Reisebericht Teil 1: Kreuzfahrt nach Dänemark, Schweden, Norwegen mit der Ocean Majesty

Ocean Majesty am Liegeplatz vor Festung Akershus in Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Ocean Majesty am Liegeplatz vor Festung Akershus in Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mit dem Kreuzfahrtklassiker MS Ocean Majesty auf einer außergewöhnlichen Kreuzfahrt- Route.

Im ersten Teil meines Reiseberichts besuche ich mit dem Kreuzfahrtklassiker Ocean Majesty von Hansa Touristik erst die Hauptstadt Dänemarks, dann die zweitgrößte Stadt Schwedens und nehme schließlich Kurs auf die Hauptstadt Norwegens.  

Neue Kreuzfahrtroute

Die die 136m lange und 10.417 BRZ große Ocean Majesty unternimmt bereits im sechsten Jahr in Folge in den Sommermonaten Kreuzfahrten für das Stuttgarter Familienunternehmen Hansa Touristik. Dort investiert man nicht nur jährlich eine große Summe Geld in den Erhalt dieses schönen Schiffes (<<Renovierungen 2018>>), sondern tüftelt auch stetig an neuen Kreuzfahrtrouten, die von anderen Kreuzfahrtschiffen so noch nicht gefahren werden. Eine dieser Kreuzfahrtrouten beginnt kurz nach der traditionellen Kreuzfahrt rund um Westeuropa in der Ostseemetropole Kiel. 

Kreuzfahrtklassiker MS Ocean Majesty unterwegs für Hansa Touristik / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Kreuzfahrtklassiker MS Ocean Majesty unterwegs für Hansa Touristik / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Tag 1: 02. Juni 2018 Kiel, Deutschland

Ein warmer Wind weht an diesem 02. Juni durch die Straßen von Kiel, als ich an Bord der Ocean Majesty gehe,  die am frühen Morgen den Norwegenkai zum Passagierwechsel angesteuert hat. Seit Wochen schon hat es kaum geregnet, heute soll im Tagesverlauf das Gewitterrisiko steigen. Der Empfang an Bord ist wie immer sehr herzlich, auf alle Gäste wartet im Lido Garten eine erste Mahlzeit.

Die ersten Stunden an Bord

Ich richte mich in meiner Kabine ein und genieße den Sonnenschein auf dem Lidodeck bei einem kühlen Cocktail von der Bar. Kurz vor der Abfahrt legt sich zwar ein Wolkenschleier vor die Sonne, es bleibt aber trocken und mit 26 Grad auch sehr warm. Um 17:30 Uhr heißt es zunächst „Seenotrettungsübung in der Majestic Lounge“, bevor pünktlich um 18:00 Uhr die Leinen in das Fördewasser fallen und die Ocean Majesty langsam Fahrt aufnimmt in Richtung Ostsee. Vorbei geht es am Leuchtturm Friedrichort und am Marine-Ehrenmal in Laboe. Kurzzeitig sind in der Ferne die Schleusen vom Nord-Ostsee-Kanal in Kiel Holtenau zu erkennen.

Ocean Majesty passiert Marine-Ehrenmal in Laboe / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Ocean Majesty passiert Marine-Ehrenmal in Laboe / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Der Kapitän an Bord ist natürlich, ganz traditionell, der erfahrene Stammkapitän Giannis Papangelis. Er steuert „sein Schiff“ seit vielen Jahren schon sicher zu den schönsten Häfen in Europa. Das erste Ziel dieser Kreuzfahrt wird bereits morgen Früh erreicht, es ist das 155 Seemeilen entfernte Kopenhagen.

Die angekündigten Gewitter erreichen die Ocean Majesty nicht mehr. Der Himmel klart schnell auf, die See ist ruhig und nur ein ganz leichter Wind ist an diesem herrlichen Juniabend im Gesicht zu spüren. Schöner kann eine Kreuzfahrt nicht beginnen!

