Herbstkreuzfahrt mit dem Douro Cruiser  

MS Douro Cruiser auf dem Douro / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Genuss pur: Flusskreuzfahrt durch das herbstliche Douro-Tal mit dem Douro Cruiser

Ich fahre mit dem Douro Cruiser von nicko Cruises auf dem drittlängsten Fluss der iberischen Halbinsel. Von Porto aus geht es bis an die Grenze von Spanien, einmal durch das herbstliche Douro-Tal.

Tag 01: 24. September 2020 Porto – die Anreise

Die Anreise erfolgt mit der Lufthansa von Hamburg aus via Frankfurt nach Porto. Der Flug von Hamburg nach Frankfurt ist mein erster nach dem großen Lockdown und zugleich der erste unter den neuen Hygienebedingungen. Etwas mulmig ist mir bei dem Gedanken, mit fremden Menschen auf engstem Raum beieinander zu sitzen. In einer Zeit, in der überall großen Wert daraufgelegt wird, Abstand zu anderen Menschen zu halten. In einem ausgebuchten Flugzeug ist dies definitiv nicht möglich. Abstandsregelungen gab es keine, denn der Flug war – wie gesagt – ausgebucht. Neben mir saß ein Ehepaar, welches ebenfalls auf dem Douro Cruiser einschiffen wollte. Ein angenehmer Zufall. Das Tragen des Mund-und Nasenschutzes während des gesamten Fluges erscheint mir, ungeachtet der anhaltenden Corona-Pandemie, eher beruhigend als störend. Wie oft husteten und niesten die Mitreisenden rücksichtslos in die Umgebung hinein. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Mitreisenden nun mehr Rücksicht aufeinander nehmen als noch vor einigen Monaten. Vielleicht täuscht dieser Eindruck auch, denn die Kabinenbesatzung hat die Einhaltung der Regelungen mehrfach kontrolliert. Beeindruckend funktioniert hat das Verlassen der beiden Flugzeuge, welches nun nach Sitzreihen geschieht. Ob dieser angenehme Zustand auch über die Pandemie hinaus anhält, wage ich jedoch zu bezweifeln. Gravierende Veränderungen habe ich im allgemeinen Ablauf nicht festgestellt. Für die Einreise nach Portugal müssen nun Einreisekarten mit den Daten der Fluggäste ausgefüllt werden. Diese sammelt die Flugzeugbesatzung vor der Landung ein und übergibt sie den örtlichen Behörden.

Anflug über den Douro und Porto / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Ankunft am Douro Cruiser

Es ist heute ein sonniger Herbsttag und ich nutze für den Weg vom Flughafen in Porto zum Hafen ein Taxi. Die Fahrt dauert rund 20 Minuten, der Preis auf dem Hinweg liegt bei 25,- EUR. Im Taxi gilt natürlich auch Maskenpflicht. Die hinteren beiden Sitze sind darüber hinaus durch eine Scheibe aus Plexiglas von den vorderen getrennt. Angekommen an der Anlegestelle des Douro Cruiser, in Vila Nova de Gaia, kann ich meinen Koffer direkt am Schiff abgeben. Die Einschiffung erfolgt zwischen 17:00-19:00 Uhr. Mir verbleiben also mehr als 3 Stunden für einen ersten Stadtrundgang. Porto kenne ich nur von der Durchreise und bei Regenwetter. Heute scheint die Sonne. Die Temperaturen sind überhaupt nicht herbstlich, sie liegen bei angenehmen 25 Grad. Der Douro Cruiser liegt in Vila Nova de Gaia, einer Stadt gegenüber von Porto, am anderen Ufer des Douros. Vila Nova de Gaia ist ein Zentrum der Portweinproduktion, weshalb die Anzahl an Restaurants und Portweinkellern entsprechend hoch ist. Bekannt ist Vila Nova de Gaia durch die bunten Rabelos am Ufer des Douro.

Blick von Vila Nova da Gaia auf Rabelos und Ribeira Altstadt Porto / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Das Herz im Sturm erobert

Bei den Rabelos handelt es sich um einen Bootstyp, der in Portugal überwiegend zum Transport von Weinfässern verwendet wurde. Die schlanken Holzboote fuhren dabei von den Anbaugebieten am oberen Douro zu den Produktionsstätten des Portweins in Porto und Vila Nova de Gaia. Die elegant anmutenden Rabelos trieben damals meist nur mit der langsamen Flussströmung, obwohl die Boote über Segel verfügten. Heute werden die Rabelos in der Regel für Fahrten mit Touristen genutzt und liegen malerisch am Ufer des Douro. Die Rabelos sind heute eines der Wahrzeichen von Porto. Schon nach sehr kurzer Zeit gefällt mir Porto außergewöhnlich gut. Die ersten kurzen Eindrücke, die ich bei früheren Besuchen gewinnen konnte, bestätigen sich. Die Stadt versprüht ein einzigartiges Flair. Lissabon mag ich sehr, doch Porto hat mein Herz nach kurzer Zeit im Sturm erobert. Vielleicht trägt auch die Tatsache in gewisser Weise dazu bei, dass die Stadt derzeit sehr ruhig und entspannt daher kommt. Der Tourismus ist wieder sanft angelaufen, doch zu größeren Menschenansammlungen kommt es nirgendwo, dass wird mir nach einiger Zeit bewusst.

