Reisebericht Teil 2: Kreuzfahrt nach Griechenland, Israel, Ägypten und Italien mit der Ocean Majesty

Kamele vor Gizeh Pyramiden, Ägypten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Kamele vor Gizeh Pyramiden, Ägypten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mit dem Kreuzfahrtklassiker MS Ocean Majesty auf einer neuen Kreuzfahrt-Route im östlichen Mittelmeer.

Im zweiten Teil meines Reiseberichts besuche ich mit dem Kreuzfahrtklassiker Ocean Majesty von Hansa Touristik die wunderbaren Städte Ashdod (Jerusalem), Port Said (Gizeh/Kairo), Piräus (Athen) und Split (Kroatien).   

Tag 9: 16. Oktober 2018 Ashdod, Israel

Der Tag beginnt früh um 06:00 Uhr. Wenig später sind die Leinen der Ocean Majesty fest verzurrt an der Kaimauer im Hafen von Ashdod. Die Freigabe durch die örtlichen Behörden erfolgt heute sehr schnell, da keine weiteren Einreisekontrollen durchgeführt werden.

Individuelle Fahrt nach Jerusalem und zum Toten Meer

Am Hafen wartet bereits mein privater Guide auf mich. Mit einem Minivan geht die Fahrt direkt los in Richtung Jerusalem. Etwa 1 ½ Stunden später erreichen wir den wohl spektakulärsten Aussichtspunkt mit Blick auf die Stadt Jerusalem, den Mount of Olives. Der Berg wird sowohl Olivenberg als auch Ölberg genannt, was mit der Übersetzung aus verschiedenen Sprachen zusammenhängt. Der Ölberg ist einer von drei Hügeln östlich von Jerusalem. Der Ölberg war einst komplett mit Olivenbäumen bewachsen, weshalb er diesen Namen erhielt. Heute stehen immer noch Olivenbäume an den Hängen, die Anzahl ist jedoch reduziert. Die Aussicht von diesem 809m hohen Berg über das Kidrontal bis zum Tempelberg ist phantastisch. Beim Blick hinunter in das Kidrontal entdeckt man einen alten, jüdischen Friedhof. Viele Gräber des 1948 stark beschädigten Friedhofs stammen noch aus biblischer Zeit. So fällt die auffällige Gleichheit einer großen Anzahl von Grabsteinen auf. Da im Tode alle Menschen gleich sind, sahen alle Grabsteine bis Ende des 18. Jahrhunderts nahezu identisch aus.

Blick vom Mount of Olives in Richtung Jerusalem, Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick vom Mount of Olives in Richtung Jerusalem, Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die Altstadt von Jerusalem

Nach dem Stopp am Aussichtspunkt geht es direkt weiter in Richtung Jerusalem. Es gibt insgesamt 8 Stadttore, die einen Zugang in die Altstadt ermöglichen. Diese sind das Löwentor, Zionstor, Neues Tor, Herodestor, Goldenes Tor, Jaffator, Damaskustor und das Dungtor. Ich trete über eines der Haupttore, das Jaffator am Westrand der Altstadt, durch die massive Stadtmauer hindurch. Man kann in Jerusalem einen Rundgang über die Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert machen, was ich aus Zeitgründen heute nicht auf meinem Plan stehen habe. In der Altstadt von Jerusalem reihen sich die vielen Sehenswürdigkeiten aneinander wie auf einer Perlenschnur. Ich laufe durch die engen, weit verzweigten Gassen und sehe mir die Menschen an. Danach besuche den Cardo, Jerusalems älteste Hauptstraße und genieße die einzigartige Atmosphäre, die diese Stadt versprüht. Weiter geht es auf den Spuren des Königs und Propheten, was ein außergewöhnliches Erlebnis darstellt.

In den Gassen der Altstadt von Jerusalem, Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
In den Gassen der Altstadt von Jerusalem, Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Jerusalem im Überblick:

