Reisebericht: Mittelmeerkreuzfahrt mit der MSC Seaview

MSC Seaview vom Fort St. Angelo, Malta aus gesehen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
MSC Seaview vom Fort St. Angelo, Malta aus gesehen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mit dem neuen Kreuzfahrtschiff MSC Seaview zu bekannten Metropolen im westlichen Mittelmeer.

Im Rahmen der Jungfernfahrt, die nach der Taufe im italienischen Genua beginnt, besuche ich mit der MSC Seaview die Städte Neapel, Messina und Valletta, bevor ich in Barcelona wieder von Bord gehe. Der Reisebericht ist ein Mix aus einer Schiffs- und Destinations-Erkundung.  

Die Kreuzfahrtroute der MSC Seaview

Die 323m lange und 153.516 BRZ große MSC Seaview fährt in ihrer Premierensaison 2018 auf einer klassischen Kreuzfahrtroute zu bekannten Metropolen im Mittelmeer. Ich habe das neue Schiff auf der Jungfernfahrt unter die Lupe genommen. Ein ausführliches Schiffsportrait der MSC Seaview gibt es <<hier>> zu lesen.

Tag 1: 09. Juni 2018 – die Taufe in Genua

Vor der Jungfernfahrt steht die Taufe der MSC Seaview am 09. Juni 2018 im Hafen von Genua an. Taufpatin ist ganz traditionell Sophia Loren, die bereits seit vielen Jahren die Champagnerflaschen an den Kreuzfahrtschiffen von MSC Kreuzfahrten zerschellen lässt. Zu den Stargästen des Abends, durch den Michelle Hunziker führt, gehören Zucchero, Lorella Cuccarini, Roberta Di Mario sowie der Kinderchor Piccolo Coro Dell´Antoniano. Gekrönt wird das Taufevent mit einem spektakulären Feuerwerk.

Taufe der MSC Seaview durch Sophia Loren in Genua am 09.06.2018 / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Taufe der MSC Seaview durch Sophia Loren in Genua am 09.06.2018 / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Tag 2: 10. Juni 2018 Genua, Italien

Da die Tauffeier in der letzten Nacht an Bord länger wurde, lasse ich den heutigen Tag etwas ruhiger beginnen. Das legendäre Terminalgebäude, die Stazione Marittima an dem die MSC Seaview liegt, ist am Mittag von den letzten Papierschnipseln des Taufevents befreit. Nichts erinnert mehr an eine rauschende Partynacht. Um 16:30 Uhr sind alle neuen Passagiere an Bord, die heute mit der MSC Seaview auf Jungfernfahrt gehen. Nach der obligatorischen Seenotrettungsübung heißt es um 17:00 Uhr zum ersten Mal „Leinen los“! Die brandneue MSC Seaview verlässt zum ersten Mal Genua.

Zwischen Seefahrtromantik und wummernden Bässen

Ein Bisschen Seefahrtromantik ist dabei, als sich der Kreuzfahrtriese langsam am Porto Antico vorbei in Richtung Hafenmole schiebt. Hier sind schon legendäre Kreuzfahrtschiffe wie die Andrea Doria zu ihrer Jungfernfahrt aufgebrochen. Auch Liner wie die Michelangelo oder Achille Lauro haben regelmäßig an diesem Terminal festgemacht. Historische Bilder im Gebäude sind die letzten Erinnerungen an diese Zeit. Mit diesen schönen Kreuzfahrtklassikern hat die MSC Seaview natürlich nichts gemeinsam. Den meisten Passagieren an Bord ist es sogar egal, dass an Land eine Blaskapelle spielt und die Wasserfontänen eines Hafenschleppers zum Abschied in den Himmel geblasen werden. Sie schauen gar nicht hin. An den Ufern drängen sich viele Menschen und halten den besonderen Moment mit ihrem Smartphone fest. Ich stehe am Heck der MSC Seaview, ganz oben auf einer schmalen Aussichtsplattform. Von hier aus bietet sich ein hervorragender Blick über den Hafen von Genua. Einen ähnlich schönen Blick hat man von der spektakulären Bridge of Sighs, einer Glasbrücke am Heck der MSC Seaview.

Eine Abfahrt wie jede andere auch

Eine Durchsage, dass in diesem Moment die Jungfernfahrt beginnt, bleibt aus. Bei der Vielzahl an Kreuzfahrtschiffen, die MSC Kreuzfahrten in den letzten Jahren in Dienst gestellt hat, ist vielleicht eine gewisse Routine eingekehrt. Ich finde es dennoch schade, dass aus diesem Reisebeginn eine „0-8-15 Abfahrt“ gemacht wird. Das junge Animationsteam auf dem Pooldeck dreht stattdessen lieber den Bass der Musikanlage noch etwas weiter auf, so dass auch der letzte Passagier aus seinen Gedanken gerissen wird und feststellt: „Hier ist kein Platz für Seefahrtromantik!“. So sieht sie aus, die moderne Welt der Kreuzfahrt. Mag sein, dass ich falsche Erwartungen habe.

Auslaufen Jungfernfahrt MSC Seaview Genua / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Auslaufen Jungfernfahrt MSC Seaview Genua / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die MSC Seaview nimmt Kurs auf Neapel, während ich aus dem reichhaltigen Angebot am Marketplace Buffet wähle. Sehr schön sind die Außenbereiche mit Blick auf den Sunset Beach Pool und das Fahrwasser der MSC Seaview. Sehr lecker sind übrigens die Eissorten, Michshakes und Crêpes im Venchi 1878. Von diesen Eis und Crêpes Chocolaterien gibt es gleich zwei an Bord der MSC Seaview. Da lasse ich den Nachtisch im Marketplace gerne „links liegen“.

Kein freier Seaview

Ich mache einen Spaziergang zum Sonnenuntergang über die Infinity Bridge und über den Boardwalk, hier ist er wieder, der Hauch von Seefahrtromantik. Schade, dass die Geländer entlang der Infinity Bridge so hoch gezogen sind, dass man erst ab einer Körpergröße von über 1,8m darüber schauen kann. Sicherheitsrelevante Gründe kann das nicht haben, denn bei anderen Reedereien gibt es solche Brücken auch. Dort aber mit freier Sicht auf das Meer.

MSC Seaview Infinity Bridge Sonnenuntergang / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
MSC Seaview Infinity Bridge Sonnenuntergang / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
  • Komplette Bildergalerie vom 10. Juni  <<hier>>

Tag 3: 11. Juni 2018 Neapel, Italien

Keine Landausflüge gebucht

Auf dieser Kreuzfahrt habe ich keine Landausflüge gebucht, da ich die Destinationen zum Teil kenne oder auf eigene Faust Erkundungen machen möchte. Während der heutigen Liegezeit in Neapel nutze ich zum Beispiel die Möglichkeit, die Wasserrutschen und den Forest Adventure Trail (Kletterpark) auszuprobieren. Das Schiff ist leer und es entstehen keine Wartezeiten vor den Attraktionen. Ein Großteil der Passagiere macht Ausflüge an die Amalfiküste, nach Pompei oder in die Stadt Neapel. Um 19:00 Uhr nimmt die MSC Seaview Kurs auf Messina.

MSC Seaview Erstanlauf in Neapel, Italien / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
MSC Seaview Erstanlauf in Neapel, Italien / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Tag 4: 12. Juni 2018 Messina, Italien (Taormina)

Um 04:15 Uhr in der Nacht hat die MSC Seaview die Insel Stromboli passiert, um 06:30 Uhr begann die Einfahrt in die Straße von Messina. Seit 07:00 Uhr liegt die MSC Seaview am Kreuzfahrtterminal im Hafen von Messina. Ich werde mir heute auf eigene Faust die Stadt Taormina anschauen.

Mit dem Mietwagen nach Taormina

Taormina ist eine Stadt, die man gesehen haben muss. Die Stadt liegt auf einer Höhe von rund 250m oberhalb vom Ionischen Meer und nur 100km von Messina entfernt. Es gibt mehrere Eingänge in das mittelalterliche Zentrum. Die Einwohnerzahl liegt ungefähr bei 11.000 Menschen. Die erste Besiedelung dieser Region geht auf die Zeit der Sikeler zurück. So nannte man zur Zeit der griechischen Kolonisation die Bewohner an der Nord- und Ostküste von Sizilien. Im 4. Jahrhundert wurde die Stadt griechisch, das heutige Zentrum wurde nach einer Zerstörung durch die Araber im Mittelalter neu gegründet. Eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten von Taormina ist das antike Theater mit Blick auf den Ätna und die Altstadt von Taormina. Der 3.323m hohe Ätna stößt kontinuierlich eine Rauchwolke aus und ist der höchste Vulkan Europas.

Teatro Antico di Taormina mit Blick auf Ätna / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Teatro Antico di Taormina mit Blick auf Ätna / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Ausblick bis zum Ätna

Das antike Theater von Taormina ist nach dem von Syrakus das zweitgrößte auf Sizilien. Es wurde um 500 v. Chr. erbaut und um 220 v. Chr. von den Römern erweitert. Seinerzeit diente das Bauwerk als Arena für Gladiatorenkämpfe und wurde für musikalische Darbietungen sowie Theateraufführungen geöffnet. In den Sommermonaten wird das Theater auch heute noch für Konzerte und Events genutzt.

Der Eintrittspreis liegt derzeit bei 9,- EUR. Eine Investition die sich lohnt. Der Ausblick vom Theater ist in alle Richtungen extrem gut. Besonders beeindruckend ist der Blick entlang der gesamten Ostküste Siziliens von Giardini Naxos bis nach Catania und hinüber zum Ätna.

Genügend Zeit einplanen

Zu den Hauptsehenswürdigkeiten von Taormina zählen das Teatro Odeon, die Santa Caterina Kirche, Palazzo Corvaja, der Duomo di Taormina und der wunderschöne Piazza IX Aprile. All diese Sehenswürdigkeiten sind unweit des Corso Umberto gelegen. Ein Spaziergang entlang dieser herrlich schönen Straße ist ein Muss, wenn man Taormina besucht. Hier reihen sich aber nicht nur die Sehenswürdigkeiten aneinander, auch jede Menge Geschäfte, Restaurants und Handwerksläden sind in ähnlicher Dichte zu finden. Besonders schön ist die Piazza IX Aprile, eine Terrasse von der man einen herrlichen Blick auf das Meer genießen kann. Es ist zu empfehlen, für einen Aufenthalt in Taormina genügend Zeit einzuplanen. Die Straßen verlaufen entlang mehrerer Hügel und sind zum Teil nicht nur steil, sondern auch eng. Ein Besuch in Taormina darf gerne mehrere Stunden dauern. Bereuen wird man es am Ende nicht. Zumindest habe ich das am Ende des Tages so empfunden. Meinen ursprünglichen Plan, nach dem Rundgang in Taormina noch zum Ätna zu fahren, verwerfe ich letztendlich. Dafür hat Taormina zu viel zu bieten.

Piazza IX Aprile,Taormina / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Piazza IX Aprile,Taormina / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Pünktlich kehre ich nach einem erlebnisreichen Tag in Taormina zurück zur MSC Seaview. Um 18:00 Uhr fallen die Leinen und der Kreuzfahrtriese gleitet langsam vorbei am Forte Campana in Richtung Valletta. Bis zur Hauptstadt von Malta sind es 154 Seemeilen. Ich genieße noch eine Weile die Aussicht auf das Fahrwasser der MSC Seaview.

Abfahrt von Hafen Messina MSC Seaview / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Abfahrt von Hafen Messina MSC Seaview / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Ab 18:00 Uhr steigt am Sunset Pool eine große „Sun-Set“ Party. Diese besuche ich heute und lasse den Tag entsprechend musikalisch ausklingen.

  • Komplette Bildergalerie vom 12. Juni  <<hier>>

Tag 5: 13. Juni 2018 Valletta, Malta

Bereits um 07:00 Uhr sind die Leinen fest im Hafen von Valletta. Die MSC Seaview liegt direkt unterhalb der Altstadt von Valletta, in der Nähe vom Barrakka Lift. Valletta ist die Hauptstadt der Republik Malta und sowohl nach Fläche als auch nach Einwohnerzahl die kleinste Hauptstadt der EU. Die Stadt hat eine so hohe Anzahl an Sehenswürdigkeiten und kulturellen Höhepunkten zu bieten, dass sie bereits im Jahr 1980 als Gesamtmonument in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen wurde.

Wieder mit dem Mietwagen unterwegs

Noch einmal schaue ich mir die nähere Umgebung auf eigene Faust mit einem Mietwagen an. Hier gibt es eine Kleinigkeit zu bemerken. Die Mietwagen sind zwar „ab Hafen“ buchbar, doch es kommt dann ein Mitarbeiter der Autovermietung und bringt die Kunden in einen anderen Stadtteil. Dieser Transfer dauert pro Strecke rund 15 Minuten. Von der Station des Mietwagenanbieters aus fahre ich zunächst zum Fort St. Angelo. Das Fort St. Angelo ist eine große, bedeutende Festung in Vittoriosa, gegenüber von Valletta. Vom Fort St. Angelo aus hat der Besucher einen wunderbaren Blick auf Valletta und den Grand Harbour. Die Festungsanlage kann besichtigt werden. Mit 8,- EUR p.P. ist der Eintritt kein Schnäppchen, doch die Aussicht von der restaurierten Festungsanlage aus ist phantastisch.

MSC Seaview vom Fort St. Angelo, Malta aus gesehen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
MSC Seaview vom Fort St. Angelo, Malta aus gesehen / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Meine nächste Station ist die Blaue Grotte auf der Südseite von Malta. Der Weg dorthin ist mit weniger als 20 Kilometern sehr kurz. Auf Malta herrscht übrigens Linksverkehr. 

Die Blaue Grotte von Malta

Die Blaue Grotte ist ausschließlich vom Meer aus erreichbar. Kleine Touristenboote fahren bei ruhiger See von einer malerischen Bucht aus direkt in die Grotte. Das Höhlensystem besteht aus insgesamt sechs Sälen, von denen die Blaue Grotte der größte und eindrucksvollste ist. Wie der Bootsführer sagt, lässt sich die schöne Wasserfärbung nicht nur auf das Vorkommen von Blaualgen zurückführen, sondern auch auf den Lichteinfall. Die Ablagerungen der Blaualgen sind zu erkennen, aber das Sonnenlicht verstärkt die „Wasserfärbung“ beachtlich. Wie auch immer, das Höhlensystem ist schön anzusehen. Man sollte jedoch nicht mit der Vorstellung anreisen, dass die kleinen Boote durch weit verzweigte Höhlensysteme fahren. Das ist auf Malta nicht der Fall.

Malta Blaue Grotte Bootsfahrt / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Malta Blaue Grotte Bootsfahrt / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Von der Blauen Grotte aus fahre ich wieder zurück in die Hauptstadt Valletta, denn da die MSC Seaview um 18:00 Uhr den Hafen verlasen wird, schmilzt das Zeitfenster für einen Besuch in der Innenstadt rasant.

Wieder im Hafen von Valletta angekommen, nutze ich den Barrakka Lift, welcher seit 2012 den Grand Harbor mit den Upper Barrakka Gardens sowie Vallettas Innenstadt verbindet. Der Aufzug ist 58m hoch und kann 21 Personen gleichzeitig befördern. Die Fahrt dauert nur 25 Sekunden und ist somit die schnellste Verbindung zwischen der Waterfront von Valletta und der Innenstadt. Der Lift steht an selbiger Stelle wie sein Vorgänger, der zwischen 1905-1973 hier betrieben und 1983 abgebaut wurde.

Spektakuläre Aussicht

Von der Terrasse der Upper Barrakka Gardens eröffnet sich eine grandiose Aussicht auf den gesamten Grand Harbor sowie auf die kleinen Städte Vittorosia, Senglea und Cospicua auf der gegenüberliegenden Seite des Hafens. Der Barrakka Garden ist eine sehr gepflegte Gartenanlage, die im Jahr 1661 erstmals angelegt wurde. Ursprünglich handelte es sich um eine private Gartenanlage der Johanniterritter. Im Jahr 1824 wurde die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. An den Wegen der Gartenanlage stehen einige Statuen von Persönlichkeiten, welche die Geschichte Maltas prägten. Von den Upper Barrakka Gardens schaue ich auf eine weitere Sehenswürdigkeit Vallettas, die Saluting Battery. Die Kanonen wurden früher zur Verteidigung des Hafens genutzt. Eine Besonderheit dieser Kanonen ist der traditionelle Mittagsschuss um 12:00 Uhr. Damals wurde er dafür genutzt, den Seeleuten eine exakte Zeit für die Ausrichtung der Chronographen an Bord zu geben. Heute ist er eine Attraktion für Touristen.

Blick von Upper Barrakka Gardens Valletta, Malta / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick von Upper Barrakka Gardens Valletta, Malta / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Hier eine Übersicht weiterer Sehenswürdigkeiten von Valletta:

  • Lower Barrakka Gardens
  • Nationalbibliothek von Malta
  • Casa Rocca Piccola (letztes bewohntes Adelshaus in Valleta)
  • Church of Our Lady of Victories (erstes Gebäude von Valletta)
  • Grand Harbor und Waterfront
  • Toy Museum
  • Floriana, das Einfallstor nach Valletta
  • Das Archäologische Nationalmuseum
  • Grandmaster´s Palace (Palast aus dem 16. Jahrhundert)
  • St. John´s Co-Cathedral
  • Valletta City Gate

Stadttor von Stararchitekt Renzo Piano

Nach einem kurzen Stadtrundgang durch die beeindruckend schöne Innenstadt von Valletta verlasse ich die Stadt über das Stadttor, das Valletta City Gate. Dieser Haupteingang wurde erst in den letzten Jahren neu angelegt und stammt aus den Entwürfen des italienischen Star Architekten Renzo Piano. Dieser hat seit den 1970er Jahren mehr als 80 Bauprojekte entworfen. Dazu zählt der 310m hohe Wolkenkratzer The Shard in London und das Astrup Fearnley Museum in Oslo, welches ich mir vor wenigen Wochen erst angeschaut habe <<Reisebericht>>.

Sehr schön anzusehen ist der nahe gelegene Castille Place, den ich sogleich überquere.

Blick auf den Castille Place in Valletta / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick auf den Castille Place in Valletta / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Valletta ist eine wunderschöne Stadt. Ich hätte kein Problem damit, noch einige Tage hier zu verbringen, um einen Großteil der Sehenswürdigkeiten erkunden zu können. Diese Zeit habe ich diesmal natürlich nicht. Die schmalen Zeitfenster sind ja ein allgemeines Problem auf Kreuzfahrten. Immerhin reichen sie meist, um sich einen Überblick über die jeweiligen Destinationen zu verschaffen. Ich genieße die Eindrücke und das wunderbare Wetter. Es ist mein erster Besuch auf Malta.

Zwischen Seifenblasen und laut kreischenden Reisenden

Zum Auslaufen der MSC Seaview aus Malta gibt es am Sunset Pool heute eine Snow Party. Aus meiner Sicht ein ungünstiger Augenblick, Millionen von Seifenblasen in die Luft zu pusten. Diese „tanzen“ nun im Wind auf und ab um das gesamte Schiff herum. Ich habe mir zum Auslaufen wieder den schönen Platz oberhalb der Bridge of Sighs ausgesucht, von dem aus sich ein spektakulärer Blick bietet. Zumindest in der Theorie. Die dicken Seifenblasen fliegen laufend in großer Anzahl vor die Kamera. Ein Ausweichen ist unmöglich, da man nicht überall auf der MSC Seaview einen freien Blick in Richtung Land hat. Dem Auslaufen aus Häfen scheint man hier auf der MSC Seaview allgemein wenig Beachtung zu schenken. Ich erinnere mich wieder an Genua, den Starthafen dieser Jungfernkreuzfahrt. Ein Großteil der Gäste läuft in diesem Moment laut kreischend über das rutschige Deck. Die wilden Tanzbewegungen wollen trotz aller Bemühungen nur in den seltensten Fällen mit der Musik harmonieren. Hier bleibt keine Zeit für besinnliche Momente. Ich arrangiere mich mit diesem Gedanken.

Blick auf Fort Ricasoli, Kalkara und Vittoriosa von MSC Seaview, Malta / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Blick auf Fort Ricasoli, Kalkara und Vittoriosa von MSC Seaview, Malta / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die Insel Malta ist schon bald nicht mehr zu sehen. Der Wind nimmt deutlich zu. Auf diesem großen Kreuzfahrtschiff ist davon jedoch kaum etwas zu spüren. Die 3m hohen Wellen lassen lediglich kleinere Stöße durch das Schiff laufen. Der Abend endet an meinem Lieblingsplatz, der Sunset Beach Bar am Heck der MSC Seaview. Die ist auch nicht von Glaswänden eingerahmt. Hier ist das Gefühl auf einem Schiff zu sein sehr gut erlebbar.

  • Komplette Bildergalerie vom 13. Juni  <<hier>>

Tag 6: 14. Juni 2018 auf See

Der heutige Tag verläuft ohne nennenswertes Programm, welches ich in meinem Reisebericht veröffentlichen müsste. Der Sturm und die Wellen halten den den Tag lang an, was jedoch keinen Einfluss auf das Programm an Bord oder das Schiff hat. Erst am Abend flaut der Wind etwas ab. Einzig die Fahrten mit der Zip-Line müssen aufgrund des starken Windes ausfallen. Ich laufe mehrmals im Laufe des Tages die einzelnen Decks der MSC Seaview ab. Wie bereits im Schiffsportrait beschrieben, gefällt mir das Design an Bord ganz gut. Die vielen Spiegel irritieren manchmal, doch dafür sind die Architekten sehr zurückhaltend beim Griff in die Farbpaletten gewesen.

Tag 7: 15. Juni 2018 Barcelona, Spanien

Für mich endet diese Kreuzfahrt in Barcelona, der Terminkalender lässt einen längeren Aufenthalt nicht zu. Insgesamt haben die Tage ausgereicht, um sich einen Eindruck der MSC Seaview sowie von der aktuellen Kreuzfahrtroute zu verschaffen.

MSC Seaview Sturmfahrt im Mittelmeer / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
MSC Seaview Sturmfahrt im Mittelmeer / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Das Fazit der Kreuzfahrt

An dieser Stelle schließe ich den Reisebericht der Mittelmeer-Kreuzfahrt mit der MSC Seaview. Von der Besonderheit, sich auf einer Jungfernfahrt zu befinden, habe ich bis zum letzten Tag nichts bemerkt. Aber so ist das eben in der modernen Welt der Kreuzfahrt. Letztendlich ist das Produkt stimmig. Die Hardware ist brandneu. Die angebotenen Speisen in den Restaurants sind von guter Qualität, wenn auch manchmal wenig abwechslungsreich. Der Reisegast bekommt grundsätzlich immer das, was er auch bezahlt. Schaut man also auf die Reisepreise der MSC Seaview, so gibt es keinerlei Kritik zu melden. Die Crew habe ich ausnahmslos als sehr freundlich und zuvorkommend erlebt, die Organisation an Bord sowie in den jeweiligen Häfen war ebenfalls tadellos. Die MSC Seaview eignet sich nicht für Weltentdecker und Abendeurer, wohl aber für Familien, Paare und Singles. Und genau für diese Zielgruppe wurde das Schiff konzipiert. Wer Spaß haben will auf einer Kreuzfahrt, vielleicht mit mehreren Freunden unterwegs ist und nebenbei mal an Land gehen möchte, der ist auf der MSC Seaview gut untergebracht. Bedeutende Mängel, gleich welcher Art, habe ich keine festgestellt. 

Oliver Asmussen

Oliver Asmussen, 1976 in Hamburg geboren und dort aufgewachsen, entdeckte seine Vorliebe zur maritimen Kreuzfahrt und Fotowelt bereits in der Jugend. Seit mehreren Jahren sind seine Bilder beliebte Motive in verschiedenen Medien. Darüber hinaus betreibt er die größte Kreuzfahrt-Bilderseite www.oceanliner-pictures.com und verbringt viele Tage im Jahr auf unterschiedlichen Kreuzfahrtschiffen.
Oliver Asmussen