Mein Schiff – meine Reise! Reisebericht von der Mein Schiff 6

Kapitän Kjell Holm auf der Brücke. Foto: lenthe/touristik-foto.de
Kapitän Kjell Holm auf der Brücke. Foto: lenthe/touristik-foto.de

Viel Vorfreude, viel Dänemark und ganz viel Mein Schiff 6

Mit großer Spannung war die Mein Schiff 6 erwartet worden. Nun haben wir uns als erster Kreuzfahrtblog auf der Vorfreudenfahrt 1 eingebucht und als ganz normale Gäste das Schiff auf Herz und Nieren geprüft. Vier Tage ging es für CruiseStart ab Kiel an Bord des Neubaus und wir sind begeistert. Unser Erster, von insgesamt zwei Teilen ist fertig.

Von Kiel…

Im Ostseehafen Kiel ging es für uns am vergangenen Dienstag an Bord. Die Anfahrt über eine katastrophale Autobahn 7 war eher stressig, um so schlimmer und stauträchtig wirkte sich ein LKW-Unfall aus. Nächstes mal nehmen wir die Bahn. Aber erst um 15 Uhr war Check-in und hier lief alles problemlos. Freundliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwarteten uns an ihren Countern. Die Abläufe beim Einchecken waren erstaunlich routiniert und so ging es schnell auf die Kabine. Wir haben eine Balkonkabine gebucht und diese unterschiedet nur wenig von den Vorgängerschiffen. Es war ein bisschen wie nach Hause kommen.

Erste Eindrücke

Auf geht es zum ersten Schiffsrundgang. Zunächst schauen wir uns in der Diamantbar sowie der Großen Freiheit um und natürlich die neugestaltete Schau Bar auf Deck 5. Während in der Diamantbar und der Großen Freiheit alles wie gewohnt ist, hat sich in der Schau Bar einiges verändert. Dezent, aber geschmackvoll ist die Gestaltung des Jazzclubs gelungen. Weiter geht es auf dem Neuen Wall, dessen Geschäfte und die Fotogalerie zu diesem frühen Zeitpunkt im Hafen natürlich noch geschlossen sind. Hier wird auf dem ersten Blick eins klar: Am Raumkonzept wurde viel getüftelt. Es gibt nun Ruhezonen mit Sesseln, in dem Frauen ihre gestressten Männer bei der Shoppingtour parken können und es gibt einen Kaffeeautomaten, der zusätzlich zum längeren verweilen in diesem Bereich einlädt.

Direkt im Anschluss fand die obligatorische Seenotübung statt. Unsere Musterstation war das Tag & Nacht Bistro, ebenfalls auf Deck 5. Nachdem die Bordkarten eingescannt waren, konnten wir uns gemütlich in das Bistro setzen und einem 11-minütigen Sicherheitsfilm anschauen. Der ist neu und wurde aufwändig illustriert. Mir persönlich hat ein wenig die Ernsthaftigkeit der Übung gefehlt. Auch wenn die Übungen meistens nervig sind, gehören sie doch dazu und sind im Zweifel lebenswichtig. Hier wurde unter den Passagieren gequatscht und dem Film höchstens einem halben Ohr Beachtung geschenkt. Das Anlegen der Rettungswesten konnten wir von unserem Platz nicht sehen und selbst eine in die Hand nehmen oder mal anziehen mussten wir auch nicht.

Bildergalerie

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Willkommen in Århus. Hinten das Veranstaltungszentrum Dock 1. Foto:lenthe/touristik-foto.de

Endlich geht es los

Um 19 Uhr hieß es dann endlich „Leinen los“. Zunächst versammelten sich die Passagiere auf dem Sonnendeck, um das Auslaufen aus dem Hafen bei der Flottenhymne „Die große Freiheit“ zu genießen. Der Regen hatte sich rechtzeitig verzogen und kurze Zeit später stellten sich auch schon die Offiziere beim Empfang „Willkommen an Bord“ auf der Bühne am Pooldeck vor. Cruise Director Stephan Zimmermann führte mit seinen stimmungsvollen Sprüchen kurzweilig durchs Programm. Hier wurde aber deutlich, dass die Mein Schiff 6 eigentlich für sommerliche Gefilde gebaut wurde. Kurz vor der Präsentation der Besatzung rauschte der gesammelte Regen vom Nachmittag in Wasserfällen von den Sonnensegeln auf die Bühne. Glück gehabt, dass die Show noch nicht begonnen hatte.

Abendessen waren wir im Buffetrestaurant Ankelmannplatz, dass auch auf der Mein Schiff 6 mit der von TUI Cruises gewohnten Qualität aufwartete. Nun mussten wir uns sputen um die neue Hologramm-Show mit Rolando Villazon mitzuerleben und es war einfach fantastisch. Da das Meeresleuchten – Die Lichtershow am Pool, leider aufgrund des herangezogenen dichten Nebels ausfiel, nahmen wir noch einen letzten Drink in der Überschau Bar und fielen danach hundemüde in unser gemütliches Bett.