Sandeman in Vila Nova de Gaia / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mein Rundgang durch die Stadt führt mich zunächst am Flussufer von Vila Nova de Gaia entlang, in Richtung der bekannten Ponte Dom Luis I, die den Douro zwischen Vila Nova de Gaia und Ribeira, der Altstadt von Porto überspannt. Die 385,25m lange  Ponte Dom Luis I ist im Jahr 1886 eröffnet worden. Sie ist die zweitälteste noch existierende Brücke über den Douro in Porto. Die Ponte Dom Luis I verfügt über zwei Fahrbahnebenen. Die obere Ebene wird von der Straßenbahn und Fußgängern, die untere Ebene von Autos und Fußgängern genutzt. Besucher verwechseln die schöne Fachwerk-Bogenbrücke häufig mit der 1877 gebauten Eisenbahnbrücke Ponte Maria Pia, die einen Kilometer flussaufwärts steht. Die ältere Eisenbahnbrücke wurde von Gustave Eiffels Unternehmen erbaut, die Ponte Dom Luis I von einem seiner damaligen Partner, welcher damals zu einem belgischen Unternehmen wechselte.

Ausblick von Seilbahnstation Dom Luis I Porto / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Auf der Seite von Vila Nova de Gaia gibt es einige markante Aussichtspunkte, von denen aus man einen phantastischen Blick auf die Altstadt von Porto und den Douro genießen kann. Einer davon ist der Miradouro da Serra do Pilar, unterhalb des gleichnamigen Klosters. Hier versperrt allerdings seit einiger Zeit schon ein Baukran den freien Blick auf die Stadt. Eine ähnlich beeindruckende Aussicht ergibt sich von der Seilbahnstation unterhalb des Klosters. Wer es lieber etwas idyllischer mag, besucht den schön angelegten Park Jardim do Morro, neben der gleichnamigen U-Bahn-Haltestelle. Überall gibt es verschiedene Sitzgelegenheiten und ausgedehnte Rasenflächen. Die Stadt Porto stets im Blick.  

Blick vom Jardim do Morro nach Porto / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Ich überquere schließlich die Ponte Dom Luis I auf der oberen Ebene und erreiche im weiteren Verlauf den Bahnhof Porto Sao Bento. Während die ersten Züge schon im Jahr 1896 bis nach Sao Bento fuhren, wurde das markante Bahnhofsgebäude erst im Jahr 1916 in Betrieb genommen. Sehenswert ist die Vorhalle des Bahnhofs, die mit zahlreichen Azulejos verkleidet ist. Bei den Azulejos handelt es sich um Bilder, die zumeist aus quadratischen, bunt bemalten Keramikfliesen hergestellt werden.

Bahnhof Station Bento Porto / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Harry Potter und die Winkelgasse

Ich lasse mich durch die Straßen der Altstadt treiben, die wohl schönste Art die einzigartige Atmosphäre von Porto zu erleben. Ein weiteres Ziel habe ich dennoch auf meinem Plan, die Buchhandlung Livraria Lello, die zu den schönsten in Europa zählt und sogar in einigen Listen als eine der schönsten weltweit geführt wird. Bekannt wurde die Livraria Lello in erster Linie durch die britische Autorin Joanne K. Rowling, die eine Zeit lang in Porto lebte und sich von der unfassbar schönen Buchhandlung inspirieren ließ. So sollen die geschwungenen Treppen der Buchhandlung eine Inspiration zu den Treppen von Hogwarts gewesen sein. Da derzeit nur maximal 20 Personen die Buchhandlung betreten dürfen, lässt es sich in den einzelnen Räumen wunderbar vor sich hin träumen. Der hölzerne Boden, der im Jahr 1869 eröffneten und im Jahr 1995 renovierten Buchhandlung knarrt bei jedem Schritt und versetzt den Besucher ohne viel Phantasie in den Zauberbuchladen Flourish & Blotts in der Winkelgasse aus den Harry Potter Romanen. Die Livraria Lello nimmt aufgrund ihrer Bekanntheit längst ein Eintrittsgeld von 5,- EUR, welches der Besucher beim Kauf eines Buches komplett verrechnet bekommt. Im Moment halten sich die Besuchermassen zwar sehr in Grenzen, die 5,- EUR sind es aber in jedem Fall wert, für einen Besuch zu investieren.

Livraria Lello Buchhandlung Porto / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Vorbei am Fonte dos Leoes und der katholischen Kirche Igreja do Carmo mache ich einen letzten Stopp am Aussichtspunkt Miradouro da Vitoria und begebe mich entlang des Douro-Ufers zurück in Richtung des Liegeplatzes vom Douro Cruiser auf der anderen Flussseite. Diesmal wähle ich die untere Ebene der Ponte Dom Luis I zur Überquerung des Flusses.