Ocean Majesty am Abend auf See in Richtung Kopenhagen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Ocean Majesty am Abend auf See in Richtung Kopenhagen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
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Tag 2: 03. Juni 2018 Kopenhagen, Dänemark

Mein Tag beginnt früh. Um 05:00 Uhr gibt es zum Glück schon einen Kaffee oben auf dem Lidodeck. Nur der Fahrtwind ist an Deck zu spüren, die See ist spiegelglatt und das Thermometer zeigt bereits 20 Grad. Auf der Steuerbordseite ist die Öresundbrücke zu erkennen, Backbord ein großer Windpark. Keiner der Rotoren bewegt sich. Wie auch, ohne Wind!? Dieser zweite Tag der Kreuzfahrt beginnt so wunderbar wie der erste endete.

Ocean Majesty Heck mit Öresundbrücke / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Ocean Majesty Heck mit Öresundbrücke / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Liegeplatz direkt in der City

Die Ocean Majesty fährt vorbei am Oceankaj Terminal, an dem heute Früh schon zwei Megaliner festgemacht haben. Große Kreuzfahrtschiffe machen inzwischen alle an einem der außerhalb von Kopenhagen gelegenen Terminals fest.

Um 07:30 Uhr sind dann auch die Leinen der Ocean Majesty fest verzurrt. Und zwar direkt am traditionellen Liegeplatz an der Langelinie. Die Geschichte  der Langelinie beginnt bereits im Jahr 1819, als sie noch militärisch genutzt wurde. Im Jahr 1848 wurde sie für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Kleine Meerjungfrau

Später wurde die Langelinie um einen Park sowie die Promenade ergänzt, an der seit 1913 die heute weltbekannte Skulptur Kleine Meerjungfrau Millionen von Besuchern begeistert. Die Kleine Meerjungfrau ist eine Kopie des Original Entwurfs des Kopenhagener Bildhauers Edvard Eriksen. Das  Original der 1,25m hohen Meerjungfrau wird von den Nachfahren Eriksens an einem unbekannten Ort aufbewahrt. Trotz ihrer geringen Größe von 1,25m bringt die Bronzeskulptur stolze 175kg auf die Waage und zählt zu den kleinsten Wahrzeichen der Welt. Die Kleine Meerjungfrau wurde im Laufe der Jahre immer wieder Opfer von Vandalismus. So wurden ihr bereits zwei Mal der Kopf und einmal der rechte Arm abgesägt, bevor man sie danach komplett vom Felsen stürzte. Zuletzt ist die Kleine Meerjungfrau im Frühjahr 2017 gleich zweimal Opfer von Farbanschlägen geworden.

Kleine Meerjungfrau an der Promenade in Kopenhagen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Kleine Meerjungfrau an der Promenade in Kopenhagen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mein erster Stadtrundgang des Tages führt mich nicht nur zur Kleinen Meerjungfrau, sondern auch zum Schloss Amalienborg, ein Palastkomplex im Rokokostil aus dem 18. Jahrhundert und Stadtresidenz der dänischen Königin Margarete II. Täglich um 12:00 Uhr findet die Wachablösung der Garden vor dem Schloss statt.

Garde vor Schloss Amalienborg Kopenhagen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Garde vor Schloss Amalienborg Kopenhagen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Rekordtemperaturen in Kopenhagen

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört der 1673 fertiggestellte Kanal Nyhavn. Die farbenfrohen Giebelhäuser aus dem 18. Und 19. Jahrhundert stellen nicht nur einen markanten Anziehungspunkt dar, sondern leuchten an Tagen wie heute besonders schön im Sonnenschein. Zu beiden Seiten des Kanals, in dem historische Segelschiffe und Fischerboote festgemacht haben, reihen sich zahlreiche Restaurants, Bierlokale, Tavernen und Cafés. Die Außenplätze sind bei den derzeitigen Temperaturen begehrt. Das Thermometer an einem nahe gelegenen Supermarkt zeigt 31 Grad im Schatten. In den Medien wird davon gesprochen, dass es der bislang heißeste Tag in Kopenhagen wird und die Höchsttemperatur sogar den langjährigen Rekord von über 32 Grad brechen könnte.   

