Reisebericht Teil 2: Mit der Ocean Majesty nach Arendal, Kristiansand, Aalborg und Fredericia

Schloss Aalborghus und Ocean Majesty / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Schloss Aalborghus und Ocean Majesty / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mit dem Kreuzfahrtklassiker MS Ocean Majesty auf einer außergewöhnlichen Kreuzfahrt- Route.

Im zweiten Teil meines Reiseberichts besuche ich mit dem Kreuzfahrtklassiker Ocean Majesty von Hansa Touristik die bezaubernde Stadt Arendal sowie Kristiansand in Norwegen und nehme dann Kurs auf das schöne Aalborg sowie Fredericia in Dänemark.   

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Tag 5: 06. Juni 2018 Arendal, Norwegen

Geographisch gesehen gehört Arendal zur Region Sørlandet, was übersetzt „Südland“ bedeutet. Die Stadt befindet 256km südlich von Oslo und liegt sehr schön fjordartig eingebettet zwischen Inseln. Die größte davon ist Tromøy, auf die man von Arendal aus über eine 400m lange Hängebrücke gelangt. Die Einfahrt nach Arendal ist sehr interessant und führt an vielen Wohnhäusern sowie einigen Leuchttürmen vorbei. Der erste liegt auf der Leuchtturminsel Store Torungen. Dort sind im Wachthaus und im Anbau des Leuchtturms sogar Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden. Store Torungen ist noch in Betrieb, während der kleinere Leuchtturm Lille Torungen auf der gleichnamigen Nachbarinsel sich schon seit 1914 im Ruhestand befindet. Beide Leuchttürme wurden 1844 erbaut, der größere ist 34,3m hoch und noch in einer Entfernung von 18,5 Seemeilen zu sehen.

Leuchtturm Store Torungen bei Arendal / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Leuchtturm Store Torungen bei Arendal / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Schokoerdbeeren und „Die Schneekönigin“ zur Begrüßung

Das Touristikbüro von Arendal begrüßt die Gäste der Ocean Majesty mit Schoko-Erdbeeren, die Tänzer vom Arendal Ballett Center zeigen ein Stück aus „Die Schneekönigin“ und die Bewohner der gegenüberliegenden Häuser fotografieren das lebendige Treiben an diesem schönen Morgen im Hafen von Arendal. Nur sehr wenige Kreuzfahrtschiffe machen im Jahresverlauf in Arendal fest. Der Liegeplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einigen Wohnhäusern. Ob die Besucher es bei einer eventuell steigenden Zahl der Kreuzfahrtschiffe immer noch so schön finden, wenn diese direkt vor dem Wohnzimmerfenster anlegen, bleibt wohl abzuwarten. Die Stimmung am heutigen Morgen ist klasse.

Liegeplatz der Kreuzfahrtschiffe in Arendal neben Wohnhäusern / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Liegeplatz der Kreuzfahrtschiffe in Arendal neben Wohnhäusern / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Beste Aussichten

Spektakuläre Sehenswürdigkeiten in Form monumentaler Bauten hat Arendal nicht zu bieten. Die Stadt überzeugt vielmehr durch ihre schöne Lage, einem idyllischen Altstadtkern und vielen Spaziermöglichkeiten. In Arendal gibt es mehrere Aussichtspunkte von denen aus sich die ganze Stadt überblicken lässt. Direkt am Hafen schaue ich mir eine historische Verteidigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert an, die Arendal Batteriet. Die Arendal-Batterie wurde Ende des 17. Jahrhunderts als Kanonenbatterie erbaut, von denen heute noch Nachbildungen zu sehen sind.

Panoramablick auf Arendal in Norwegen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Panoramablick auf Arendal in Norwegen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Höchstes Holzhaus von Norwegen

Die Geschichte Arendals wird in der Altstadt Tyholmen besonders lebendig, denn viele der Holzhäuser sind noch im Originalzustand erhalten, wie sie zwischen 1812 und 1844 erbaut wurden. Tyholmen besteht aus einem oberen und einem unteren Stadtteil. Im unteren Teil, der direkt am Meer liegt, wohnten früher die Schiffseigner und Handelsleute, im oberen Teil die etwas weniger gut situierten Handwerker und Matrosen. Der obere Teil ist heute ein beliebtes Wohnviertel. an der Wasserseite findet man meist Hotels, Cafés und Restaurants. Im unteren Tyholmen steht auch das berühmte alte Rathaus von Arendal. Es wurde zwischen 1812-1815 zunächst als privates Wohnhaus für Arendals wohlhabendsten Bürger erbaut und diente zwischen 1844-2005 als Rathaus der Stadt. Bis heute ist es das höchste und zweitgrößte Holzhaus in Norwegen.