Willkommen an Bord – die Einschiffung

Ich erreiche den Douro Cruiser rund eine Stunde nach Beginn der Einschiffung, weshalb ich ohne Wartezeit direkt das Prozedere der Einschiffung beginnen kann. Zunächst muss ich eine Art Schleuse passieren, in der automatisch meine Temperatur gemessen wird. Im Anschluss daran erfolgt eine „Einnebelung“ mit Desinfektionsmittel. Ob diese Maßnahme nun sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Danach betrete ich ein derzeit nicht fahrendes Flusskreuzfahrtschiff, die Douro Serenity, welches derzeit als „Zwischenstation“ für alle Anreisenden Gäste genutzt wird. An der Rezeption gebe ich meinen Gesundheitsfragebogen ab und werde in eine der Kabinen begleitet. Hier erfolgt nun der Corona-Antikörpertest in Form einer kleinen „Blutabnahme“ aus dem Finger (wie beim Blutzuckertest). Danach warte ich, in einer anderen, leeren Kabine auf das Ergebnis. Nach nur 10 Minuten Wartezeit gibt es „grünes Licht“ und ich darf hinüber zum Douro Cruiser wechseln. Umgehend erhalte ich meine Kabinenkarte. Die gefühlt 30 Stationen zur Handdesinfektion, die ich zwischen der Kaianlage und meiner Kabine passiert habe, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Insgesamt erfolgte die Einschiffung deutlich schneller als ich erwartet habe. Das dürfte sicherlich auch daran liegen, dass ich nicht zu Beginn der Einschiffungszeit an Bord gegangen bin.

Angepasstes Bordprogram

Meinen Tag lasse ich nach dem Abendessen ruhig ausklingen. An Bord des Douro Cruiser gibt es abends ein Bordprogramm, welches sich natürlich an den gültigen Corona-Auflagen orientiert.

Die Bedenken, die ich vor Reiseantritt hinsichtlich meines ersten Fluges nach dem Lockdown sowie den möglichen Einschränkungen in Portugal hatte, wichen recht schnell dem Gefühl von Sicherheit. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, mich einem besonderen Ansteckungsrisiko ausgesetzt zu haben. Ein Gefühl, welches ich in einigen Großstädten in Deutschland oftmals nicht hatte. Zu begründen ist das Gefühl recht einfach, denn es sind derzeit nirgendwo größere Touristengruppen und Ansammlungen von Menschen zu finden.

Über Nacht bleibt der Douro Cruiser an seinem Liegeplatz in Vila Nova de Gaia.

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Tag 02: 25. September 2020 Porto & Fahrt auf dem Douro

Aufgrund der guten Wettervorhersage stelle ich mir den Wecker bereits vor dem Sonnenaufgang und bin kurz darauf der erste Gast am Frühstücksbuffet im Restaurant des Douro Cruiser. Das Frühstück wird hier an Bord weiterhin in Buffetform angeboten. Die Speisen sind alle mit Plastikabdeckungen versehen, Brot und Kaffee werden von den freundlichen Mitarbeitern im Restaurant gereicht. Mir gefällt diese Lösung, da so direkt ersichtlich ist, was angeboten wird. Allerdings fällt leider jede Menge Plastikmüll durch das Abdeckmaterial an.

Die ersten Sonnenstrahlen des Tages

Die ersten Sonnenstrahlen schaffen es über den Hügel am Jardim do Morro und tauchen die Altstadt in goldenes Morgenlicht. Schöner kann der Tag hier am Douro nicht beginnen.

Sonnenaufgang am Douro in Porto MS Douro Cruiser / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Mein heutiger Rundgang führt mich zunächst noch einmal in Richtung des kleinen Parks Jardim do do Morro, sowie auf den Miradouro da Serra do Pilar am Kloster Mosteiro da Serra do Pilar. Im weiteren Verlauf meines ausgedehnten Spaziergangs überquere ich den Douro auf der Ponte Dom Luis I (oberen Ebene), laufe entlang der Av. Gustavo Eiffel und überquere den Douro noch einmal. Diesmal auf der Ponte do Infante mit Aussicht auf die Ponte Dom Luis I. Etwa 60 Minuten später genieße ich abermals den Blick auf das historische Altstadtviertel Ribeira, wieder von der oberen Ebene der Ponte Dom Luis I aus. Mein nächstes Ziel – die imposante Kathedrale von Porto aus dem 12. Jahrhundert (Sé do Porto). Sehr sehenswert sind die Häuser rund um die Kathedrale, die den Besucher visuell ins 18. Jahrhundert zurück versetzen.

