schauspieler und ein Produktionsteam an Bord sein, um neue Folgen der beliebten ZDF-Reihe „Das Traumschiff“ zu drehen. Gedreht wird während der Reise auf Teilabschnitten vom 14.01. – 31.01.2017 und vom 31.01.-01.03.2017. Die Route der Amadea führt während dieser Zeit von Mauritius entlang der südafrikanischen Küste über den Atlantik nach Brasilien und südwärts bis Feuerland.

Doch was unterscheidet die beiden Schiffe? Klar, für beide Schiffe gibt es Liebhaber. Von außen ähnelt das neue Traumschiff der MS Deutschland, dem ehemaligen ZDF-Fernsehschiff des ZDF. Die Amadea ist aber größer, schneller und unterscheidet sich in vielen Details.

Die Größe:

Die MS Amadea hat eine Länge von 193 Metern und eine Breite von 25 Metern und ist etwas größer als ihr Vorgängerschiff. Sie hat eine Höhe von 38,40 Metern und einen Tiefgang von 7,5 Metern. Die MS Deutschland misst lediglich 175,3 Meter und eine Breite von 23 Metern. Sie verfügt über 293 Kabinen und Suiten für maximal 550 Passagiere auf insgesamt 10 Decks. Die MS Amadea besitzt nur acht Decks, fasst aber bis zu 600 Passagiere in 317 Kabinen und Suiten. Übrigens, obwohl die Amadea über mehr Kabinen verfügt, musste die Traumschiff-Crew zusammenrücken. Laut Medienberichten sollen für die Dreharbeiten nur noch 30 Kabinen zur Verfügung stehen. Auf der MS Deutschland waren es zehn Kabinen mehr.

Die Geschwindigkeit:

Die MS Deutschland erreicht mit ihren Dieselmotoren eine Leistung von 16.752 PS (12.320 kW) und eine Höchstgeschwindigkeit von 19 Knoten (ca. 35 km/h). Die MS Amadea hat deutlich stärkere Maschinen. Sie bringt es auf 23.540 PS (17.314 kW), ist aber in der Höchstgeschwindigkeit nur unwesentlich schneller, sie fährt in der Spitze 21 Knoten (ca. 40 Stundenkilometer). Die Reisegeschwindigkeit bei beiden Schiffen ist in der Regel 15-18 Knoten.

Das Alter:

Die MS Amadea ist sieben Jahre älter als ihr TV-Vorgänger. Sie lief im April 1991 in Japan als Asuka vom Stapel. Die Indienststellung erfolgte im Dezember 1991. Sie wurde 2006 von Phoenix übernommen und nahezu komplett umgebaut und renoviert. Danach fanden regelmäßige Renovierungen statt. Für ihren vorerst letzten Werftaufenthalt kam die Amadea im Mai 2016 nach Hamburg und wurde bei Blohm und Voss renoviert. Einige Kabinen wurden überarbeitet und auch die beiden Royal Suiten erstrahlen im modernen Glanz. Zudem wurden fast alle Badewannen gegen Duschbäder ersetzt. Die Kopernikusbar und das Restaurant Vier Jahreszeiten wurden neugestaltet. Neu ist auch ein Golf-Green samt Abschlagsplattform auf dem Außendeck.

Die MS Deutschland lief im Januar 1998 auf der Howaldtswerke-Deutsche-Werft in Kiel vom Stapel. Im Mai 1998 wurde das Schiff an die damalige Reederei Peter Deilmann übergeben, nach dem das Schiff vom ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker getauft wurde. Von 1999 bis 2014 war die Deutschland als Traumschiff im Einsatz. Während der Olympischen Spiele von London 2012 lag das Schiff als Hotelschiff am Austragungsort und brachte im Anschluss der Sommerspiele die deutschen Sportler unter großem Jubel tausender Menschen zurück nach Hamburg.

Die Ausstattung:

Eine Suite mit französichem Balkon auf der Deutschland Foto: lenthe/touristik-foto.de
Eine Suite mit französichem Balkon auf der Deutschland Foto: lenthe/touristik-foto.de

Die luxuriösesten Suiten auf der MS Deutschland verfügen über eine Grundfläche von 45 Quadratmeter und sind mit einem Balkon oder einem französischen Balkon ausgestattet. Die Royal-Balkon-Suiten der MS Amadea sind mit etwa 70 Quadratmetern deutlich geräumiger. Die günstigeren Innenkabinen (nur Deutschland) und die „normalen“ Außenkabinen sind auf dem neuen Traumschiff etwa zwei bis drei Quadratmeter größer.