Ocean Majesty in Arendal / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Ocean Majesty in Arendal / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

BBQ und beste Stimmung an Bord

Nach einem ausgedehnten Spaziergang kehre ich zurück zur Ocean Majesty, die wenig später in Richtung Kristiansand in See sticht. Bei hochsommerlichen Temperaturen gibt es jetzt ein leckeres BBQ mit Spezialitäten direkt vom Grill. Die Stimmung an Bord ist außerordentlich gut, die Mehrzahl der mitreisenden Gäste genießt die Mittagsstunden auf den Außendecks der Ocean Majesty. Das Wetter könnte nicht besser sein und vermittelt eher den Eindruck, sich auf einer Karibikkreuzfahrt als auf einer Nordeuropa-Kreuzfahrt zu befinden.

Von Arendal nach Kristiansand legt die Ocean Majesty 36 Seemeilen zurück.

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Tag 5: 06. Juni 2018 Kristiansand, Norwegen

Nur drei Stunden nach Abfahrt in Arendal hat die Ocean Majesty am Terminal in Kristiansand festgemacht. Auf den ersten Blick sieht die Stadt überhaupt nicht ansprechend aus. Mir erscheint sie viel zu groß und industriell geprägt. Dieser Eindruck soll mich nicht täuschen, denn Kristiansand ist nicht nur die Hauptstadt Südnorwegens, sondern auch die fünftgrößte Stadt in Norwegen. Obwohl das Stadtzentrum nur einen Quadratkilometer groß ist, leben hier 87.500 Einwohner. Kristiansand verfügt außerdem über einen bedeutenden Industrie- und Fährhafen. Mit uns liegt heute das Kreuzfahrtschiff Costa Favolosa in Kristiansand.

Viel zu touristisch und wenig originell

Als Kreuzfahrttourist verlässt man den Hafen zwangsläufig über die „Fiskebrygga“, eine Fischerbrücke die eher eine Ansammlung aus Restaurants und Souvenirläden darstellt, als eine bedeutende Brücke im klassischen Sinne. Es herrscht reges Treiben zwischen den neu errichteten Holzhäusern. Einen kleinen Fischmarkt gibt es auch. Mir ist es hier eindeutig zu touristisch. Mit einem traditionellen Fischmarkt oder Hafenviertel hat das hier nichts gemeinsam. Fiskebrygga ist nett, aber wenig originell. Kleine Boote durchfahren die künstlich angelegten Kanäle, die Außenbereiche der Restaurants sind sehr gut besucht und durch die Souvenirläden schieben sich die Passagiere der Costa Favolosa. Ob der Fisch auf dem Fischmarkt wohl wirklich fangfrisch ist? Ich habe da so meine Zweifel. Für mich sieht es hier aus wie im Supermarkt, die Zubereitung der Fische scheint woanders zu erfolgen.

Fiskebrygga in Kristiansand Norwegen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Fiskebrygga in Kristiansand Norwegen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mein nächster Stopp ist die Odderøya Festung. Die Festungsanlage wurde zwischen 1660-1797 erbaut und ist Kristiansands älteste Festung. Von 1804-1914 diente  sie als Nordeuropas größte Quarantänestation. Der Ausblick von der gleichnamigen Insel Odderøya auf die Stadt Kristiansand ist sehr schön. Insel und Festung sind über befestigte Wege direkt vom Hafen aus in wenigen Gehminuten erreichbar.