Nyhavn Kopenhagen mit Fischerbooten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Nyhavn Kopenhagen mit Fischerbooten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Ich schaue mir nun die Frederiks Kirche sowie die Straßen rund um die Holmens Kirche an. Die Atmosphäre im frühsommerlichen Kopenhagen ist mitreißend schön. So habe ich diese Stadt bisher noch nicht erlebt. Es ist mein fünfter Besuch in Dänemarks Hauptstadt. Nach einer kleinen Mittagspause auf der Ocean Majesty zieht es mich am Nachmittag erneut in die Straßen der City.

Alle Straßencafés belegt, Rekordtemperatur knapp verfehlt

Die Straßencafés sind bis auf den letzten Platz belegt und die Kapazitäten auf den Rundfahrtbooten völlig erschöpft. Es werden Sondertouren bis weit nach Geschäftsschluss gefahren. Das Wasserbecken der Fontäne am Amaliehaven ist nun eine Quelle der Abkühlung und der große Ofelia Plads schaut an diesem Tag eher aus wie eine öffentliche Badeanstalt. Die Rekordtemperatur von über 32 Grad wird am Ende des Tages zwar knapp verfehlt aber mit 31,6 Grad ist dieser 03. Juni trotzdem einer der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Sommerwetter in Kopenhagen am Ofelia Plads / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Sommerwetter in Kopenhagen am Ofelia Plads / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Besonders lange Liegezeit

Ich habe die Stadt während meiner letzten Aufenthalte nur bei durchwachsenem Wetter erlebt, so dass meine Eindrücke heute vermutlich lange in Erinnerung bleiben werden. Die Ocean Majesty liegt bis 23:00 Uhr in Kopenhagen. Perfekt für einen entspannenden Abendbummel entlang vom Nyhavn. Die anderen Kreuzfahrtschiffe haben längst abgelegt und nach 20:00 Uhr kehrt eine gewisse Ruhe entlang der Langelinie ein. Die Sonne geht erst um 22:30 Uhr unter.

Noch ein letzter Blick auf die Kleine Meerjungfrau, dann heißt es Abschied nehmen vom mediterranen Flair in Dänemarks Hauptstadt. Ich lasse den Tag auf dem Lido-Deck ausklingen. Um 23.00 Uhr heißt es „Leinen los in Richtung Göteborg!“ Bis dorthin sind es 151 Seemeilen.

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Tag 3: 04. Juni 2018 Göteborg, Schweden

Um 08:00 Uhr nähert sich die Ocean Majesty der Küste Schwedens. Malerisch liegen kleine Inseln vor uns, die in mehreren Bögen umfahren werden. Kleine, weiße Wolken zieren den blauen Morgenhimmel über der zweitgrößten Stadt Schwedens. Es kommt die Älvsborgsbron in Sicht, eine 933m lange Hängebrücke, deren beiden Pylone jeweils 107m hoch sind. Die Durchfahrtshöhe von maximal 45m stellt für die meisten Kreuzfahrtschiffe ein Hindernis dar, so dass ein Großteil an einem der Liegeplätze im Industriehafen festmachen muss. Die kleineren Kreuzfahrtschiffe fahren unter der Älvsborgsbron hindurch und machen am America Cruise Terminal fest. Bei den Amerikakajen handelt es sich um vollständig renovierte Hafengebäude, denen als neues Kreuzfahrtterminal ein zweites Leben bevorsteht.

Aelvsborgsbridge Göteborg Ocean Majesty / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Aelvsborgsbridge Göteborg Ocean Majesty / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Der Botanische Garten und das Palmenhaus

Nachdem mich der Shuttlebus vom Kreuzfahrtterminal in die City von Göteborg gebracht hat, laufe ich zunächst durch den wunderschön angelegten Botanischen Garten. Göteborgs Botanischer Garten ist mit 175 Hektar Fläche einer der größten seiner Art in Europa. Der Baumbestand im Botanischen Garten ist sehr alt, insgesamt werden etwa 20.000 Pflanzenarten im Freien oder in den Gewächshäusern gezüchtet. Zu den populärsten Teilen der Anlage gehört der Steingarten mit 5.000 Pflanzenarten und das Rhododendron-Tal mit rund 80 verschiedenen Rhododendron-Sorten. Sofort ins Auge fällt darüber hinaus das 1000m² große, viktorianische Palmenhaus, dass Palmen aller fünf Kontinente beherbergt.