  • Israel-Museum: Nirgendwo sonst wird so intensiv über die Geschichte Israels informiert wie hier.
  • Machane-Jehuda-Markt: Der größte und bunteste Gemüsemarkt der Stadt.
  • Die Zitadelle: König Herodes ließ hier zunächst seine Festung bauen, auf den Ruinen errichtete im 16. Jahrhundert Suleiman der Prächtige seine Wehranlage.
  • Die Grabeskirche: Die erste Grabeskirche wurde bereits im 4. Jh. am Felsen Golgatha errichtet. Nach dessen Zerstörung wurde im 12. Jh. der heutige Bau von den Kreuzfahrern erbaut. Die Grabeskirche zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums.
  • Der Tempelberg: König Herodes ließ das Plateau im Osten der Altstadt vor etwa 2.000 Jahren aufschütten. Der von ihm vergrößerte jüdische Tempel galt als Weltwunder. Später errichteten Muslime ihre ersten Sakralbauten: Den Felsendom und die in der Nähe liegende Al-Aksa-Moschee.
  • Jad Vaschem: Im Westen der Stadt liegt diese Gedenkstätte, die gerade für Deutsche Besucher sehenswert ist. Eindrucksvoll erinnert dieses Museum an die sechs Millionen Juden, die im Holocaust von den Nationalsozialisten ermordet wurden.
  • Die Klagemauer: Sie ist der heiligste Ort der religiösen Juden. Die Überreste der westlichen Stützmauer am Tempelberg werden Klagemauer genannt. Zettel mit Bitten und Gebeten werden von den Gläubigen in die ausgehöhlten Fugen zwischen den Steinen gesteckt. Der Platz an der Mauer ist frei zugänglich, sofern man vorher eine Sicherheitsschleuse passiert hat. Es wird streng nach männlichen und weiblichen Gläubigen bzw. Besuchern getrennt. Männer und Frauen müssen getrennt an die Klagemauer treten. Das gilt auch für Kinder. Gläubige beten auf dem Platz unmittelbar vor der Mauer, der Ort an dem laut Judentum Gott wohnt. Der Besuch an der Klagemauer ist ein Erlebnis voller Emotionen aber auch Demut. Jedem Besucher ist es möglich, diesen Ort zu würdigen und in der Mauer eine Notiz mit einem Gebet oder einem Wunsch zu hinterlassen. Vor dem Herantreten an die Klagemauer ist für die Männer das Tragen einer Kippa Das jüdische Gesetz verpflichtet Männer zum Tragen dieser typischen Kopfbedeckung. Viele gläubige Juden tragen die Kippa auch außerhalb der Gottesdienste oder von Gebeten. Als Besucher wird die Kippa mindestens aus Respekt getragen.
Jerusalem Western Wall Klagemauer, Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Jerusalem Western Wall Klagemauer, Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

UNESCO-Weltkulturerbe

Die Straßengeometrie der Altstadt orientiert sich im Wesentlichen an der römisch-byzantinischen Ordnung. Die einzelnen Viertel sind ethnisch-religiös bedingt unterteilt in ein jüdisches-, ein arabisches-, christliches- und ein armenisches Viertel. Alle sind durchzogen von einem Labyrinth an größeren und kleineren Gassen, in denen man sich als Tourist schnell verlaufen kann. Die historischen Altstadthäuser vereinen Wohn- und Geschäftsgebäude sowie kleinere Handwerksbetriebe, die oft in den Kellerräumen untergebracht sind. Seit dem Jahr 1981 steht die Altstadt von Jerusalem auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste.

Blick auf Klagemauer und Felsendom in Jerusalem / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick auf Klagemauer und Felsendom in Jerusalem / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die Via Dolorosa

Die Altstadt von Jerusalem bietet wie gesagt Sehenswürdigkeiten ohne Ende. Da mir aber mal wieder die Zeit davonläuft, laufe ich noch ein Stück auf der Via Dolorosa entlang und treffe mich mit meinem Guide wieder am Jaffa Gate, dort wo ich die Stadt auch betreten habe. Die Via Dolorosa ist ein berühmter, christlicher Prozessionsweg. Es stellt den vermeintlich authentischen Weg dar, den Jesus Christus zu seiner Kreuzigungsstätte zurücklegte. Die Via Dolorosa führt entlang der 14 Stationen des Kreuzweges, die Jesus auf seinem Weg von seiner Verurteilung in der Burg Antonia bis hin zu seiner Bestattung am heutigen Standort der Grabeskirche passieren musste.

In der Grabeskiche Jerusalem / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
In der Grabeskiche Jerusalem / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Wirklich einer der heiligsten Orte der Welt?

Bei aller Faszination und bei allem Respekt, die eine Stadt wie Jerusalem in mir hervorruft, so habe ich teilweise meine Probleme damit, zu glauben, dass dies einer der heiligsten Orte der Welt sein soll. Warum? Es stimmt mich persönlich sehr nachdenklich, wenn Verkäufer die offenbar eine andere Glaubensrichtung verfolgen, zum Beispiel das Kreuz Jesu in Pappkisten lagern und es als Massenware an Souvenirjäger verkaufen. Und ob man ein solches Kreuz als Souvenirständer nutzen und daran Modeschmuck oder Cowboyhüte aufhängen muss, das sei mal so dahingestellt. Warum Cowboyhüte in Jerusalem verkauft werden, verstehe ich auch nicht. Offenbar ist manchen Verkäufern jedes Mittel und jeder Weg recht, die Geldmaschine in Betrieb zu halten. Noch befremdlicher als diese Eindrücke ist für mich die Aussage eines Militärpostens am Zugang zum muslimischen Teil in Jerusalem. Er ließ mich auf meine Frage hin, wann denn die Zugänge wieder öffnen würden wissen, dass „Ungläubige“ ab 13:00 Uhr wieder Zutritt hätten. An einer anderen Stelle wurde mir gar mitgeteilt, dass „Ungläubige“ gar keinen Zutritt in den muslimischen Teil haben. Ich lasse diese Aussagen unkommentiert, verzichte am Ende aus Zeitgründen auf einen Besuch der Al-Aqsa-Moschee und des Felsendomes.