Blick über Kristiansand von Odderoya Festung / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick über Kristiansand von Odderoya Festung / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Von der Odderøya Festung aus lohnt es sich, die Strandpromenade entlang bis zur Festung Christianholm zu laufen. Die Christianholm Festung kann, wie auch die Odderøya Festung, kostenfrei betreten werden. Der Bau der relativ kleinen Christianholm Festung begann im Jahr 1667 und wurde im Jahr 1672 vollendet.  Die Festung diente einst zu Verteidigungszwecken, heute wird sie für kulturelle Zwecke genutzt.

Blick von Christianholm Festung in Kristiansand / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick von Christianholm Festung in Kristiansand / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Nur wenige Gehminuten entfernt ist in der City von Kristiansand die Kristiansand Domkirke zu bestaunen. Bereits 1645 entstand an selbiger Stelle des heutigen Domes eine hölzerne Dreifaltigkeitskirche. Diese ersetzte man 1696 durch die Erlöserkirche, welche 1734 abbrannte. Der dann folgende Neubau brannte im Jahr 1880 ebenfalls ab. Die derzeitige, neugotische Kirche wurde 1885 vollendet. 1940 traf eine Granate den Kirchturm, welche nur geringe Schäden anrichtete. Ansonsten blieb das Gebäude bis heute erhalten. Mit einer Gesamtlänge von 70m und einer Breite von 39m ist sie eine der größten Kirchen des Landes. Die Höhe des Turmes beträgt 70m.

Vielmehr gibt es in Kristiansand, abgesehen von einem Kunstmuseum und einer Kunstgalerie, nicht zu erkunden. Aus diesem Grunde schlage ich langsam aber sicher den Rückweg in Richtung Hafen ein.  Das Kreuzfahrtschiff Costa Favolosa hat Kristiansand bereits verlassen, sodass es rund um Fiskebrygga etwas leerer geworden ist.

Ocean Majesty im Hafen von Kristiansand / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Ocean Majesty im Hafen von Kristiansand / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Um 21:00 Uhr läuft die Ocean Majesty von Kristiansand in Richtung Aalborg aus.

Eine schöne Kombination

Die Entfernung dorthin beträgt 175 Seemeilen. Zwar hat mich Kristiansand als einzelne Destination nicht so überzeugt wie Arendal, doch die Kombination beider Häfen haben den heutigen Tag sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet. Letztendlich sind beide Städte völlig unterschiedlich und einen Besuch wert.

Maximale Sonnenscheindauer

Das Wetter am heutigen Tag bleibt natürlich nicht unerwähnt. Die maximale Sonnenscheindauer von 18 ½ Stunden wurde nur knapp verfehlt. In Kristiansand zog ein kleines Wolkenband über die Stadt. Wenn es sonst schon keine Wetterkapriolen zu melden gibt, dann eben ein solches Detail.

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Tag 6: 07. Juni 2018 Aalborg, Dänemark

Ein neuer Tag beginnt

Um 04:00 Uhr leuchten die ersten Sonnenstrahlen durch mein Kabinenfenster. Bis der Lotse um 08:00 Uhr an Bord kommt, bleibt noch etwas Zeit über die leeren Decks der Ocean Majesty zu schlendern. Die See ist völlig ruhig, der Wind kaum spürbar. Einige Seemöwen umkreisen neugierig das Schiff. Eine perfekte Idylle.

Passage Ortschaft Hals in Dänemark / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Passage Ortschaft Hals in Dänemark / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Fjord statt Fluss

Um 08:30 Uhr liegt auf der Steuerbordseite die Ortschaft Hals, auf der Backbordseite der Ort Egense. Beide werden durch eine kleine Fähre verbunden. Die Ocean Majesty fährt nun im Limfjord in Richtung Aalborg. Auch wenn es auf den Seekarten so aussieht, liegt die Stadt Aalborg an keinem Fluss. Der Limfjord ist ein langer Sund zwischen der Halbinsel Jütland und der Insel Vendsyssel im Norden Dänemarks. Der etwa 30 Kilometer lange, östliche Teil in dem die Ocean Majesty fährt, ist deutlich enger als der westliche Teil. Der Limfjord verbindet die Nordsee im Westen mit dem Kattegat im Osten. Die größte Stadt am Limfjord ist Aalborg.