Göteborg Palmenhaus und Botanischer Garten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Göteborg Palmenhaus und Botanischer Garten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Kunst, Konzerte und Delikatessen aus aller Welt am Kungstorget

Nach der ausgiebigen Parkwanderung laufe ich vorbei am Stora Teatern, auch Grand Theater genannt. Das Stora Teatern wurde 1859 eröffnet und trägt seit 1880 den heutigen Namen. Seit 1994 werden alle Opern- und Theateraufführungen im neu erbauten Opernhaus am Hafen dargeboten. Das Stora Teatern wird derzeit als Konzert- und Party-Location genutzt. Außerdem stehen einige Konferenzräume zur Verfügung. Im Keller befindet sich ein Restaurant. Es lohnt ein Abstecher auf den gegenüberliegenden Kungstorget. Dabei handelt es sich um einen Platz im Zentrum von Göteborg. Auf dem Kungstorget sind nicht nur zahlreiche Marktstände mit Lebensmitteln aufgebaut, auch eine größere Auswahl an Kleinkunst ist hier zu finden. Rund um das Areal zwischen Botanischer Garten, Stora Teatern und Kungstorget schlängelt sich ein Kanal, an dessen Ufern sich viele Wiesen und Sitzgelegenheiten befinden. Am Nachmittag füllen sich diese zusehends. Mit 28 Grad ist der Tag geringfügig kühler als der gestrige in Kopenhagen. Mir reicht diese Temperatur absolut. Der Kungstorget ist seit dem Bau im Jahr 1847 ein Markplatz. Seit 1889 steht in der Mitte des Platzes die Stora Saluhallen, eine Markthalle, in der es Delikatessen aus aller Welt zu kaufen gibt.

Stora Saluhallen am Kungstorget in Göteborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Stora Saluhallen am Kungstorget in Göteborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Haga, der charmanteste Stadtteil von Göteborg

Nicht entgehen lassen sollte man sich im Rahmen eines Aufenthalts in Göteborg den Besuch im Stadtteil Haga, dem wohl charmantesten der Stadt. Lange Zeit hatte der Stadtteil Haga einen schlechten Ruf als Arbeiterviertel, heute ist es ein beliebtes Szeneviertel – nicht nur für Touristen. Die Einheimischen bezeichnen diesen Stadtteil als eigentliche Altstadt von Göteborg. Haga ist bekannt für seine zahlreichen Cafés und malerischen Holzhäuser im Stil des 19. Jahrhunderts.

Stadtteil Haga Göteborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Stadtteil Haga Göteborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Keine Rundumsicht mehr

Im Stadtteil Haga thront im wahrsten Sinne des Wortes die Festungsanlage Skansen Kronan über den historischen Gebäuden der Altstadt. Genau genommen ist von der einst großen Festungsanlage heute nur noch der achteckige Turm erhalten. Die einstige Festung war nie umkämpft, da Göteborg lange Zeit als sicherste Stadt in Nordeuropa galt. Zeitweise diente das Gebäude als Gefängnis und Militärmuseum, aktuell ist dort ein Restaurant untergebracht. Die Aussicht vom Hügel auf dem sich Skansen Kronan befindet, war vor einigen Jahren noch hervorragend. Die Stadt Göteborg lag dem Betrachter zu Füßen. Das ist natürlich immer noch so, doch der üppige Baumbestand hat eine Höhe erreicht, die einen Großteil des Panoramablicks nimmt.  

Ausblick von der Skansen Kronan Festung in Göteborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Ausblick von der Skansen Kronan Festung in Göteborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Nachdem ich die Treppen des Festungsbergs wieder hinabgestiegen bin, laufe ich in Richtung Kungsparken, halte mich am Kanal links und werfe einen Blick in den Hallenfischmarkt Feskekôrka. Den Namen trägt dieser Fischmarkt, da das Gebäude große Ähnlichkeit mit einer neugotischen Kirche hat.