In den Strassen von Jeruslem, Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
In den Strassen von Jeruslem, Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Zwischenstopp an einer Fastfood-Bude

Nachdem ich meinen Guide problemlos am Jaffa Gate wiedergefunden habe, setzen wir die Fahrt in Richtung Totes Meer fort. Inzwischen knurrt mein Magen. Ich vertraue daher auf einen Tipp meines Guides. Er steuert den Van spontan von der Autobahn und fährt eine kleine Fastfood-Bude am Straßenrand an. Die Bude hat einen enormen Zulauf, sogar beim Militär, was in der Regel zumindest für frische Waren und eine gute Qualität spricht. Auch wenn ich diese „Essgelegenheit“ ohne meinen Guide vermutlich nie angefahren hätte, so bin ich beim Verzehr der Falafel-Pita-Brot-Taschen absolut überzeugt. Eine so leckere Zwischenmahlzeit habe ich lange nicht mehr am Straßenrand gegessen. Top! Was genau ich da gegessen habe, weiß ich bis heute zwar nicht, aber das ist mir am Ende auch egal. Es war lecker.

Fastfood-Bude auf dem Weg zum Toten Meer in Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Fastfood-Bude auf dem Weg zum Toten Meer in Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Tief – tiefer – Totes Meer

Auf dem Weg zum Toten Meer führt die Autobahn ohne Pause bergab. Zunächst stoppt mein Guide das Auto an jener Stelle, an der irgendwann mal der Meeresspiegel stand. Fortan zeigen immer wieder Hinweisschilder an, wie tief man sich nun unterhalb des Meeresspiegels befindet. Im Gegenzug zu den sinkenden Höhenmetern schnellt die Temperaturanzeige kontinuierlich in die Höhe. Nach etwa 45 Minuten Fahrt erreichen wir den Kalia Beach, den nördlichsten Strand am Toten Meer. Am Kalia Beach befindet sich 420m unterhalb des Meeresspiegels die am Tiefsten gelegenste Bar der Welt. An den Kalia Beach fährt man nicht, um sich zu erfrischen. Bei den hier herrschenden Temperaturen von 34 Grad wäre das allerdings jetzt eine hervorragende Abwechslung.

Tiefste Bar der Welt am Toten Meer in Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Tiefste Bar der Welt am Toten Meer in Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Tiefster begehbarer Punkt der Erde

Der Salzgehalt im Toten Meer liegt bei etwa 28-33%, was den Salzgehalt in anderen Meeren um etwa das 9-fache übersteigt. Schwimmen kann man aufgrund des hohen Salzgehaltes im Toten Meer nicht. Ab einer bestimmten Tiefe verliert man durch den enormen Auftrieb den Boden unter den Füßen und treibt wie ein Korken an der Wasseroberfläche. Auch wenn der hohe Salzgehalt sowie die mineralhaltige Luft am Toten Meer grundsätzlich eine heilende Wirkung hat, sollte das Wasser auf keinen Fall getrunken werden. Gespeist wird das Tote Meer hauptsächlich durch den Jordan. Die Zuflussmenge entspricht in der Regel der Verdunstungsmenge. Einen Wasserabfluss gibt es am Toten Meer nicht. Da der Mensch dem Toten Meer jedoch mehr Wasser entnimmt, als nachfließt, sinkt der Wasserspiegel kontinuierlich. Das Tote Meer ist an seiner breitesten Stelle 18km breit und an der längsten Stelle 67km lang. Die Wassertiefe liegt derzeit bei etwa 380m. Demnach liegt der Meeresboden 800m unter dem Meeresspiegel. Am Kalia Bech gibt es abgesperrte Badebereiche. Die früheren Wasserstände sind gut an den vom Wasser gebildeten „Rillen“ am Ufer zu erkennen. Sie lagen deutlich über dem heutigen Pegel. Tiefer als 428m geht es bislang nicht hinunter. Es ist der tiefste begehbare Punkt der Erde. Ein faszinierendes Erlebnis, hier am Strand spazieren zu gehen.

Blick auf das Tote Meer am Kalia Beach, Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick auf das Tote Meer am Kalia Beach, Israel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Keine Urlaubsempfehlung

Letztendlich ist ein Besuch am Toten Meer faszinierend, dennoch aus meiner Sicht keine Urlaubsempfehlung im klassischen Sinne. Wer die vielen Gesundheitsangebote in den Hotels nutzen möchte, der ist am Toten Meer bestens aufgehoben. Für einen Badeurlaub würde ich persönlich aber weniger salzhaltiges Wasser bevorzugen. Die Strände sind außerdem auch nicht einladend und aufgrund des Salzgehalts eher schmierig bis hart, je nach Nähe zum Wasser. Da der Meeresspiegel jährlich um etwa 1m sinkt, trocknet das Tote Meer kontinuierlich weiter aus. Eine Änderung der Lage ist nicht in Sicht. Das Frischwasser des Jordan-Flusses wird weiterhin von den Bewohnern abgepumpt.