Häuser bei Kathedrale Se do Porto / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Portos historische Straßenbahnen

Ich lasse mich schließlich ohne festen Plan noch eine Zeit lang durch die wunderschönen Straßen der Altstadt von Porto treiben, bis zur Straßenbahn-Station „Carmo“, gegenüber der Universität von Porto. Abgesehen von der Stadt Lissabon sind aktive Straßenbahnen aus den 50er Jahren nirgendwo mehr in so hoher Anzahl in Betrieb wie hier am Douro. Eine Fahrt mit einer der Straßenbahnen in Porto zählt zu den beliebtesten touristischen Aktivitäten. Da sich die Anzahl der Touristen derzeit sehr in Grenzen hält, sind die Straßenbahnen entsprechend leer und es steht nahezu immer ein Sitzplatz zur Verfügung. Die Linien 1, 18 und 22 werden komplett mit historischen Wagen befahren. Ausgestattet sind sie mit poliertem Holzinterieur sowie Steuerhebeln, Knöpfen und Instrumenten aus Messing. Für den Haltewunsch muss eine alte Klingel betätigt werden. Heute belasse ich es bei einer Betrachtung der Wagen. Eine Fahrt mit der Eléctrico, wie die Straßenbahn hier genannt wird, nehme ich mir für den letzten Tag am Ende der Flusskreuzfahrt vor. Nur in wenigen anderen europäischen Städten kann man sich als Besucher gedanklich in so viele Zeitepochen versetzen lassen wie in Porto. Die Straßenbahnen rattern derweil unermüdlich entlang der pittoresken Fassaden. Ausgebremst werden sie hier und da von falsch parkenden Autos.  

Historische Strassenbahnen in Porto bei Station Carmo / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Leinen los zur Douro-Flusskreuzfahrt

Knapp eine Stunde vor Abfahrt des Douro Cruiser kehre ich an Bord zurück. Mein Mittagessen reduziere ich auf ein Sandwich, welches täglich als kleiner Snack auf der Mittagskarte steht. Schließlich möchte ich das Auslaufen aus Porto nicht verpassen. Mittag- und Abendessen werden an Bord als Menü serviert.

Pünktlich um 14:00 Uhr heißt es dann „Leinen los“ zur Douro-Flusskreuzfahrt. Langsam drückt das Bugstrahlruder den Douro Cruiser in die Mitte des Flusses. Begleitet von interessanten Erklärungen durch Reiseleiterin Maggy verlassen wir die wunderschöne Stadt Porto in Richtung des Übernachtungshafens Entre-Os-Rios. Da auf dem Douro ein Nachtfahrverbot für Schiffe herrscht, müssen diese bis zum Sonnenuntergang einen der vorgesehenen Liegeplätze erreicht haben. Die Fahrpläne sind entsprechend abgestimmt. Da es keinen regulären Frachtverkehr auf dem Douro gibt, entstehen vor den insgesamt 5 zu überwindenden Schleusen nur durch die Flusskreuzfahrtschiffe entsprechende, kurze Wartezeiten. Auch die entfallen im Moment, da neben dem Douro Cruiser nur drei weitere Flusskreuzfahrtschiffe unterwegs sind. Schleusenpassagen müssen 24 Stunden vorher angemeldet werden. Sollte ein Schiff seine Schleusenzeit verpassen, so muss es bis zur nächsten Möglichkeit warten. In alle Schleusen passt jeweils nur ein einziges Flusskreuzfahrtschiff hinein. Mehr zu den Schleusen später.

Auslaufen MS Douro Cruiser Porto / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Erste von fünf Schleusen

Direkt nach dem Auslaufen aus Porto unterquert der Douro Cruiser die Ponte Dom Luis I, gefolgt von der Ponte do Infante, der Ponte de D. Maria Pia, Ponte de Sao Joao und Ponte do Freixo. Während der ersten Stunde auf dem Douro ist das Landschaftsbild noch von stärkerer Bebauung und Besiedelung geprägt. Je weiter der Douro Cruiser sich von Porto wegbewegt, umso ländlicher und beschaulicher wird der Anblick beidseitig des 897km langen Flusses. Der Douro entspringt auf 2.080m Höhe in der nordspanischen Provinz Soria und fließt auf 213km Länge durch Portugal. In den nächsten Tagen wird der Douro Cruiser den Fluss auf diesem Abschnitt zweimal befahren. Der Douro ist in Portugal auf seiner kompletten Länge schiffbar, was durch riesige Staudämme in Kombination mit den größten Schleusen Europas ermöglicht wird. Nach 15km trifft der Douro Cruiser auf die erste dieser Schleusen, Barragem de Crestuma-Lever mit einer vergleichsweise niedrigen Hubhöhe von 13,9m.

Kurz vor dem Sonnenuntergang kommt die kleine Gemeinde Entre-Os-Rios in Sichtweite. Sehenswürdigkeiten gibt es dort keine, daher schließe ich den heutigen Tagesbericht an dieser Stelle, nachdem unser Douro Cruiser an einem kleinen Anleger festgemacht hat. Um 19:00 Uhr begrüßen Kapitän Pedro Sardo, Hotelmanager Jorge Deilhot und Kreuzfahrtleitung Margit Glaser alle Gäste zum Willkommenscocktail.

MS Douro Cruiser auf dem Douro in Richtung Entre-os-Rios / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Morgen Früh, kurz vor dem Sonnenaufgang beginnt die nächste Etappe.

