Interview mit Pierfrancesco Vago von MSC Cruises

Pierfrancesco Vago, Executive Chairman von MSC Cruises auf der Taufe. Foto: MSC Kreuzfahrten
Pierfrancesco Vago, Executive Chairman von MSC Cruises auf der Taufe. Foto: MSC Kreuzfahrten

Pierfrancesco Vago von MSC Cruises im Interview

Executive Chairmann Pierfrancesco Vago,  hat in der Schweizer Zeitung Blick ein interessantes Interview über die aktuelle Situation bei MSC Cruises und auch kleine Einblicke in die MSC-Familie gegeben.

Corona traf Ihre Branche besonders hart. Wie sehen Sie, Herr Vago, Situation heute?

Schon in den Anfängen der Pandemie waren wir im Notfall-Modus. Ab März mussten wir 70.000 Passagiere und 30.000 Crew-Mitglieder aus aller Welt sicher nach Hause bringen – eine riesige Herausforderung! Gewisse Länder ließen zeitweise nicht mal mehr die eigenen Bürger wieder einreisen.

Wo befinden sich Ihre 17 Kreuzfahrtschiffe?

Wir mussten für jedes einen Hafen oder einen Ankerplatz finden, was gar nicht einfach war. Je rund 50 Crew-Mitglieder sind für den Unterhalt an Bord. Die Schiffe müssen bewegt werden, sonst entstehen Schäden, denn sie sind zum Fahren gemacht, nicht zum Stehen. Inzwischen haben wir sie über die ganze Welt verteilt, sodass wir überall bereit sind, sobald man wieder loslegen kann.

Was ist mit Ihren mehr als 30.000 Mitarbeitern?

Unser Ziel ist es, niemanden zu entlassen. Die Büroangestellten rund um den Globus erhalten lokal staatliche Unterstützung. Crew-Mitglieder haben auch in normalen Zeiten befristete Verträge. Das bedeutet, dass die meisten von ihnen – wenn die Verträge im Zuge der Pandemie ausgelaufen sind – momentan auf neue Verträge warten, die starten, sobald die Schiffe wieder auf See sind.

Ist Ihr Unternehmen stabil genug, um die Krise zu überleben?

Ja, die MSC Gruppe ist ein Schifffahrtskonglomerat: Kreuzfahrten sind ein kleiner Teil, wir betreiben auch Cargo-Schiffe, Fähren, Häfen und Logistik. Die Gruppe als Ganzes verdient gut, die einzelnen Bereiche helfen einander. Als Familienunternehmen sind wir weder börsenkotiert, noch schauen wir auf die Quartalszahlen. Vor 50 Jahren startete mein Schwiegervater bei null. Seither haben wir uns nie auch nur einen Franken Dividende ausbezahlt, sondern immer den gesamten Gewinn ins Unternehmen investiert.

Was sind die Nachteile eines Familienunternehmens?

Dass die Verwaltungsratssitzungen zu Hause beim Nachtessen stattfinden (lacht).

Sie sind in den letzten Jahren stark gewachsen und haben zehn weitere Schiffe bestellt, die bis 2027 ausgeliefert werden sollen. Werden Sie die wie geplant übernehmen?

Ja, denn die Nachfrage wird zurückkommen. Glücklicherweise haben wir darunter vier Luxusschiffe: Nach der Pandemie wird mehr Platz und mehr Privatsphäre bei einem bestimmten Gästetyp noch mehr gefragt sein. Heute unternehmen erst rund zwei Prozent der europäischen Bevölkerung eine Kreuzfahrt. Da liegt noch viel Potenzial.

Bestimmt noch immer Ihre Schwiegermutter das Design auf den Schiffen?

Wir haben natürlich Innenarchitekten, und wenn wir ein Pub planen, so muss es wie ein englisches Pub aussehen. Aber tatsächlich hat meine Schwiegermutter die grossartige Gabe, Stil, Materialien und Qualität der MSC-Schiffe zu definieren – und da wählen wir immer die beste und nicht die günstigste Variante.

Es ist ja eigentlich ein Zufall, dass MSC den Sitz in der Schweiz hat?

Es ist sehr einfach: Frau Aponte ist in der Schweiz geboren, und Herr Aponte, der Firmengründer, ist aus Italien nach Genf gekommen und hat Frau Aponte geheiratet (lacht). Er arbeitete anfangs bei einer Bank, dann zog es ihn zur Schifffahrt. Er leihte sich Geld und startete die Firma vor 50 Jahren. Wir sind also eine richtige Schweizer Unternehmung. Aber eine mit internationaler Ausrichtung, weil wir Mitarbeiter aus der ganzen Welt beschäftigen.

Zur Person Pierfrancesco Vago

Pierfrancesco Vago ist seit 2013 Executive Chairman von MSC Cruises. In seiner vorherigen Position als CEO führte er das Unternehmen trug er zu einem über 800-prozentigen Wachstum des Unternehmens seit dessen Gründung bei. Von dem Hauptsitz in Genf aus führt Pierfrancesco Vago als Executive Chairman die strategische und langfristige Planung der italienischen Reederei und ihrer Tochtergesellschaften.

Er war federführend bei dem branchenweit einzigartigen Flottenausbau, der die nächste Phase von MSCs Wachstum einleitet. Er umfasst die Inbetriebnahme von 17 modernen Kreuzfahrtschiffen zwischen 2017 und 2027, die eine Kapitalinvestition von mehr als 13,6 Milliarden Euro bedeuten. Die Passagierkapazität von MSC Kreuzfahrten wird sich in diesem Zeitraum dadurch verdreifachen.

Der studierte Betriebswirt, Mr Vago trat der MSC Familie im Jahre 2000 bei und betreute ein Gemeinschaftsprojekt mit der italienischen Fährgesellschaft SNAV und der Hoverspeed Seacontainer Group. Im Jahr 2010 stieg er als Line Manager für die USA, Mexiko und Kanada im Bereich Containerschifffahrt auf.

Pierfrancesco Vago war vom 1. Januar 2014 bis Dezember 2016 der Vorsitzende der CLIA Europa (Cruise Line International Association), dem Weltverband der Kreuzfahrtindustrie. Unter seiner Führung erhielt die CLIA Europa – in Abstimmung mit der CLIA Global – eine wachsende Bedeutung in der Zusammenarbeit mit allen wichtigen Behörden, Institutionen und Gesetzgebern in Europa, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Brüssel. Als Teil der globalen CLIA Leitung ist Pierfrancesco Vago weiterhin intensiv in die Tätigkeiten des Verbandes eingebunden. Zusätzlich bleibt er auch ein Mitglied des europäischen CLIA Vorstands.

Quelle:

Dieses Interview war ein kurzer Auszug aus dem Interview mit der Schweizer Zeitung mit Pierfrancesco Vago von MSC Cruises. Wenn Sie das komplette Interview lesen möchten, finden sie es [unter diesem Link].

Auch interessant, unser Interview mit Benjamin Krumpen von Phoenix Reisen.

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