Die Rückfahrt zum Hafen in Ashdod verläuft reibungslos, so dass ich pünktlich wieder an Bord der Ocean Majesty zurückkehre. Zwei wunderbare Tage in Israel liegen nun hinter mir. Die Ocean Majesty nimmt wenig später Kurs auf Port Said in Ägypten. Ich freue mich auf einen Ganztagsausflug nach Kairo zu den Pyramiden. Mein letzter Besuch liegt 14 Jahre zurück. Im Jahr 2016 war im Rahmen einer Kreuzfahrt im Roten Meer ein Ausflug nach Gizeh geplant, der jedoch aufgrund eines Sandsturmes ausgefallen ist. Die Wettervorhersage für morgen sieht sehr gut aus und einem Besuch bei den Pyramiden sollte somit nichts mehr im Wege stehen.

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Tag 10: 17. Oktober 2018 Port Said / Alexandria, Ägypten

Die letzten beiden Tage in Israel steckten voller Erlebnisse. Heute verspricht das Tagesprogramm jede Menge weitere, hervorragende Eindrücke. Ich nehme an einem geführten Überlandausflug mit dem Bus teil, da individuelle Touren in Ägypten nicht zu empfehlen sind. Am frühen Morgen, nachdem die Einreisekontrollen erledigt sind, treffen sich alle Ausflugteilnehmer vor dem Hafengelände in Port Said und werden den jeweiligen Reisebussen zugeteilt. Da die Busse in Ägypten stets in einem Konvoi fahren, dauert es eine Weile, bis es losgehen kann. Um 07:30 Uhr beginnt die 3-stündige Fahrt in Richtung Kairo.

Sicherheitsbedenken?

Oft wurde ich vor der Reise von Freunden gefragt, ob ich keine Sicherheitsbedenken in Ägypten habe und nicht lieber an Bord bleiben möchte. Da gibt es eine klare, persönliche Meinung von mir. Ich war auch schon 2016 in Ägypten unterwegs und sehe keinen Grund das Land oder die Städte zu meiden. Ja, es kam in den letzten Jahren vermehrt zu terroristischen Anschlägen. Die gab es aber auch anderswo auf der Welt. Schauen wir nur nach Berlin, also vor die eigene Haustür. Die Busse in Ägypten werden von Militärfahrzeugen begleitet und in den Bussen reisen zivil gekleidete Sicherheitsbeamte mit. Es stört mich nicht, immer wieder bewaffnete Soldaten zu sehen und es löst auch kein Unbehagen in mir aus. Als besorgniserregender empfinde ich die Lage mancherorts an deutschen Bahnhöfen bzw. deutschen Städten. Aber das soll hier nicht das Thema sein. Ich genieße lieber die Aussicht auf die karge Szenerie und das eine oder andere markante Gebäude, während der Bus über die Autobahn in Richtung Kairo fährt.

Blick auf eine Moschee in Ägypten, auf dem Weg nach Kairo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick auf eine Moschee in Ägypten, auf dem Weg nach Kairo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die alte Hauptstadt Ägyptens

Der erste Halt ist in Memphis, der früheren Hauptstadt von Ägypten. Memphis liegt 18 Kilometer südlich von Kairo. Die Ruinen gehören seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Viel ist nicht mehr übrig von der einstigen Hauptstadt Ägyptens. Zu den Hauptattraktionen zählt die 10,5m hohe Kolossalfigur von Ramses II aus dem 13. Jh. v. Chr., die liegend im Museum von Memphis zu bestaunen ist. Gleich nebenan auf dem Freigelände steht die Alabastersphinx von Amenophis II aus dem 15. Jahrhundert. Die monumentalen Figuren geben einen wunderbaren Eindruck davon, wie riesig der Ptah-Tempel von Memphis einst gewesen sein muss. Die liegende Kolossalfigur von Ramses II stand damals mehr als 13 Meter aufrecht am Eingang zum Tempel des Ptah. Nach dem Umsturz wurde sie von Sand zugeweht und erst 1888 von Archäologen wieder ausgegraben. Die Alabastersphinx hatte ihren Platz ebenfalls im Eingangsbereich des Ptah-Tempels und wurde nach einer Verschüttung erst 1912 wieder ausgegraben. Die Figur ist 8,7m lang, 4,7m hoch und wiegt etwa 80 Tonnen. Die Ruinen der alten Stadt verteilen sich auf ein großflächiges Gebiet, welches von Palmenhainen und Feldern durchzogen ist. Dazwischen liegt das kleine Dorf Mit-Rahina.