Feskekörka Hallenfischmarkt in Göteborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Feskekörka Hallenfischmarkt in Göteborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Da etwas Zeit bis zum Auslaufen der Ocean Majesty verbleibt, entschließe ich mich zu einem Spaziergang entlang des Hafens. Hier befinden sich das 1994 eröffneten Opernhaus von Göteborg, der Großsegler Barken Viking (Baujahr 1907, heute ein Hotel) und die schön angelegte Promenade.

Auf Wiedersehen Göteborg

Um 18:30 Uhr lässt Giannis Papangelis die Leinen einholen. Da die Ocean Majesty zum ersten Mal in Göteborg festgemacht hat, wird das Schiff von einer örtlichen Musikkapelle verabschiedet.

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Der Tag endet mit der vollen Anzahl an Sonnenstunden und an dieser unglaublichen Wetterlage soll sich vorerst auch nichts ändern. Die perfekten Bedingungen, um morgen Früh die etwa 4-stündige Fahrt durch den Oslofjord an Deck zu genießen. Die Entfernung von Göteborg nach Oslo beträgt 150 Seemeilen.

Tag 4: 05. Juni 2018 Oslo, Norwegen

Um 04:00 Uhr stehe ich auf dem Lidodeck, der Lotse ist gerade an Bord gekommen und die ersten Sonnenstrahlen werfen ein diffuses Licht auf die noch etwas entfernt liegende Küste Norwegens. Wenig später fährt die Ocean Majesty in den Oslofjord ein. Der Oslofjord ist einer der größten Fjorde Norwegens, 118km lang und bis zu 300m tief.

Immer enger wird der Fjord, immer näher scheinen die bunten Holzhäuser auf den Inseln der Ocean Majesty zu kommen. Um 07:30 Uhr entdecke ich die Stadt Oslo in der Ferne. In einer letzten Rechtskurve an der Insel Lindøya vorbei steuert die Ocean Majesty wenig später auf den Liegeplatz unterhalb der Festung Akershus zu.

Die Stadt Oslo und Festung Akershus

Die Geschichte von Oslo geht bis in das Jahr 1000 zurück. Seit dem Mittelalter hat die als Oslo gegründete Stadt mehrfach den Namen gewechselt und sich stark verändert. König Christian IV entschied nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1624 den Wiederaufbau rund um die Festung Akershus und benannte die Stadt in Christiania um. Ab 1877 schrieb sich der Name mit einem „K“. 1925 erhielt die Stadt ihren Gründungsnamen Oslo zurück.  Zu den ältesten, noch erhaltenen Bauwerken der Stadt zählt die Festung Akershus. Im Jahr 1299 ließ König Hakon V Schloss und Festung errichten, im 14. Jahrhundert wurde die Anlage weiter ausgebaut. König Christian IV beschloss eine Modernisierung der Burg und den gleichzeitigen Umbau in ein Renaissanceschloss. Nach einem jahrzehntelangen Verfall begannen im Jahr 1899 die Restaurierungsarbeiten. Diese Restaurierungen und Sanierungsmaßnahmen setzten sich, kurz unterbrochen vom Zweiten Weltkrieg, bis in die 1970er Jahre fort. Stadtbesucher können die riesige Anlage kostenfrei besichtigen. Ein Besuch lohnt unbedingt und steht heute ganz oben auf meiner Tagesliste.

Ocean Majesty am Liegeplatz vor Festung Akershus in Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Ocean Majesty am Liegeplatz vor Festung Akershus in Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Das Rathaus von Oslo

Nach einem ausgedehnten Rundgang durch die Anlage der Festung Akershus laufe ich am Rathaus von Oslo vorbei zum königlichen Schloss von Oslo. Das Rathaus von Oslo ist ein architektonisch sehr auffälliger und dominanter Bau, der eines der Wahrzeichen von Oslo darstellt. Von den jährlich rund 400 Festveranstaltungen und Empfängen ist die wohl wichtigste Feierlichkeit die Verleihung des Friedensnobelpreises. Seit 1901 wird diese Auszeichnung jedes Jahr am Todestag Alfred Nobels, am 10. Dezember, in Oslo verliehen. Der Bau des heutigen Rathauses begann im Jahr 1931, wurde ebenfalls durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen und im Jahr 1950 vollendet. Im zentralen Mittelbau befinden sich das Stadtparlament und die Festräume. In den zwei Türmen sind Büroräume untergebracht. Der Ostturm ist 66m, der Westturm 63m hoch.