… nach Århus…

Heute hieß es früh aufstehen. Denn bereits um 8 Uhr sollte die Mein Schiff 6 erstmals im Hafen von Århus anlegen. Bereits eine Stunde früher nahmen wir den Hafenlotsen an Bord. Bei immer noch dichtem Nebel meisterte Kapitän Kjell Holm die komplizierte Hafeneinfahrt meisterlich. Vor uns lag die neue Hafencity der pulsierenden und stark wachsenden Stadt, auch wenn sie bis zum Abend durch die tiefhängenden Wolken nur schemenhaft zu erkennen war.

Doch zunächst hatte Kjell Holm die Pressevertreter und auch mich zu einem Besuch der Brücke eingeladen. Nach einem simulierten Schiffsbrand und dem damit verbundenen Sicherheitstraining für die Crew, ging es um 12 Uhr für uns in die Komandozentrale des Schiffes. Vollgestopft mit jeder Menge technischem Equipment zeigte uns Kapitän Holm das wichtigste Instrument der vergangenen Nacht: das Radar.

„Wenn die Gesundheit mitspielt werde ich auch noch die neue Mein Schiff 1 überführen, mit 70 Jahren möchte ich dann aber nicht mehr auf der Brücke stehen“, so der wie immer gut gelaunte Kapitän. Der alte Seemann hat alle sechs Schiffe in den Dienst der TUI Flotte gestellt.

Jetzt aber runter von Bord und die Stadt Århus erkunden. Fast jeder 5. Mensch auf den Straßen der quirligen Stadt ist Student. Die zweitgrößte Stadt Dänemarks ist in diesem Jahr europäische Kulturhauptstadt und kulturell hat die Stadt, deren alter Name „Aros“ ist, einiges zu bieten. Nicht nur das Regenbogenpanorama „ARoS“ über den Dächern der Hafenstadt, dass seinen Namen auch deshalb trägt, weil das lateinische Wort für Kunst „ars“ lautet. Das Kunstmuseum „ARoS“ ist eines der größten in ganz Europa und hält für Besucher Werke bedeutender nationaler und internationaler Künstler bereit. Ein ausführliches Stadtporträt folgt übrigens in einem gesonderten Artikel.

Mit Marschmusik zurück auf das Schiff

Zurück am Schiff stehen auch schon die Musikanten der Marching Band „Den Jyske Pigegarde“ bereit und spielen der Mein Schiff 6 ein Ständchen zum Abschied. Auch Johannes aus Ratzeburg, ein Passagier der Mein Schiff 6, freute sich über das musikalische Geschenk und stieg als Drum Major spontan bei der Marching Band ein.

Um 19 Uhr machten legten wir ab und uns verschlug es heute in das Tag & Nacht – Bistro. Hier gibt es etwas für den schnellen Hunger, gegenüber in der Osteria lecker Pizza. Mir ist heute nach leckerer Currywurst mit Pommes und meine Begleitung probierte den leckeren Burger mit Galloway Beef.

Beim Bingo in der Lumas Bar gingen wir am Abend leider leer aus. Ein Cocktail aus dem Premium – Alles inklusive Sortiment sorgte aber für die nötige Heiterkeit, um direkt im Anschluss die Premiere des Taufstückes „Wellenreiter“ mitzuverfolgen. Und was soll ich sagen, die Story ist zwar etwas lahm, aber die Kostüme sind überwältigend und das Stück, exklusiv für die Mein Schiff 6 geschrieben, wird seine Liebhaber finden.

Deutlich unterhaltsamer ging es zur gleichen Zeit im Studio zu. Dort las Schauspieler Tobias Roloff Auszüge aus dem Kreuzfahrtklassiker „Innenkabine mit Balkon“. Der Bestseller von Michael Tasche hält allerhand Anekdoten aus dem Kreuzfahreralttag bereit, die selbst die erfahrensten Kreuzfahrer noch zum Lachen bringen.

Ein kurzen Absacker genossen wir dann noch in der Schau Bar, wo die Bordband Red Bandits aufspielte. Doch wo wir Jazz erwarteten steckte nur Schlager drin, zu dem lag die Sängerin beim Ton zu oft deutlich daneben. So zog es uns zurück in unsere Kabine.

Weiter geht es mit Teil 2

Andre Lenthe

Andre Lenthe

André wurde 1976 in Hamburg geboren. Nach seinem Volontariat bei Gruner + Jahr, arbeitete er bis 2009 in der Bildredaktion der touristischen Fachzeitschrift fvw. Danach machte er sich mit der Fotoagentur touristik-foto selbstständig und ist über sein berufliches Engagement zu einem begeisterten Kreuzfahrer geworden.
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