Mitten im Schlosspark

Um 11:00 Uhr erreicht die Ocean Majesty den Liegeplatz am Cruise Terminal Aalborg, direkt vor dem historischen Schloss und dem postmodernen Utzon Center. Vom oberen Sonnendeck der Ocean Majesty aus hat man einen herrlichen Blick in den schön angelegten Schlosspark. Einen besseren Liegeplatz gibt es in Aalborg nicht. Wobei die Bezeichnung „Cruise Terminal“ etwas irreführend ist. Es gibt lediglich ein winziges, zeltartiges Bauwerk direkt an einer großen Uferpromenade. Ich finde es klasse, denn genau so macht eine Kreuzfahrt Spaß. Man durchläuft keine endlosen Terminalgebäude und spürt das Leben an Land bereits vom Schiff aus. So sahen früher fast alle Liegeplätze in den Städten aus, an denen Kreuzfahrtschiffe festgemacht haben. Bis der große Kreuzfahrtboom begann und der Massentourismus einsetzte. Auch die deutlich erhöhten Sicherheitsvorschriften nach 9/11 haben sehr viel verändert.

Ocean Majesty am Cruise Terminal in Aalborg, Dänemark / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Ocean Majesty am Cruise Terminal in Aalborg, Dänemark / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die Liste an Sehenswürdigkeiten in Aalbord ist lang. Da die Ocean Majesty erst um 19:00 Uhr wieder auslaufen wird, bleibt ausreichend Zeit für einen ausgedehnten Stadtrundgang.

Der Toldbod Plads Springbrunnen

Im Herzen von Aalborg, direkt an der Hafenfront an der die Ocean Majesty festgemacht hat, stoße ich auf den Toldbod Plads Springbrunnen. Der Springbrunnen trägt den Namen weil er auf  dem Toldbod Plads steht, dem Zollamtsplatz von Aalborg. Während der Sommermonate schießen die Wasserfontänen des Brunnens in stetig wechselnder Höhe in Richtung Himmel. Viermal pro Tag laufen die Fontänen synchron zu Georg Friedrich Händels Wassermusik.

Zu den sehenswerten Gebäuden in der City von Aalborg gehören das Rathaus, das Jens Bangs Stenhus, der Bahnhof von Aalborg der St.-Budolfi-Dom sowie weitere historische Altbauten, die zu Wohnhäusern umgebaut wurden.

Hjelmerstald – zurück in die Vergangenheit

Besonders schön sind die kleinen, historischen Häuser in der Straße Hjelmerstald, die in unmittelbarer Nähe der Liebfrauenkirche liegen. Während die Vor Frue Kirke in ihrer heutigen Form im Jahr 1878 vollendet wurde, sind die kleinen Empire-Häuser in der bezaubernd schönen Hjelmerstald Straße schon in den späten 1600er Jahren gebaut worden. Einst sahen die meisten Straßen in Aalborg so aus, heute sind nur noch wenige in einem ähnlich guten Zustand erhalten. Ich habe auf meinen Kreuzfahrten bisher wenig vergleichbar schöne Straßen gesehen.  

Hjelmerstald Strasse mit historischen Häusern in Aalborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Hjelmerstald Strasse mit historischen Häusern in Aalborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Von der Altstadt zur modernen Waterfront

Im harten Gegensatz zur Altstadtarchitektur in Aalborg stehen Gebäude wie das Haus der Musik, das Kulturzentrum Nordkraft, das Utzon Center sowie die Aalborg University. Alle Gebäude befinden sich in der Nähe der neuen Waterfront von Aalborg. Es lohnt ein Rundgang, sowohl durch die Altstadt als auch entlang der neuen Waterfront. Auf diese Weise bekommt man als Besucher einen schönen Eindruck in die verschiedenen Architekturen, die in Aalborg zu bestaunen sind.  

Kulturzentrum und Konzertsaal Aalborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Kulturzentrum und Konzertsaal Aalborg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Aalborghus Schloss als krönenden Abschluss

Meine interessante Stadtwanderung durch die Stadt Aalborg findet mit dem Besuch im Aalborghus Schloss ihren krönenden Abschluss. Das Aalborghus Schloss wurde vom dänischen König Christian III in Auftrag gegeben und 1555 als Festungsanlage fertiggestellt. Als Festung war die Anlage jedoch nicht geeignet und so wurde sie zum Wohn- und Verwaltungssitz der norddänischen Provinzgouverneure umgebaut. Ursprünglich war das Schloss vollständig von Wasser umgeben. Der Schlosspark ist für die Öffentlichkeit zugänglich, die Innenräume jedoch nicht. In den Kasematten unter dem westlichen Wall wird die Geschichte der Gebäude für Besucher auf Informationstafeln erklärt. Das Schloss wurde als Fachwerk gebaut, die Treppengiebel der ältesten Trakte verweisen auf Bauformen der Gotik und Renaissance.