Blick auf das Rathaus von Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick auf das Rathaus von Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Königliches Schloss Oslo

Etwa 20 Fußminuten später erreiche ich die Bellevuehöhen auf der sich die weitläufige Parkanlage und das königliche Schloss von Oslo befinden. Erbaut wurde die königliche Residenz 1824-1848. Zu diesem Zeitpunkt hieß die Stadt Christiania. Das königliche Schloss in Oslo ist für Besucher von Ende Juni bis Mitte August  geöffnet. Eine Führung dauert rund 60 Minuten. Das Gebäude ist im klassizistischen Stil aus hell verputztem Backstein errichtet und verfügt über 173 Räume von denen der Ballsaal mit 360m² der größte ist. Das Schloss dient nicht nur als Wohnort des derzeit amtierenden Königs, sondern auch als Residenz für staatliche Empfänge. Es zählt zu den nobelsten Gästehäusern Norwegens und ist Eigentum des norwegischen Staates. Das königliche Schloss wird von einer herrlichen Parkanlage umgeben, die am heutigen Tag besonders stark von den Stadtbewohnern frequentiert wird. Das Thermometer zeigt 27 Grad im Schatten. Es ist ein weiterer Frühsommertag, den man einfach genießen muss. Es gibt viel zu wenig davon ins Oslo.

Das Areal der Parkanlage ist 22 Hektar groß und hufeisenförmig angelegt. Im Park befinden sich mehrere Teiche, ein uralter Baumbestand und einige Statuen bekannter Persönlichkeiten.

Das Königliche Schloss in Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Das Königliche Schloss in Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Aker Brygge und Tjuvholmen, die neuesten Stadtviertel

Nachdem ich mir nun am Vormittag eine Menge historischer und geschichtsträchtiger Gebäude angesehen habe, durchstreife ich am Nachmittag die beiden neuesten Stadtviertel von Oslo – Aker Brygge und Tjuvholmen. Dem wunderbaren Wetter entsprechend sind die Außenbereiche der zahlreichen Restaurants und Cafés sehr gut besucht. Das Hafenviertel Aker Brygge ist bekannt für seine gemütlichen Restaurants, die unmittelbar am Wasser liegen und in denen gerade an sonnigen Tagen eine tolle Atmosphäre herrscht. Sowohl Aker Brygge als auch Tjuvholmen zeichnen sich durch eine besondere Vielfalt architektonisch auffälliger Bauwerke aus. Im neuesten Stadtviertel von Oslo befinden sich bekannte Galerien und Boutiquen namhafter Modelabels. In Tjuvholmen liegt auch das neue Astrup Fearnley Museum, direkt am Fjord mit großem Skulpturenpark und Badestrand. Die gastronomischen Betriebe sind bekannt für ihren exzellenten Standard und die hervorragende Lage.

Oslo Stadtviertel Tjuvholmen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Oslo Stadtviertel Tjuvholmen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mir gefallen diese beiden Stadtviertel besonders gut, da sie einen ganz besonderen Charme versprühen und durch einen einzigartigen Mix aus alten, ehrwürdigen Werftgebäuden und moderner Architektur überzeugen. Seit einer kompletten Neugestaltung im Jahr 1986 hat sich Aker Brygge zu einem beliebten Szeneviertel entwickelt. Überall gibt es Möglichkeiten zu entspannen und auf Sonnenliegen und Stühlen eine Pause einzulegen. Herrlich.