Alabaster-Sphinx in Memphis, Ägypten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Alabaster-Sphinx in Memphis, Ägypten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die erste Phase des Pyramidenbaus in Ägypten

Wir fahren im Anschluss an den Besuch in Memphis direkt weiter in die 3 Kilometer entfernte Stadt Sakkara. Sakkara ist eine bedeutende altägyptische Nekropole am westlichen Nilufer, ca. 20 Kilometer von Kairo entfernt. Eine Nekropole ist eine größere Begräbnis- und Weihestätte des Altertums. Die Pyramiden in Sakkara sind nicht mehr so gut erhalten wie die berühmten Bauten in Gizeh. Die Unas-Pyramide ist die kleinste Königspyramide des Alten Reiches und steht direkt neben der Djoser-Pyramide. Die Unas-Pyramide war ursprünglich 43m hoch, erinnert heute jedoch eher an einen aufgeschütteten Sandhaufen. Die Djoser-Pyramide dagegen ist mit ihrer Höhe von 60m noch nahezu genauso hoch wie zum Bauzeitpunkt. Die Stufenpyramide wurde nach dem altägyptischen König Djoser benannt und stammt aus der 3. Dynastie des Alten Reiches um 2650 v. Chr. Sie ist die älteste aller Pyramiden und war seinerzeit 62,5m hoch und ist die neunthöchste aller Pyramiden in Ägypten.

Djoser-Stufen-Pyramide, Sakkara, Ägypten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Djoser-Stufen-Pyramide, Sakkara, Ägypten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mit dem Bau der Djoser-Pyramide begann die erste Phase des Pyramidenbaus in Ägypten und die Monumentalisierung der Königsgräber.

Bevor uns der Bus nun zu den Pyramiden von Gizeh fährt, wird eine Mittagspause in Kairo in einem 5-Sterne Hotel eingelegt. Von dort aus hat man bereits einen direkten Blick auf den gigantischen Pyramidenkomplex. 

Die Pyramiden von Gizeh

Die Pyramiden von Gizeh waren über Jahrtausende die größten Monumentalbauten der Menschheit. Alle königlichen Pyramiden waren von Tempeln und Kultanlagen umgeben und als Grabstätten der Pharaonen ein Teil des komplexen Toten- und Gottkönigkultes. Die Pyramiden von Gizeh zählen neben dem Tal der Könige und den großen Tempeln von Karnak und Luxor zu den bedeutendsten Denkmälern der Pharaonenzeit. Die Pyramiden von Gizeh stehen direkt am Stadtrand der Millionenmetropole und sind etwa von 2620 bis 2500 v. Chr. in der 4. Dynastie entstanden. Sie wurden auf einem rund 1000x2000m großen Kalksteinplateau errichtet. Zusätzlich zu den Hauptpyramiden sind kleine Nebenpyramiden, Tempelanlagen, Gräberfelder und Arbeiterdörfer entstanden. Die drei bekanntesten Pyramiden sind die Cheops-Pyramide, die Chephren-Pyramide und die Mykerinos-Pyramide. Südöstlich der Chephren-Pyramide – in unmittelbarer Nähe zur Sphinx – steht das als „vierte Pyramide“ bekannte Grab, der am Ende der 4. Dynastie regierenden Königin Chentkaus.

Die Cheops-Pyramide

Die größte Pyramide ist  die 138,75m hohe Cheops-Pyramide, die zum Zeitpunkt des Baus vor etwa 4.500 Jahren 146,6m hoch gewesen ist. Die Seiten der aus rund 3 Mio Steinblöcken errichteten Pyramide sind 230,3m lang. Jeder Block wiegt den Berechnungen nach etwa 2,5 Tonnen. Ich finde es absolut faszinierend, wie die damaligen Arbeiter ohne jegliche Computertechnik ein so perfekt ausgerichtetes Bauwerk erschaffen konnten. Abgesehen vom Gewicht der einzelnen Blöcke, die übereinander gestapelt wurden. Der Bau einer Pyramide soll zwischen 10-20 Jahren gedauert haben.

Die Chephren-Pyramide

Die mittlere der drei großen Pyramiden ist die des Pharao Chephren. Die Chephren-Pyramide hatte eine ursprüngliche Höhe von 143,5m und ist heute noch 136,4m hoch. Die Seitenlänge beträgt jeweils 215,25m. Wie auch die Cheops-Pyramide war sie damals komplett mit Kalksteinplatten verkleidet. Da die Chephren-Pyramide etwa 10m höher steht als die Cheops-Pyramide, wirkt sie für den Betrachter größer als sie ist.

Die Mykerinos-Pyramide

Die kleinste der drei Pyramiden ist die Mykerinos-Pyramide des Pharao Mykerinos. Die Mykerinos-Pyramide hatte eine ursprüngliche Höhe von 65m. Ihre Seiten sind jeweils 102,2m lang.