Schloss Aalborghus und Ocean Majesty / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Schloss Aalborghus und Ocean Majesty / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Der Weg vom Schloss zurück zur Uferpromenade, an der die Ocean Majesty liegt, ist nur etwa 200m lang.

Die Krone dieser Kreuzfahrt

Wie schon in den anderen Häfen, so nutzen die Stadtbewohner die öffentlichen Parkanlagen und Hafenfronten für einen entspannten Ausklang des Tages unter wärmenden Sonnenstrahlen. Mehr Sonnenscheinstunden als auf dieser Kreuzfahrt sind kaum möglich. Die Stimmung unter den Gästen ist an Bord der Ocean Majesty auf den meisten Kreuzfahrten sehr angenehm, auf dieser Kreuzfahrt jedoch extrem gut. Überall blicke ich in lachende und zufriedene Gesichter. Ein Reisender aus Kassel bringt es auf den Punkt. Er sagt: „Die Ocean Majesty kenne ich bereits, da wusste ich, dass mich ein gepflegtes Kreuzfahrtschiff mit einer ganz lieben Crew erwartet. Mit diesem unfassbar schönen Wetter habe ich allerdings nicht gerechnet. Das setzt dieser Kreuzfahrt die Krone auf.“

Kostenfreie Hotdogs für Gäste und Crew

Eine Besonderheit möchte ich noch festhalten. Die Stadt hat über die gesamte Liegezeit der Ocean Majesty einen mobilen Marktwagen mit dänischen Hotdogs vor der Gangway der Ocean Majesty geparkt. Es wurden für alle Gäste und Besatzungsmitglieder kostenfreie Hotdogs verteilt! Das habe ich in vergleichbarer Form bisher in keinem anderen Hafen erlebt.

Um 19:00 Uhr sendet Giannis Papangelis einen letzten Gruß aus dem Typhon der  Ocean Majesty in die Straßen von Aalborg und dreht das Schiff um 180 Grad. Er nimmt Kurs auf den letzten Hafen dieser außergewöhnlichen Kreuzfahrt. Bis nach Fredericia sind es 139 Seemeilen.

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Tag 7: 08. Juni 2018 Fredericia, Dänemark

Wenig herausragende Sehenswürdigkeiten

Langsam, aber sicher nähert sich die Ocean Majesty dem letzten Hafen dieser Kreuzfahrt. Die Deutsche Grenze befindet sich nur noch 100 Kilometer entfernt. Der Hafen von Fredericia ist der größte Güterhafen Dänemarks. Die Bahnstrecke Fredericia – Flensburg stellt die Verbindung beider Schienennetze und Länder sicher. Der alte Hafen von Fredericia wurde für Kreuzfahrtschiffe ausgebaut. In die Innenstadt von Fredericia sind es vom Liegeplatz der Ocean Majesty aus nur wenige Gehminuten. Die Stadt ist insgesamt recht schön anzuschauen, eine bedeutende Anzahl an Sehenswürdigkeiten gibt es jedoch nicht. Das Stadtbild ist zum Teil von historischen Häusern und Kirchen geprägt. Kaum eines der Bauwerke stammt aber aus der Gründerzeit um 1650. Nach all den wunderbaren Eindrücken in den letzten Tagen, fällt meine Beurteilung zu Fredericia möglicherweise auch sehr kritisch aus.