Eines der neuesten Projekte von Stararchitekt Renzo Piano

Tjuvholmen prägt erst seit wenigen Jahren das Bild von Oslo. Die Gebäude, die diesen Stadtteil bilden, wurden von mehr als 20 Architekten entworfen und zeigen die komplette Bandbreite derzeitiger Architektur-Trends. Eine der neuen Attraktionen von Oslo ist das Astrup Fearnley Museum. Es ist das Zuhause der Astrup Fearnley Sammlung, einer Sammlung zeitgenössischer Kunst, die zu den bedeutendsten ihrer Art in Nordeuropa zählt. Entworfen hat das Gebäude im Jahr 2012 der italienische Stararchitekt Renzo Piano. Der 1937 in Genua geborene Architekt erbte seine Leidenschaft für Architektur vermutlich von seinem Vater, einem Bauunternehmer. Im Jahr 2012 eröffnete Renzo Piano in London den 310m hohen Wolkenkratzer The Shard, der zu seinen mehr als 80 Bauprojekten gehört, die er seit den 1970er Jahren entworfen hat.

Auch in der Kreuzfahrtbranche ist Renzo Piano kein unbekannter. So stammt das Design der 1990/91 in Dienst gestellten Kreuzfahrtschiffe Crown Princess und und Regal Princess aus seiner Feder.

Stadtviertel Tjuvholmen mit Blick auf Astrup Fearnley Museum in Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Stadtviertel Tjuvholmen mit Blick auf Astrup Fearnley Museum in Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Ich könnte zu diesen beiden, wirklich faszinierenden Stadtvierteln noch bedeutend mehr erzählen, aber das würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Wer Oslo besucht, sollte unbedingt Zeit für einen Besuch in Aker Brygge und Tjuvholmen einplanen. Direkt in Tjuvholmen befindet sich ein neues Kreuzfahrtterminal, an dem meist größere Kreuzfahrtschiffe in unmittelbarer Stadtnähe festmachen.

Die Liegezeit der Ocean Majesty in Oslo nutze ich bis zur letzten Minute aus, denn zum ersten Mal besuche ich die Stadt bei hochsommerlichen Temperaturen und makellos blauem Himmel. Ein tolles Erlebnis. Bevor ich wieder an Bord gehe, laufe ich noch einmal über das Gelände  der Akershus Festung und schaue mir das Opernhaus von Oslo an. Seit 2008 ist es Spielstätte der Norwegischen Oper.

Um 19:00 Uhr heißt es Abschied nehmen von dieser wunderbaren Stadt am Oslofjord, die mich in besonderem Maße überzeugt hat. Ohne Sonnenschein wäre die Atmosphäre zweifelsfrei eine andere gewesen.

Ich werfe einen letzten Blick auf die vielen bunten Holzhäuschen. Wenig später senkt sich die Sonne hinter die hohen Berge des Oslofjords. Lange Schatten breiten sich im Fjord aus. Es wird spürbar kühler. Die Ocean Majesty fährt in den nächsten Stunden in Richtung Skagerrak und verlässt schließlich den Oslofjord in Richtung Arendal.

Impressionen vom Auslaufen aus Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Impressionen vom Auslaufen aus Oslo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Von Oslo nach Arendal legt die Ocean Majesty 127 Seemeilen zurück.

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Wie geht es weiter?

An dieser Stelle schließe ich den „Reisebericht Teil 1“ der Kreuzfahrt nach Dänemark, Schweden, und Norwegen mit der Ocean Majesty. Im weiteren Reiseverlauf stehen ebenfalls interessante Destinationen auf dem Routenplan. Dazu zählen morgen Arendal und Kristiansand in Norwegen sowie Aalborg und Fredericia in Dänemark an den Folgetagen. Es bleibt also spannend. 

Fortsetzung in Reisebericht Teil 2

Oliver Asmussen

Oliver Asmussen

Oliver Asmussen, 1976 in Hamburg geboren und dort aufgewachsen, entdeckte seine Vorliebe zur maritimen Kreuzfahrt und Fotowelt bereits in der Jugend. Seit mehreren Jahren sind seine Bilder beliebte Motive in verschiedenen Medien. Darüber hinaus betreibt er die größte Kreuzfahrt-Bilderseite www.oceanliner-pictures.com und verbringt viele Tage im Jahr auf unterschiedlichen Kreuzfahrtschiffen.
Oliver Asmussen