Kamele vor Gizeh Pyramiden, Ägypten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Kamele vor Gizeh Pyramiden, Ägypten / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Das einzige erhaltene Weltwunder der Antike

Noch vor wenigen Jahren schoben sich täglich viele Zehntausend Touristen über das Pyramiden-Plateau, heute sind es pro Tag immerhin wieder rund 20 große Busse. Vor zwei Jahren ist der Tourismus komplett zusammengebrochen. Ich komme mir in der kleinen Besuchergruppe heute recht verloren vor, genieße aber diese beschauliche Ruhe. Im Jahr 2004 war es kaum möglich, einen Fuß vor den anderen zu setzen ohne nicht mit einem anderen Touristen zusammen zu stoßen. Ich stehe etwas abseits von der Besucherplattform völlig alleine zwischen den Kamelen und genieße die Aussicht. Dieser reduzierte Tourismus mag den Kassen der Guides vor Ort nicht guttun – viele von ihnen haben erstmals nach vielen Jahren in diesem Jahr aber wieder Arbeit gefunden – doch zum Erhalt der Pyramiden trägt der Einbruch auf jeden Fall bei. Zeitweise waren keine Besucher mehr in den Grabkammern erlaubt, heute sind diese wieder für eine bestimmte Anzahl pro Tag geöffnet. Wir haben ebenfalls die Gelegenheit einen Blick in die Grabkammer der Mykerinos-Pyramide werfen zu können. Viel ist nach dem steilen und engen Abstieg zwar nicht zu sehen, aber der Weg hinunter bzw. im Anschluss daran wieder hinauf, war ein Erlebnis.

Blick in die Grabkammern der Mykerinos-Pyramide in Gizeh / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick in die Grabkammern der Mykerinos-Pyramide in Gizeh / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die Sphinx von Gizeh

Bedauernswert finde ich, dass direkt gegenüber der Sphinx, unserem letzten Halt vor der Rückfahrt zur Ocean Majesty, eine amerikanische Fastfood-Kette ihre Filiale eröffnet hat. Die Sphinx von Gizeh ist die mit Abstand größte und auch berühmteste Sphinx. Sie symbolisiert einen liegenden Löwen mit einem Menschenkopf. Seit mehr als vier Jahrtausenden steht die Sphinx an dieser Stelle im Wüstensand, die Cheops-Pyramide ist immer in Sichtweite. Die Sphinx wurde aus den Resten eines Kalksteinhügels, der als Steinbruch für die Cheops-Pyramide diente, während der Herrschaft von Chephren erbaut. Die Sphinx wurde mehrfach restauriert und ist 73,5m lang. Das Gesicht der Sphinx hat eine Breite von 4m breit, die Höhe der gesamten Figur beträgt 20,2m.

Chephren-Pyramide, Cheops-Pyramide und Grosse Sphinx in Gizeh / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Chephren-Pyramide, Cheops-Pyramide und Grosse Sphinx in Gizeh / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Rückkehr nach Alexandria

Die Sonne ist bereits untergegangen, als wir mit den Bussen zurück zur Ocean Majesty fahren, die sich inzwischen auf den Weg in den Hafen von Alexandria gemacht hat. Ein kurzer Stopp an einem Papyrus-Museum darf bei einem Ausflug in Ägypten natürlich nicht fehlen und wird von allen Bussen obligatorisch eingelegt. Nach rund 3 Stunden Fahrt über  die Wüstenautobahn erreichen wir schließlich den Hafen von Alexandria. Dort wartet bereits die Ocean Majesty auf uns. Um 22:30 Uhr genieße ich meinen kleinen Abendsnack bei einem kühlen Getränk auf dem Lidodeck, während die Lichter von Alexandria langsam immer kleiner werden und am Horizont verschwinden.

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Tag 11: 18. Oktober 2018 Seetag

Nach den vielen beeindruckenden Erlebnissen in Israel und Ägypten ist der heutige Seetag auf  dem Weg nach Piräus ganz dem Körper und Geist gewidmet. Das Wetter ist wunderbar und eignet sich perfekt für einen entspannten Tag am Pool.

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Tag 12: 19. Oktober 2018 Piräus, Griechenland

Der Hafen von Piräus liegt nur 8 Kilometer entfernt von Athen. Da ich nach vielen Jahren gerne noch einmal die Akropolis besuchen möchte, wird dies am heutigen Tag entsprechend mein Hauptziel. Piräus zählt zu den größten Passagierhäfen der Welt und ist mit rund 18 Millionen Passagieren jährlich die Nummer 1in Europa. In der Nähe des Kreuzfahrtterminals fahren Hop-on Hop-off Busse in Richtung Athen. Es gibt mehrere Anbieter mit unterschiedlichen Preisen. Alle Busse verkehren, je nach Verkehrslage, im 20-Minuten-Takt. Ich nutze diese Möglichkeit heute, denn so erhalte ich über die Lautsprecher im Bus nicht nur einige Informationen über Piräus und Athen, sondern kann auch  direkt vor dem Eingang der Akropolis aussteigen. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens dauert die Hinfahrt etwa eine Stunde. Für ein Hin- und Rückfahrtticket zahle ich 16,- EUR.