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Tag 03: 26. September 2020 Entre-Os-Rios nach Régua

Mystische Momente im Dourotal

Dichter Nebel liegt morgens um 06:30 Uhr über dem Dourotal. Keine Spur mehr vom schönen Spätsommerwetter der letzten Tage. Um 07:00 Uhr nimmt der Douro Cruiser Fahrt auf. Langsam steuert Kapitän Sardo sein Schiff durch das immer schmaler werdende Fahrwasser des Douro. Die Ufer sind kaum zu erkennen. Sardo kennt den Fluss wie seine Westentasche. Er lädt mich zu sich auf die Kommandobrücke ein, die überhaupt nicht an ein Flusskreuzfahrtschiff erinnert. Sie ist so groß wie auf einem Hochseekreuzfahrtschiff und ebenso erreichbar – über einen der Kabinengänge. Nur mit Mühe ist am kleinen Bugmast die Reedereiflagge erkennbar. Es sind mystische Momente am Douro. Das ändert sich wenig später. Die wärmenden Sonnenstrahlen lösen den Nebel zusehends auf. Sonnenstrahlen erzeugen gleißende Lichtkegel, kleine Häuser werden zwischen den dichten Nebelschwaden erkennbar. Kurz darauf sind die ersten Baumkronen zu sehen. Es dauert keine 15 Minuten, dann ist der Nebel nahezu aufgelöst. Ein faszinierendes Schauspiel.

Sich auflösender Morgennebel am Douro MS Douro Cruiser / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Auf dem Weg zur beeindruckenden Carrapatelo-Schleuse

Immer schmaler wird der Fluss, bis der Douro Cruiser eine der engsten Stellen während dieser Flusskreuzfahrt passiert. Kaum mehr als 2m bleiben zwischen Schiffsrumpf und den schroffen Felsen des Flusstals, durch das sich der Douro schlängelt. Was für ein Anblick. Der Douro fasziniert mich mehr und mehr. Ich überlege einen Moment, mit welcher meiner vergangenen Flussreisen diese Eindrücke vergleichbar sind. Weder am Mekong, noch am Amazonas oder auf dem Nil habe ich mit einem Schiff so schmale und exotisch anmutende Flussabschnitte befahren. So habe ich mir den Douro nicht vorgestellt. Langsam nähert sich der Douro Cruiser der Carrapatelo-Schleuse. Die Carrapatelo-Schleuse wurde zusammen mit dem Staudamm Barragem do Carrapatelo zwischen 1965 und 1972 erbaut und stellt damit die älteste der fünf Schleusen im Dourotal dar. Mit einer Fallhöhe von 35m ist sie nach der Saporoshje am Dnepr die zweithöchste in Europa. In nur 12 Minuten ist die Kammer gefüllt. Theoretisch beträgt die maximale Schiffslänge in dieser Schleuse 87m. Die Breite ist auf 11,4m und der Tiefgang auf 3,8m begrenzt. Da die vier neueren Schleusen allerdings 4m kürzer sind, können nur Flusskreuzfahrtschiffe mit einer Länge von maximal 83m den Doruo befahren.

Douro Cruiser in der 35m Carrapatelo Schleuse / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Eine der ältesten Weinbauregionen der Welt

Unmittelbar nach dem Passieren der Carrapatelo-Schleuse ragen steile Schieferfelsen beidseitig vom Douro Cruiser in den blauen Himmel. Kurz darauf ändert sich das Landschaftsbild komplett. Weinberge sind zu sehen. Weinberge soweit das Auge reicht. Sie durchziehen die Landschaft wie saubere Konturlinien eines Künstlers auf einem Blatt Papier. Der Douro Cruiser fährt ein in eine der ältesten Weinbauregionen der Welt, Alto Douro. Die bedeutendsten Orte der Region sind Vila Real, Lamego und Peso da Régua, der als Hauptort des Alto Douro gilt. Schon in der Bronzezeit wurden im Alto Douro Getränke aus Weintrauben hergestellt. Die Römer führten später den eigentlichen Weinbau ein. Seit Dezember 2001 gehört die Weinregion Alto Douro zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Portwein ist heute der bekannteste Wein der Region.

Mit dem Douro Cruiser in der Weinregion Alto Douro / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Um 11:30 Uhr erreicht der Douro Cruiser die Stadt Régua. Von Régua aus beginnt nach dem Mittagessen der Ausflug nach Lamego, einem Ort der 12km vom Douro entfernt liegt und zum Alto Douro zählt. Der historische Ortskern sowie Teatro Ribeiro sind zwar ebenso sehenswert wie das städtische Museum, die Hauptsehenswürdigkeit stellt aber zweifelsfrei die Wallfahrts-Kapelle Nossa Senhora dos Remédios dar. Von der Hauptstraße in Lamego führt eine eindrucksvolle barocke Freitreppe mit 686 Stufen auf einen Hügel, auf dem sich die wunderschöne Wallfahrtskirche befindet. Der Bau wurde im achtzehnten Jahrhundert begonnen und 1905 abgeschlossen. Auf den verschiedenen Treppenabsätzen finden sich interessante Skulpturen, wie zum Beispiel ein Pelikanbrunnen und verschiedene Statuen.

