Buchtipp Kreuzfahrt-Liebe: Auf nach Mittelamerika mit „Kennen Sie den …?“ von Clara Gabriel

Clara Gabriel
Kreuzfahrt-Liebe Band II Foto:

Kreuzfahrt-Liebe Band 2

Am 07. Januar 2019 hat Clara Gabriel ihr drittes Buch veröffentlicht! Mit „Kennen Sie den …?“ erweitert die Autorin ihre Serie „Kreuzfahrt-Liebe“ um den zweiten Band. 

Wir haben uns gefreut, an den kalten Januar – und Februartagen dem kalten Wetter in Deutschland zu entfliehen und Clara an Bord der Stella Maris nach Mittelamerika und in die Karibik zu folgen. Das Kreuzfahrtschiff und einige Crewmitglieder „kannten“ wir schon aus Band I der Kreuzfahrt-Liebe: „Rettungsring für zwei“. 

Kreuzfahrt-Liebe Band 2 – der Klappentext

Es gibt einen Mann auf diesem Planeten, den die Karrierefrau Victoria ganz sicher nicht sehen will, als sie auf Kreuzfahrt geht, um ein paar Tage abzuschalten: den Comedian David Baum. Der macht ihr mit seiner Initiative gegen ihren Pharma-Konzern das Leben schwer. Blöd, dass ausgerechnet er als Stargast der Weihnachtsreise durch Mittelamerika und die Karibik gebucht wurde. Auf diesen Komiker hätte Victoria getrost verzichten können. Doch wie es scheint, kann nur er ihr dabei helfen, ihren Ex Philipp zurück zu gewinnen. Der macht nämlich ebenfalls Ferien an Bord der Stella Maris, zusammen mit seiner neuen Freundin. Und die wiederum würde eigentlich viel besser zu David passen, wie Victoria findet. Wenn da nicht die Tatsache wäre, dass er sie zum Lachen bringt und eine Seite in ihr weckt, die Victoria an sich noch nicht kannte …

Kreuzfahrt-Liebe Band 2 – unsere Lesermeinung

„Kenne Sie den…?“ ist das zweite Buch der Reihe „Kreuzfahrt-Liebe“ von Clara Gabriel. Nachdem ich Band I im letzten Jahr in nur wenigen Tagen verschlungen habe, war ich gespannt wieder mit der Autorin in See zu stechen. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Karrierefrau Victoria flieht vor den Weihnachts- und Silvestertagen und schifft auf der mir bereits bekannten Stella Maris in einer Luxusbalkonkabine ein. Endlich Ruhe? Von wegen, die Kabinennachbarn auf der linken Seite entpuppen sich als ihr Exfreund David mit neuer Freundin und rechts wohnen Huhu´s. Wer kennt sie nicht, Huhu´s sind „nette“ Mitreisenden, die darauf aus sind, im Urlaub Bekanntschaften zu machen, an die sie sich fortan hängen und mit ihrer Gesellschaft beglücken, um der eigenen Beziehungslangeweile zu entfliehen. On top kommt bei Victoria noch Bordkomiker David hinzu. Genau der Mann, der öffentlich in der Heimatpresse gerade ihre Firma attackiert. Fröhliche Weihnachten!

In Clara Gabriels Hauptperson Victoria kam ich sofort super rein und konnte daher von Anfang an mit ihr fühlen und auch reisen. Und das nicht nur in eine Welt aus Reggae, Rumpunsch und weißer Strände, sondern auch mitten in ihr Gefühlschaos, was im Verlauf des Buches immer mehr zunimmt. Die Nacht in Jamaika, die sie an Land verbringt, würde glaube ich jede Frau gern einmal so erleben.

Besonders gut gefällt mir über jedem Kapitel die schöne Illustration eines Koffers, verbunden mit einem kleinen Kreuzfahrtwitz, was immer wieder auf den Buchtitel anspielt.