Die Akropolis – 156m über Athen

Als Akropolis wird häufig der weltweit bekannte Parthenon Tempel bezeichnet, der auf der Athener Akropolis steht. Der Tempel wurde zum Dank für die Rettung der Athener und Griechen durch die Göttin Pallas Athena Parthenons nach dem letzten Perserkrieg erbaut. Die Akropolis bezeichnet jedoch den gesamten 156m hohen Burgberg bzw. die Wehranlage, die auf der höchsten Erhebung der Stadt erbaut wurde. Die einzigartigen Gebäude sind zwischen 464 v. Chr. und 406 v. Chr. erbaut worden. Zu den erwähnenswerten Bauwerken gehören das Erechtheion, der Niketempel, die Propyläen, der große Parthenon-Tempel und das Odeon des Herodes Atticus, ein Theater am Fuße des Akropolis-Felsens. Das Theater bietet 5.000 Zuschauern Platz und wird seit den 1930er Jahren wieder für Veranstaltungen genutzt.

Theater Odeon des Herodes Atticus, Athen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Theater Odeon des Herodes Atticus, Athen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Der Parthenon-Tempel hat eine Grundfläche von 31x70m und besteht aus 25 Marmorsäulen. Damals wie heute ist der Tempel ein überwältigender Anblick. Aber nicht nur der Tempel ist faszinierend, auch der Blick vom Berg hinunter auf die Stadt ist klasse. Immer wieder bieten sich unterschiedliche Aussichtsmöglichkeiten in nahezu alle Himmelsrichtungen.

Blick über Athen und Mount Lycabettus von Akropolis / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick über Athen und Mount Lycabettus von Akropolis / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Nachdem ich den Hügel der Akropolis wieder verlassen habe, erklimme ich den gegenüber liegenden Philopapposhügel, der mit 147,4m die höchste Erhebung im südlichen Teil Athens darstellt. Auf dem Philopapposhügel steht das 12m hohe Philopapposmonument, welches 114-119 n. Chr. errichtet wurde. Der verzweigte Weg hinauf führt durch einen sehr schönen Park. Die allerbeste Aussicht liegt etwas versteckt auf dem von Bäumen bewachsenen Gipfel. Nur die oberste Spitze liegt frei und ist begehbar. Von hier aus ist nicht nur der Blick über Athen spektakulär, auch die Akropolis ist in voller Schönheit zu bewundern.

Panoramablick auf Akropolis und Athen vom Philopapposhügel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Panoramablick auf Akropolis und Athen vom Philopapposhügel / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Am späten Nachmittag nutze ich die letzte Gelegenheit, um pünktlich mit einem Hop-on Hop-off Bus zurück nach Piräus zu fahren. Sowohl Athen als auch Piräus haben selbstverständlich noch eine ganze Reihe weiterer Bauwerke und Sehenswürdigkeiten zu bieten, die ich mir heute aber nicht mehr anschauen werde.

Den Kanal von Korinth kann nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Pyräus mit der Ocean Majesty leider nicht befahren werden. Durch einen Erdrutsch ist Geröll in den Kanal gefallen und macht eine Passage für Schiffe mit mehr als 5m Tiefgang unmöglich. Das ist zwar sehr schade, aber nicht zu ändern.

Insgesamt stellt der Besuch auf der Akropolis für mich den letzten Höhepunkt der Kreuzfahrt dar, denn das nächste Ziel habe ich bereits im letzten Jahr ausgiebig erkundigt. Die Ocean Majesty nimmt Kurs auf den kroatischen Hafen Split. Dazwischen liegt erneut ein erholsamer Seetag.

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Tag 13: 20. Oktober 2018 Seetag

Den heutigen Tag verbringt die Ocean Majesty auf See. Von Piräus nach Split legt die Ocean Majesty eine Strecke von 666 Seemeilen zurück.

Tag 14: 21. Oktober 2018 Split, Kroatien

Zeitreise in die Antike

In der Dämmerung fährt die Ocean Majesty zwischen den Inseln Brac und Solta hindurch, steuert anschließend auf die zweitgrößte Stadt von Kroatien zu. Split liegt im Herzen von Dalmatien und ist von den Gebirgen Mosor, Kozjak und Perun umgeben. Gleich nach dem Festmachen der Ocean Majesty am Terminal begebe ich mich auf Entdeckungsreise in die Antike. Die Innenstadt samt Diokletianpalast wurde im Jahr 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Und in der Tat, kaum habe ich die Anlegestellen für die Fähren hinter mir gelassen, bin ich direkt begeistert vom historischen Stadtbild. Prunkvolle Gebäude, riesige Plätze und mächtige Säulen erinnern an die römische Epoche von Split.