Blick von Lamego auf Nossa Senhora dos Remédios / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Nach der Rückkehr an Bord des Douro Cruiser wartet ein schmackhaftes, portugiesisches Abendessen auf alle Reisenden. Diesem schließt sich eine portugiesische Folklore-Show an. Auch in der aktuellen Corona-Zeit, welche diverse Einschränkungen hinsichtlich Abstandsvorgaben und Hygieneauflagen mit sich bringt, ist der Abend ein äußerst stimmungsvoller und gelungener. Damit schließe ich mein Reisetagebuch vom dritten Tag auf dem Douro.

Der Douro Cruiser verbleibt über Nacht am Anleger in Régua.

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Tag 04: 27. September 2020 Régua – Pinhao – Barca d´Alva

Um 08:45 Uhr beginnt für mich der nächste Ausflug. Heute geht es zum Mateus-Palast, einem beeindruckenden Barock-Gebäude aus dem Jahr 1743, heute im Besitz der Stiftung Casa de Mateus. Der Douro Cruiser fährt derweil mit einigen, wenigen an Bord verbliebenen Gästen weiter in Richtung Pinhao, wo die Ausflugsgäste um 12:00 Uhr wieder an Bord gehen werden.

Besuch im Mateus-Palast

Bekannt ist der Mateus-Palast für seinen großzügig angelegten Park, sowie die historische Inneneinrichtung, zu der Ölgemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert ebenso gehören wie handgearbeitete Decken aus Kastanienholz. Die Gärten vom Mateus-Palast zählen zu den schönsten Gartenanalgen in Portugal und sind bisher stets von Menschenmassen überlaufen gewesen. Unsere kleine Gruppe kommt nun in den Genuss, die Schönheiten der Anlage ausgiebig genießen zu können, ganz ohne weitere Touristengruppen. Der Mateus-Palast ziert die Etiketten des gleichnamigen Mateus-Rosé, für den er aber lediglich Namensgeber war und sonst in keinem Bezug steht. Das älteste Dokument, welches die Existenz eines ersten Landguts an Stelle des heutigen Palastes belegt, stammt aus dem Jahr 1488. Der Besitzer der damaligen Ländereien ließ sich hier ein erstes Herrenhaus errichten.

Mateuspalast Innenansicht / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Die Rückfahrt zum Douro Cruiser führt durch eine atemberaubend schöne Landschaft aus Weinbergen, zwischen denen immer wieder malerische Orte eingebettet liegen. Während einer solchen Landschaftsfahrt entstehen völlig andere Eindrücke als von Bord des Douro Cruiser aus. Eindrücke die man sich nicht entgehen lassen sollte. Schon deshalb lohnt die Teilnahme an einem solchen Ausflug.

Vorbeiziehende Flusslandschaft genießen

Pünktlich um 12:00 Uhr kehren alle Ausflugsgäste zurück an Bord des Douro Cruiser. Weiter geht die Fahrt auf dem Douro in Richtung Barca d´Alva. Bis dorthin müssen zwei weitere Schleusen passiert werden. Die Valeira-Schleuse ist mit 33m Hubhöhe nicht weniger imposant als die Carrapatelo-Schleuse. Zwei Stunden später liegt die Pocinho-Schleuse vor uns, die mit 22m Hubhöhe etwas niedriger dimensioniert ist. Die Zeit zwischen den beiden Schleusen sollte man unbedingt auf dem Sonnendeck verbringen, um die vorbeiziehende Landschaft zu genießen. An den malerischen Berghügeln erheben sich auf dieser Strecke auch die Rebflächen des traditionsbewussten, weltbekannten Weinguts Quinta do Vesuvio. Kurz nach Sonnenuntergang endet diese beeindruckende Passage mit der Ankunft in Barca d´Alva.

Malerisches Douro-Valley bei Pinhao / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Landschaftlich wunderschön am Douro gelegen, wirkt Barca d’Alva etwas verschlafen und bietet im Wesentlichen zwei Hauptattraktionen für Urlauber auf Douro Flusskreuzfahrten: Die architektonisch interessante, schlanke Bogenbrücke „Ponte Rodoviária de Barca d’Alva“ aus dem Jahr 1967 sowie einen stillgelegten Bahnhof. Bis 1985 lag er an der wichtigen Strecke von Porto nach Salamanca. Nun träumt das hübsche Gebäude einen „Dornröschenschlaf“ und wirkt so, als sei es gerade erst verlassen worden. In Barca d´Alva liegt die Grenze zu Spanien, die wir aufgrund der Einstufung Spaniens als Risikogebiet nicht übertreten dürfen. Andernfalls müssten wir uns zum derzeitigen Zeitpunkt 14 Tage in Quarantäne begeben. Diese Regelung erscheint an diesem Ort, an dem gerade weder andere Touristen noch Einwohner anzutreffen sind, etwas surreal, doch alle Reisenden halten sich natürlich daran. Mit Barca d´Alva haben wir nun auch den am Weitesten vom Ausgangshafen Porto entfernt liegenden Ort erreicht. Ab Morgen werden wir die gleiche Strecke noch einmal befahren – zurück in Richtung Porto.