Gern vergebe ich für dieses Werk 5 Sterne und freue mich bereits auf Band III und eine Rückkehr auf die Stella Maris. Mal sehen, wer sich dann verliebt. Die Lektüre ist ein Muss für jeden Kreuzfahrtfan, der Liebesromane mag oder einfach nur für Leser, die Fernweh in Büchern suchen. Man muss Band I übrigens nicht gelesen haben, um Band II zu verstehen, aber als neuer Leser wird man sicher neugierig auf „Rettungsring für zwei“.

Kennen Sie den...?
Foto: Autorin Clara Gabriel

Kreuzfahrt-Liebe Band 2 – kleine Leseprobe

… Bewaffnet mit dem Eis und einem großen Löffel stapfte sie ins Wohnzimmer und kuschelte sich mit ihrer Lieblingsdecke aus weichem Mohair in eine Ecke der schneeweißen Ledercouch. Alles in ihrer Wohnung war weiß, bis auf die massiven Bodendielen aus gekalkter Eiche und ein paar Accessoires, wie Kissen oder Wolldecken in Grau. Manche Leute empfanden die Wohnung als kalt, beinahe steril. Aber Victoria mochte es so. Auch was ihre Kleidung betraf, wählte sie stets dezente Töne. Zu neunzig Prozent trug sie sowieso einen Hosenanzug, entweder in schwarz, grau oder dunkelblau.

Sie musste seriös auftreten, wenn man sie ernst nehmen sollte. Und das war wirklich nicht einfach. Als 1,63 Meter große Blondine war es harte Arbeit, sich im Geschäftsleben zu behaupten. Ständig musste sie beweisen, dass sie sehr wohl in der Lage war, einen Konzern mit zweieinhalbtausend Mitarbeitern zu führen. Im Gegensatz zu Konstantin, der sich aufführte, als wäre er der junge Gunter Sachs oder der Playboy-Chef höchstpersönlich. Aber immerhin traute man ihrem Bruder auch nicht viel zu, zumindest darin waren sie sich ausnahmsweise mal ähnlich. Trotzdem, es kostete viel Kraft. Und manchmal war sie es einfach leid. Heute, zum Beispiel. Was für ein elender Scheißtag!

Victoria löffelte ein bisschen Eis, der Geschmack von Erdnüssen füllte ihren Mund. Dann angelte sie ihren Laptop vom Beistelltisch, fuhr ihn hoch und las die Mail, die Jens Reuber ihr geschickt hatte. Im Anhang entdeckte sie die beiden Dokumente und überflog die Pressemitteilung. Okay, das konnte so rausgehen. Dann öffnete sie das Schreiben, das direkt an diesen David Baum gerichtet war. Die nächsten zehn Minuten verbrachte sie damit, einen Löffel Eis zu essen und einen Satz zu lesen, immer im Wechsel. Beides ließ sie sich genüsslich auf der Zunge zergehen. Reuber war wie immer brillant. Im Prinzip stellte er auf üble Nachrede ab, genau, wie Victoria vermutet hatte. Des Weiteren drohte er mit Anzeige wegen Verleumdung und Beleidigung. Und jede einzelne seiner präzisen Formulierungen ließ keinen Zweifel daran, dass sie bereit waren, ihn in Grund und Boden zu klagen, sollte dieser Typ seine Aktivitäten gegen Rothpharm nicht umgehend einstellen.

Aber was sie immer noch nicht verstand, war der Kern des Ganzen. Warum gerade sie? Was wollte dieser Typ eigentlich von ihr? Sie öffnete den Browser und tippte seinen Namen in die Maske einer Suchmaschine. David Baum, Comedian. Die Anfrage ergab mehr als zwanzigtausend Treffer, aber sie interessierte sich nur für das Wichtigste. Sein Wikipedia-Eintrag umfasste gerade mal drei Zeilen und sein letzter Fernsehauftritt lag fünf Jahre zurück.