Die Uferpromenade Riva und Hausberg Marjan in Split, Kroatien / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Die Uferpromenade Riva und Hausberg Marjan in Split, Kroatien / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Riva – die Uferpromenade

Die Uferpromenade „Riva“, die vor etwa 200 Jahren angelegt wurde, lädt zu einem ausgedehnten  Spaziergang ein und macht einen sehr gepflegten Eindruck. Sie beginnt direkt vor der Mauern  des Diokletianpalastes und endet unterhalb des Hausberges von Split, dem Marjan. Riesige Palmen säumen die Riva an der Wasserseite. In den zahlreichen Cafés und Restaurants kann man wunderbar eine Zeit lang verweilen. Es gibt unzählige Straßenkünstler zu beobachten und am heutigen Tag bieten Marktverkäufer neben Lebensmitteln auch jede Menge Handwerkskunst an ihren Ständen an. Bevor ich mich in das enge Gassengewirr der Altstadt begebe, mache ich einen Abstecher zum Volksplatz, dem Narodni Trg, einer von vielen schönen Plätzen in Split.

Der Diokletianpalast

Die Hauptsehenswürdigkeit in der Altstadt von Split ist zweifelsfrei der Diokletianpalst, der

als Altersresidenz des Kaisers Diokletian (295 n. Chr.) diente. Der Diokletianpalast zählt zu den bedeutendsten und hervorragend erhaltenen Denkmälern römischer Baukunst überhaupt. Grundsätzlich ist die gesamte Altstadt einen Besuch wert, besonders herausragend sind Bauwerke wie die Kathedrale des Hl. Domnius, das Eiserne Tor, das Bronzene Tor, das Silberne Tor, das Goldene Tor, der Jupitertempel und der Platz Peristyl.

Der historische Unesco-Stadtkern in Split, Kroatien / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Der historische Unesco-Stadtkern in Split, Kroatien / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Der Marjan

Zum Abschluss des Tages besuche ich den Marjan, der an seiner höchsten Stelle 178m hoch ist. Der Hausberg von Split ist zum größten Teil mit Aleppo-Kiefern bewachsen und steht seit 1964 unter Naturschutz. Da ich im letzten Jahr bereits bis zur Aussichtsplattform auf dem Gipfel gelaufen bin und die Aussicht von dort wenig spektakulär war, genieße ich heute den wunderschönen Stadtblick vom Café auf der ersten Plattform aus.

Die Aussicht vom Marjan über Split / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Die Aussicht vom Marjan über Split / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Nach einem letzten Spaziergang über die Riva kehre ich kurz vor dem Auslaufen zurück zur Ocean Majesty. Pünktlich um 18:00 Uhr fallen zum letzten Mal die Leinen in das klare Wasser der Adria, bevor die Ocean Majesty morgen Früh den Markusplatz passiert und die Kreuzfahrt in Venedig enden wird.

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Tag 15: 22. Oktober 2018 Venedig, Italien

Da die Ein- und Ausfahrt in Venedig immer wieder spektakulär ist, lasse ich mir die wunderbaren Eindrücke auch heute Morgen nicht entgehen. Damit endet die diesjährige Saisonabschlussfahrt der Ocean Majesty von Genua nach Venedig.

Blick auf Markusplatz und Campanile in Venedig / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick auf Markusplatz und Campanile in Venedig / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
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Das Fazit der Kreuzfahrt

Wie schon in den letzten Jahren ist die Reiseroute der Saisonabschlussfahrt eine sehr außergewöhnliche gewesen. Das liegt nicht zuletzt an der kleinen Schiffsgröße der Ocean Majesty sondern auch daran, dass dieses Kreuzfahrtschiff abseits der Standardrouten eingesetzt werden kann. Das ist derzeit nur mit wenigen Kreuzfahrtschiffen möglich. Die größeren Schiffe befahren in der Regel aus logistischen Gründen Standardstrecken. Der Service an Bord der Ocean Majesty ist, wie die komplette Saison über, gewohnt gut und bietet keinen Grund zur Kritik. Insgesamt ist die letzte Reise der Saison eine rundum gelungene gewesen. Meine aufgeführten Stadtbeschreibungen und individuellen Touren sind – wie immer – als Anregung zu sehen. Jeder muss am Ende für sich selbst entscheiden, was er in den Städten sehen möchte und wo die persönlichen Interessen liegen.

Im Winter wird die Ocean Majesty in Griechenland wieder „aufgehübscht“ und fit gemacht für die Kreuzfahrtsaison 2019, die offiziell am 11. Mai in Genua beginnt.

Oliver Asmussen

Oliver Asmussen, 1976 in Hamburg geboren und dort aufgewachsen, entdeckte seine Vorliebe zur maritimen Kreuzfahrt und Fotowelt bereits in der Jugend. Seit mehreren Jahren sind seine Bilder beliebte Motive in verschiedenen Medien. Darüber hinaus betreibt er die größte Kreuzfahrt-Bilderseite www.oceanliner-pictures.com und verbringt viele Tage im Jahr auf unterschiedlichen Kreuzfahrtschiffen.
Oliver Asmussen