Douro Valley nach Barca d Alva / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Am Abend sorgt eine örtliche Folkloregruppe für gute Stimmung an Bord. Damit endet schließlich auch Tag 4 dieser abwechslungsreichen Douro-Flusskreuzfahrt.

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Tag 05: 28. September 2020 Barca d´Alva (Almeida) – Pocinho – Pinhao

Die aktuellen Reisebeschränkungen lassen einen Ausflug ins spanische Salamanca bekanntlich nicht zu. Ebenso wurde der geplante Ausflug nach Castelo Rodrigo kurzfristig durch einen Besuch in Almeida ersetzt. Der Ausflugsbus startet um 08:30 Uhr vom Anleger in Barca d´Alva aus. Almeida ist eine Festungsstadt mit rund 1.300 Einwohnern im unmittelbaren Ortskern, der vollständig von den ursprünglichen Festungsmauern umgeben ist.

Festungsstadt Almeida Portugal, Douro / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Besuch in der Festungsstadt Almeida

Almeida ist eine alte Festungsstadt, deren Stadtmauern sternförmig um den Stadtkern angeordnet sind. Der Durchmesser dieser bemerkenswerten Festungsanlage beträgt 2.500m. Errichtet wurde die Anlage im 17. und 18. Jahrhundert um eine mittelalterliche Burg herum. Almeida liegt auf einer Hochebene, rund 12km von der Grenze zu Spanien entfernt. Almeida zählt zu den besterhaltenen Befestigungsanlagen in Portugal und ist bis heute bewohnt. Charakteristisch sind die hervorragend erhaltenen, steinernen Mauern, die von einem breiten Graben umgeben sind. Ein Besuch in dieser phantastischen Stadt ist aus meiner Sicht eine klasse Alternative zu Salamanca und besonders zu Castelo Rodrigo, ein Ort, der ebenfalls in der Liste der zwölf historischen Dörfer Portugals steht – wie Almeida. Almeida ist wunderschön und einen Spaziergang durch die engen Gassen sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. In den Straßen, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, gibt es zahlreiche kleine Kirchen und historische Bauwerke, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Bei einem Besuch in Almeida sind folgende Bauwerke einen Abstecher wert:

  • Die Kirche Igreja Matritz
  • Die Kirche Igreja da Misericordia
  • Den 12m tiefen und 62m breiten Graben der Festung
  • Das 2.500m lange und in Sternform mit 12 Spitzen errichtete Gemäuer, durch das das Kreuzfeuer ermöglicht wurde.
  • Das ehemalige Artillerie-Quartiergrund Gefängnis, ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes, im Barockstil errichtetes Gebäude.

Nach einem ausgedehnten Rundgang durch Almeida wartet der Reisebus vor den Stadtmauern schon auf alle Ausflugsgäste. Während Almeida in den letzten Jahren von Touristen extrem stark besucht wurde und von den zahlreichen Busparkplätzen kaum ein freier verfügbar war, so sind wir heute die einzige Reisegruppe vor Ort. Schön wäre, wenn Almeida weiterhin im Ausflugsangebot aufgeführt werden würde, nicht nur als Ersatz für Samalanca.

Festungsstadt Almeida / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Um 11:30 Uhr endet der heutige Vormittagsausflug am Anleger in Pocinho. Der Douro Cruiser trifft zeitgleich mit unserem Reisebus ein, so dass nach wenigen Minuten alle Ausflugsteilnehmer zurück an Bord sind. Wie nach jeder Rückkehr zum Schiff, wird bei allen Ausflugsgästen die Temperatur gemessen, außerdem müssen die Hände desinfiziert werden. Ebenso werden die Schuhsolen mit Desinfektionsmittel eingesprüht.  

Der Bahnhof von Pinhao

Schon um 17:30 Uhr sind die Leinen vom Douro Cruiser fest am Anleger in Pinhao. Rund eine Stunde früher als ursprünglich geplant. Idealer Weise beginnt der Abendausflug auch eine Stunde früher. Dieser führt zunächst zum Bahnhof von Pinhao, der nur fünf Gehminuten vom Schiffsanleger entfernt liegt. Ein Besuch des Bahnhofs von Pinhao ist ein absolutes Muss für jeden Besucher, der die Stadt besucht. Sehenswert macht diesen Bahnhof nicht nur die ursprüngliche Baustruktur sondern die 25 Fliesenbilder, auf denen regionaltypische Landschaften und Szenen der Weinlese dargestellt sind. Diese Fliesenbilder sind rund um die Aussenfassade angebracht, was dem Bahnhof seine einzigartige Schönheit verleiht. Das Gebäude wurde in der ersten Hälfte der 1880er Jahre errichtet. Aus selbiger Zeit stammt die Bahnhofsuhr, die seither zuverlässig ihren Dienst an der Fassade versieht.