Victoria öffnete seine Website. Die letzte Aktualisierung lag vier Jahre zurück, das einzig Neue war der Link zu dem Zeitungsartikel sowie ein knapper Aufruf, die Petition zu unterzeichnen. Unter Über mich eine kurze Zusammenfassung seines Werdegangs. Gelernter Schauspieler, soso. Sie klickte das Foto an und sein Gesicht füllte den Bildschirm. Er erinnerte sie ein wenig an diesen Moderator, Joko Winterscheid. Blond, blauäugig, bloß die Brille fehlte. Ein verschmitztes Lächeln umspielte seine Lippen. Im Grunde wirkte er ganz sympathisch, und sie hätte ihn mit Sicherheit attraktiv gefunden, wenn er sich nicht zu ihrem Feind erklärt hätte.

Geldgeile Tussi … Eigentlich sollte sie sich sein Geschwätz nicht so zu Herzen nehmen. Das hatte sie nicht nötig. Wenn es nicht im Prinzip auf das Gleiche hinauslaufen würde, was ihr Philipp vorgeworfen hatte. Victoria fuhr sich mit der Hand über die Augen, sie wollte nicht an Philipp denken. Aber gerade jetzt hätte sie eine starke Schulter zum Anlehnen gebraucht. Unsinn! Sie kam bestens allein zurecht. Unwirsch schüttelte sie den Kopf, um die Bilder zu vertreiben, die gerade hochkamen. Dann öffnete sie Andreas Nachricht und studierte die Eckdaten. Aha, die Reise dauerte vom 18.12. bis zum 02.01., sechzehn Tage Mittelamerika und Karibik in der Premium-Suite, Feiertags-Special mit buntem Unterhaltungsprogramm und Stargästen an Bord.

Kreuzfahrt … Eigentlich hatte sie immer gedacht, wenn sie mal auf Kreuzfahrt ginge, dann zusammen mit Philipp. Vielleicht als Flitterwochen auf einem dieser exklusiven Segelschiffe, statt eines Clubschiffs für die ganze Familie. Victoria bezweifelte, dass das die Art von Urlaub war, die sie bevorzugte. Aber andererseits hatte sie keine Alternative und die Optionsbuchung lief in knapp vier Stunden aus. Ach was soll’s, wieso eigentlich nicht?

Victoria klickte auf den Link in der Mail, der sie in den internen Bereich der Website der Stella Maris führte, und bestätigte die Buchung. Alles war besser, als Weihnachten allein unterm Baum zu hocken. Ein paar Tage Ruhe würden ihr wirklich nicht schaden und derweil konnten sich ihre Anwälte um den anderen Baum und seine Petition kümmern. Sie klickte den Link zu Change Org auf seiner Website. Die Zahl der Unterschriften stand bei zweiunddreißig. Trotzdem, sie mussten die Sache direkt im Keim ersticken, bevor sie sich zu einem Flächenbrand ausweitete. Dieser Komiker würde sie noch kennenlernen! …

Das Buch kostet 9,99 EURO (Kindle 2,99 EURO). Das Team von Cruisestart wünscht der Autorin weiterhin viel Erfolg und viel Schaffensfreude bei Band III.

Information:

Zur Homepage von Clara Gabriel geht es hier: https://claragabriel.de/clarahome.html

Alle Fotos wurden uns von Clara Gabriel zur Verfügung gestellt.

Hier können Sie das Buch kaufen!

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Brina Stein
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Brina Stein

Brina Stein - Kreuzfahrtautorin - ist seit über 17 Jahren auf den Meeren dieser Welt unterwegs. 2012 verband sie das Reisen mit dem Schreiben und ist seitdem auch als Autorin auf dem maritimem Büchermarkt zu finden. Brina lebt im Taunus, ist aber auch häufig in ihrem Heimathafen Travemünde anzutreffen, im dem sie aufgewachsen ist.
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