Übrigens, die MS Amadea hat ausschließlich Außenkabinen, während es auf der MS Deutschland auch Innenkabinen gibt. Bei ihrem letzten Werftaufenthalt im Frühjahr 2016 in Cadiz, wurde die MS Deutschland dezent, aber kräftig renoviert. Der Charme des Schiffes blieb so erhalten, außerdem hat sie den für Phoenix Reisen typischen türkisen Farbanstrich erhalten. Die bedeutendste Neuerung war allerdings der Einbau französischer Kabinenbalkone auf den Decks 7 und 8.

Beide Schiffe verfügen über eine exzellente Küche und über einen tollen Service. Die Amadea verfügt über zwei gleichwertige Restaurants, dem Vier Jahreszeiten und dem Amadea Restaurant mit 650 Plätzen. Die Deutschland hat neben dem Vier Jahreszeiten, dem Restaurant Berlin auch noch das Lido Restaurant. Allerdings verfügt die Amadea über sieben Bars und damit fünf mehr als ihr Vorgänger.

Die Poolbereiche sind bei beiden Schiffen nicht besonders groß, aber gemütlich. Während der Pool der MS Deutschland etwas größer ist und fast wie eine gemütliche Grotte wirkt, lädt auf dem neuen Traumschiff ein Whirlpool und ein kleiner Außenpool im Heck dazu ein in die Ferne zu blicken und den Sonnenuntergang zu genießen.

Sowohl die Amadea, als auch die Deutschland verfügen über ein modern ausgestattetes Fitnessstudio und eine Sauna, auch das Spa-Angebot ist auf beiden Schiffen umfangreich gestaltet. Die Deutschland bietet zusätzlich einen Indoorpool auf dem Kur-Deck.

Die Routen:

Die Amadea tritt heute eine Reise auf der Postschiffroute entlang der Westroute Norwegens an. Es folgen in dieser Saison noch einige Reisen nach Grönland und Island, sowie an die britische Küste, bevor das Schiff dann im Oktober den großen Teich überquert und vor der Ostküste der USA und Kanada kreuzt. Im November 2016 kommt das Schiff dann zurück nach Europa und absolviert dort einige Reisen, bevor sie von Dezember bis Mai 2017 zu ihrer großen Winterreise startet. Angelaufen werden u.a. Nizza, Sharm-el-Sheikh, Victoria, Port Elizabeth, Kapstadt, Rio de Janeiro, Buenos Aires, New Orleans, New York, Hamburg. Danach wird das Schiff die Sommersaison im Nordatlantik und der Ostsee verbringen.

Die MS Deutschland wird Ende September zunächst zurück nach Amerika fahren und dort ihren Dienst als Universitätsschiff für „Semester at Sea“ aufnehmen. In der kommenden Saison wird sie zurückkehren und dann ebenfalls das Nordmeer, die Ostsee und die Fjorde Norwegens befahren.

Fazit:

Plüschiges und goldiges: Innerhalb der MS Deutschland glänzt es immernoch. Foto: lenthe/touristik-foto.de
Plüschiges und goldiges: Innerhalb der MS Deutschland glänzt es immer noch. Foto: lenthe/touristik-foto.de

Es ist schön, dass die MS Deutschland dem deutschen Kreuzfahrtmarkt erhalten blieb und sich zumindest im Sommer immer noch sehr großer Beliebtheit erfreut. Die neuen Balkone kommen bei den Gästen gut an. Allerdings sind der plüschige Luxus und die dunkel vertäfelten Innenbereiche des Schiffes nicht mehr zeitgemäß. Mittelfristig wird man nicht umhinkommen, das Schiff einer Komplettmodernisierung zu unterziehen.

Die Amadea ist ein würdiges TV-Traumschiff, davon konnten sich die Zuschauer an den Flimmerkisten bereits überzeugen. Innen und außen ist sie deutlich moderner ausgestattet, als ihr Vorgänger. Beide finden zurecht ihren Platz in der Phoenix-Flotte und haben ihre eigene Fangemeinde.

Andre Lenthe

Andre Lenthe

André wurde 1976 in Hamburg geboren. Nach seinem Volontariat bei Gruner + Jahr, arbeitete er bis 2009 in der Bildredaktion der touristischen Fachzeitschrift fvw. Danach machte er sich mit der Fotoagentur touristik-foto selbstständig und ist über sein berufliches Engagement zu einem begeisterten Kreuzfahrer geworden.
Andre Lenthe

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen