Das erste Jahr AIDAprima – eine Bilanz

Nach einem Jahr: Wie gefällt Euch die AIDAprima im Vergleich zu anderen Schiffen der Flotte? Foto: lenthe/touristik-foto.de
Nach einem Jahr: Wie gefällt Euch die AIDAprima im Vergleich zu anderen Schiffen der Flotte? Foto: lenthe/touristik-foto.de

Ein Jahr AIDAprima im März 2017

(al) Am 14. März 2016 wurde das Kreuzfahrtschiff AIDAprima offiziell von der Mitsubishi Werft in Nagasaki an AIDA Cruises übergeben. Im kommenden Monat feiert das AIDA Flagschiff also ihren ersten Geburtstag. Genau die richtige Gelegenheit einmal bei Euch nachzufragen, welche Erfahrungen und Erinnerungen ihr mit dem jüngsten Spross der Kussmundflotte verbindet.

Aber zunächst wollen wir einen kleinen Rückblick wagen.

Die Entscheidung ein Schiff für mehr als 3.000 Passagiere zu bauen, war ein echter Meilenstein der deutschen Kreuzfahrtgeschichte. Der Entschluss das Schiff in Asien bauen zu lassen, war ebenfalls eine mutige Maßgabe der Rostocker Reederei. Eine beispiellose Pannenserie ließ offenbar nicht nur die Schiffseigner an ihrer eigenen Entscheidung zweifeln, auch viele Gäste hatten zunächst bedenken. In dieser Zeit sorgte die Prima vor allem wegen drei Feuern auf dem Rohbau, explodierender Produktionskosten und einer Mehrfach verschobenen Auslieferung für Schlagzeilen. Letzteres führte dazu, dass eine für Oktober 2015 geplante 86-tägige Weltreise, sowie später geplante Reisen auf Teilabschnitten abgesagt werden mussten.

Die AIDAprima macht in Hamburg fest

Die AIDAprima vor der Elbphilharmonie. Foto: lenthe/touristik-foto.de
Die AIDAprima vor der Elbphilharmonie. Foto: lenthe/touristik-foto.de

Am 21. April 2016 machte die AIDAprima erstmals im Hamburger Hafen fest. Zum ersten und bisher letzten Mal am Cruise Center Hafencity. Seither läuft das Schiff wöchentlich das Cruise Center Steinwerder an. Mit der glanzvollen Taufe am 7. Mai 2016 im Rahmen des 827. Hamburger Hafengeburtstages durch Emma Schweiger begann dann dennoch die Erfolgsgeschichte der AIDAprima.

Wöchentliche Metropolentour

Bereits am vom 30. April 2016 brach die AIDAprima zur ersten wöchentlich ab Hamburg beginnenden Metropolentour auf. Seither stehen ganzjährig Southampton, Le Havre, Zeebrügge, Rotterdam und wieder Hamburg auf dem Fahrplan. Die siebentägige Tour durch die Nordsee erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Erst in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift fvw (Abo) bestätigt AIDA-President Felix Eichhorn:

„Jede Abfahrt geht mit voller Auslastung raus, die Nachfrage ist da. Es gibt mal Preise ab 500 für eine Innenkabine, aber das kommt auch in anderen Zielen vor.“

Dennoch wird die AIDAprima im November 2017 Hamburg verlassen. Sie wird zunächst in das Fahrgebiet rund um die Kanaren wechseln, später dann in der Sommersaison 2018 das westliche Mittelmeer befahren.

In Hamburg wird ab dem Frühjahr 2018 die AIDAperla eingesetzt. Das zweite Schiff der Hyperion-Klasse wird leicht modifiziert, um dem launischen Wetter auf dem Atlantik noch besser zu trotzen.

Moderner LNG Betrieb auf AIDAprima

Hellbeleuchtet die AIDAprima zu später Stunde im Hamburger Hafen, während sie betankt wird. Foto: lenthe/touristik-foto.de
Hellbeleuchtet die AIDAprima zu später Stunde im Hamburger Hafen, während sie betankt wird. Foto: lenthe/touristik-foto.de

In den Häfen der Metropolentour kann die Prima mit Flüssigerdgas betrieben werden. Die Stickstoff-Emission kann so im Hafen um 80 Prozent reduziert werden, 20 % weniger Kohlendioxid fallen so an.

Einziges Manko, eine Filteranlage die den Ausstoß von gesundheits- und umweltschädlichen Partikeln an Schwefel und Feinstaub reduzieren kann, wurde zwar im Schiff verbaut, aber bisher nicht zugelassen. Der Einsatz von Schweröl oder Marinediesel ist daher nicht möglich (Stand Mai 2016). Bis dahin wird das Schiff mit dem weniger problematischen Marinedieselöl betrieben.

Genau dieses wurde dem Schiff im am 28. November 2016 zum Verhängnis. Die AIDAprima hatte in Rotterdam falsch, bzw. qualitativ schlechteren Treibstoff getankt und konnte daher zunächst nicht aus dem Hamburger Hafen auslaufen (Wir berichteten). Dieses Problem wurde aber schnell behoben.

Die AIDAprima als Urlaubsdestination

Blick auf die Eisbahn auf dem Sportsdeck der AIDAprima Foto: lenthe/touristik-foto.de
Blick auf die Eisbahn auf dem Sportsdeck der AIDAprima Foto: lenthe/touristik-foto.de

Die 18 Deck hohe, 300 Meter lange und 38 Meter breite AIDAprima setzt auch hier neue Maßstäbe. Als erstes deutsches Kreuzfahrtschiff überhaupt verfügt sie über einen Skywalk und zwei Wasserrutschen, die über mehrere Decks rauschen. Ganzjährig nutzbar sind zudem eine Minigolf-Anlage und der Klettergarten im Four Elements. Einer drei Deck hohen Erlebniswelt mit Wasserpark.

Im Sommer gibt es eine Sportsarena die in den Wintermonaten zur Schlittschuhbahn (Zur Bildergalerie) umgerüstet wird. Der Fitness- sowie Spa-Bereich ist ebenfalls sehr überzeugend. Außen-Whirlpools auf dem Lanaideck laden nach dem Saunagang zur Abkühlung ein.

Kulinarisch setzt die AIDAprima ebenfalls neue Maßstäbe für eine deutsche Reederei. Insgesamt 12 Restaurants stehen zur Auswahl. An Bord können zum Beispiel italienische, französische und asiatische Spezialitäten genossen werden oder auch ganz bodenständig eine Currywurst in der Heißen Ecke. 14 Bars inklusive Champagner Lounge und Nachtclub können besucht werden.

In einem Kochstudio können die Gäste Kochkurse belegen, sie wurden in Partnerschaft mit dem TV-Koch Tim Mälzer entwickelt. Auf ausgewählten Kreuzfahrten leitet der Spitzengastronom die Kurse auch persönlich. Die Adoption bekannter TV-Formate wie Glücksrad und Wer wird Millionär runden das Unterhaltungsprogramm, neben Bühnenshows ab und laden zum mitmachen ein.

Mittelpunkt der AIDAprima ist ein großer Beachclub. Dieser ist mit einer UV-Licht durchlässigen Folie überdacht und bietet tagsüber Standfeeling mit einem kleinen Poolbereich. Abends werden hier Beachpartys bis spät in die Nacht gefeiert. Die moderne Lasershow ist technisch hoch anspruchsvoll.

Die AIDAprima in der Presse

Da die AIDAprima wöchentlich ab Hamburg startet, steht das Kreuzfahrtschiff in einem besonderen medialen Fokus. So gab es im vergangenen Jahr viel Licht, beispielsweise als die Hamburger Sportler für die olympischen Spiele in Rio auf der AIDAprima verabschiedet wurden. Allerdings machte die AIDAprima auch negative Schlagzeilen. Eine defekte Wasserrutsche und ein Sturm im Januar 2017 sorgten für viel Aufregung.

Mein Fazit:

Die AIDAprima ist trotz ihrer Größe ein spannendes Schiff mit vielen Unterhaltungsmöglichkeiten. Für mich ist es das schönste Schiff der AIDA-Flotte und ich bin daher schon sehr gespannt auf die AIDAperla. Natürlich hat das erste Schiff einer neuen Klasse einige Kinderkrankheiten, doch hier überwiegen eindeutig die Vorteile. Ich kann aber auch die AIDA-Fans verstehen, denen die AIDAprima zu groß erscheint und die auf der Prima die Persönlichkeit und Intimität der kleineren Schiffe vermissen. Dennoch bleibe ich dabei, ich finde die AIDAprima bärenstark.

Gerne würden wir von Euch Erfahrungen, Einschätzungen und Erinnerungen erfahren. Die Kommentarfunktion ist geöffnet.

Nicole Deutzmann-Asmussen

Nicole Deutzmann-Asmussen

Nicole wurde 1982 in Köln geboren, bedingt durch das Reisebüro der Eltern war der Berufswunsch schon früh klar. Nach der Schule hat sie eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau bei einem Reiseveranstalter in Köln absolviert. Während der Ausbildung lernte sie ihren Mann Oliver kennen, zusammen haben Sie das Reisebüro der Eltern übernommen und führen dieses seit 2012 in Ottenbüttel bei Itzehoe eigenständig als Kreuzfahrten & Mehr, mit großer Leidenschaft für Kreuzfahrten.
Nicole Deutzmann-Asmussen

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4 Kommentare zu Das erste Jahr AIDAprima – eine Bilanz

  1. Wir gehörten Mitte Mai zu mit den ersten Gästen und fanden das Schiff ( abgesehen von ein paar kleineren Kinderkrankheiten) wirklich toll.
    Ich weiss nicht was sich seit dem geändert hat , aber wir kommen gerne nochmal an Bord.

  2. Aus meiner Sicht ein Familienschiff, nicht so richtig meines. Personal eher unterbesetzt, teilweise unfreundlich- teilweise schlechter Service – alles nicht AIDA like. Gerne wieder auf AIDA, aber nicht PRIMA. Ahie

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