Innenstadt von Fredericia / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Innenstadt von Fredericia / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die Wallanlage von Fredericia

Die Hauptattraktion von Fredericia ist die erstaunlich gut erhaltene Wallanlage. Sie gehört zu den größten und besterhaltenen in Europa. Fredericia ist eine der sehr wenigen dänischen Städte, die ohne vorhergehende Stadtbildung als Festung gegründet wurden. Der beeindruckende Festungswall ist zur Landseite hin rund 1.800m lang, zur Wasserseite etwa 1.400m. Der Durchmesser beträgt 4.600m. Es ist möglich, die Wallanlage zu Fuß zu erkunden. Sie besteht aus Wallschilden, Bastionen, Gräben, Türmen und Kanonen. Die einstige Verteidigungsanlage ist heute einer der größten Stadtparks des Landes. Etwa 16km sind die Wanderwege lang. Die Funktion als Festung endete im Jahr 1909, seit 1917 steht der Wall unter Schutz. Sowohl der Wall als auch die Parkanlage, sind kostenfrei zu erkunden. Will man in eines der Gebäude hinein, so werden unterschiedliche Eintrittsgelder verlangt. Nach einem recht langen Fußmarsch entscheide ich mich dazu, auf dem Rückweg nicht durch die Stadt, sondern entlang der Küstenlinie zu laufen. Auf diesem Weg erwarten mich in erster Linie viele Grünanlagen, ein recht langer Steinstrand und einige Aussichtsmöglichkeiten.

/ Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
/ Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Zurück auf der Ocean Majesty genieße ich die letzten Stunden an Bord bei frühsommerlichen Temperaturen von 26 Grad und Sonnenschein im Lido Garten. Um 19:30 Uhr verlässt die Ocean Majesty den Liegeplatz in Fredericia. Damit endet diese außergewöhnliche Kreuzfahrt. Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck, kehre ich schließlich in die nahe gelegene Heimat zurück.

Am nächsten Morgen um 07:00 Uhr läuft die Ocean Majesty wieder in Kiel ein.

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Das Fazit der Kreuzfahrt

Das Fazit fällt sehr kurz und knapp aus. Die Route ist zwar nicht exotisch aber dennoch ausgefallen und wird in dieser Form von keinem anderen Kreuzfahrtschiff gefahren. Eine identische Neuauflage derselben Routenführung wird es im Jahr 2019 zwar leider nicht geben, dafür werden aber ähnlich ungewöhnliche Häfen kombiniert. So steuert die Ocean Majesty zum Beispiel vom 23.05.-30.05.2019 im Rahmen der Kreuzfahrt „Schwedischer Küstenzauber“ die Häfen Rönne, Karlskrona, Kalmar, Visby und Stockholm an. Das Wetter während meiner jetzigen Kreuzfahrt ist unschlagbar gewesen, perfekter hätte es nicht sein können! Die maximale Anzahl an Sonnenstunden wurde beinahe erreicht, die Temperaturen lagen stets auf Sommerniveau. Das hat sich in besonderem Maße auf die Reisegäste übertragen, die sehr viel Zeit auf den Außendecks verbracht haben. Das Essen an Bord der Ocean Majesty ist weiterhin auf einem guten Niveau, der Service sehr gut, die Qualität der Landausflüge ebenfalls. Die Ocean Majesty wird offiziell als gutes Mittelklasseschiff angeboten. Ich würde das Schiff persönlich als Boutique-Kreuzfahrtschiff bezeichnen, denn mit Sternen wäre es nicht realistisch zu bewerten. Es gibt kein vergleichbares Kreuzfahrtschiff auf dem Markt. Daher ist dieser Kreuzfahrtklassiker die perfekte Wahl für Liebhaber kleiner, wunderbar gepflegter Kreuzfahrtschiffe, ohne dabei auf moderne Akzente verzichten zu wollen. 

 Komplette Bildergalerie der Kreuzfahrt mit der Ocean Majesty <<hier>>

Oliver Asmussen

Oliver Asmussen

Oliver Asmussen, 1976 in Hamburg geboren und dort aufgewachsen, entdeckte seine Vorliebe zur maritimen Kreuzfahrt und Fotowelt bereits in der Jugend. Seit mehreren Jahren sind seine Bilder beliebte Motive in verschiedenen Medien. Darüber hinaus betreibt er die größte Kreuzfahrt-Bilderseite www.oceanliner-pictures.com und verbringt viele Tage im Jahr auf unterschiedlichen Kreuzfahrtschiffen.
Oliver Asmussen