Historischer Bahnhof Pinhao, Portugal / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Nachdem alle Mitreisenden den Bahnhof erkundet haben, geht das heutige Abendprogramm weiter. Vor dem Bahnhofsgebäude wartet bereits der Reisebus – übrigens ist es in allen Städten stets derselbe. Mit diesem fahren nun alle Gäste zur traditionellen Quinta Avessada. Das Abendprogramm ist diesmal obligatorisch, an Bord gibt es kein Dinner. In der Quinta angekommen wartet der Eigentümer des Weinguts, Luis Barros, auf die kleine Gruppe und präsentiert nach einem Aperitif stolz sein kleines Wein-Museum. Der informativen Führung folgt ein portugiesisches Abendessen, mit kleinen Showeinlagen des Besitzers zwischen den einzelnen Gängen.

Enoteca da Quinta da Avessada, Portugal / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Der Douro Cruiser bleibt über Nacht in Pinhao.

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Tag 06: 29. September 2020 Pinhao – Régua

Die Fehlentscheidung

Um 06:30 Uhr setzt der Douro Cruiser seine Fahrt fort in Richtung Régua. Nur zwei Stunden später ist der heutige Liegeplatz Régua bereits erreicht. Da Régua mit seinen 17.200 Einwohnern eine größere Stadt ist, plane ich einen individuellen Stadtrundgang und nehme an keinem Ausflug teil. Der Ausflug führt heute nach Viseu und beinhaltet ein Mittagessen. Ich beginne unmittelbar nach Abfahrt des Reisebusses meinen individuellen Rundgang durch Régua. Wie sich bald herausstellt, hat die Stadt keine bedeutenden Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dieser Eindruck bleibt auch nach drei Stunden Fußmarsch bestehen. Das Fazit des heutigen Tages ist, dass man in Régua lieber an einem der angebotenen Ausflüge teilnimmt, als individuell durch die Stadt zu laufen. Die Größe und der erste Eindruck, den man vom Schiff aus von der Stadt bekommt, lassen die Vermutung zu, es gibt interessante Dinge zu entdecken. Dieser erste Eindruck bestätigt sich letztendlich nicht. Kreuzfahrtleiterin Margit hatte mich „vorgewarnt“. Sie sollte Recht behalten. Es sollte zum Glück meine einzige Fehlentscheidung der Reise bleiben.

Der Douro Cruiser bleibt über Nacht in Régua.

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 Tag 07: 30. September 2020 Régua – Porto

Es scheint, als hätte diese phantastische Flusskreuzfahrt auf dem Douro gerade erst begonnen, da steht heute schon die letzte Etappe von Régua zurück nach Porto, bzw. zum Liegeplatz in Vila Nova de Gaia, auf dem Routenplan.

Um 07:00 Uhr verlässt der Douro Cruiser den Anleger in Régua und durchfährt noch einmal einen bezaubernd schönen Abschnitt im Douro-Tal. Ein zweites Mal während dieser Reise beginnt der Tag mit dichten Nebelfeldern über dem Fluss. Zunächst ist vom Flusstal nicht viel zu sehen. Die Sonne schafft es jedoch wenig später wieder, die sich im Flusstal aufstauenden Nebelfelder aufzulösen. Mehr und mehr lässt sich ein letztes Mal die abwechslungsreiche Landschaft bestaunen. Die Laubbäume werden durch die niedrigen Temperaturen in den Nächten und dem darauffolgenden Sonnenschein mehr und mehr mit bunten Farbkleidern versehen. Der Herbst steht vor der Tür. Auch hier im Douro-Tal. Die Wein- bzw. Traubenlese ist vielerorts bereits erfolgt.

Morgennebel am Douro / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Fahrt mit der historischen Straßenbahn

Noch einmal geht es mit dem Douro Cruiser durch die großen Schleusen, wie die Carrapatelo Schleuse und die Crestuma Schleuse, bevor die idyllische Flusslandschaft zusehends dem städtischen Flair, der sich nähernden Douro-Metropole Porto weicht. Pünktlich um 14:00 Uhr erreicht der Douro Cruiser schließlich den vorgesehenen Liegeplatz am Ufer in Vila Nova de Gaia. Damit endet diese einzigartige Flusskreuzfahrt aber noch nicht, es liegen weitere Stunden in der schönen Stadt Porto vor mir. Heute Nachmittag nutze ich die Zeit für eine Fahrt in der historischen Straßenbahn und besuche das Straßenbahnmuseum am Douro-Ufer. So, wie ich es zu Beginn der Reise geplant hatte. Sowohl die Straßenbahn als auch das Museum habe ich für mich ganz alleine. Mit der Linie 1 fahre ich entlang des Douro zum Straßenbahnmuseum und mit der Linie 18 von diesem zur Station „Carmo“. Es wird mein letzter Spaziergang durch die Altstadt Ribeira, von der Station „Carmo“ aus zurück zum Douro Cruiser.  

Innenansicht historische Strassenbahn Porto / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
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Tag 08: 01. Oktober 2020 Porto und Rückreise

Reise in die Spätzeit der Belle Époque

Mein Tagesprogramm für heute beinhaltet nur noch ein konkretes Ziel, das legendäre Café Majestic, aus der Spätzeit der Belle Époque. Tatsächlich wurde das Gebäude mit der Hausnummer 112 im Jahr 1916 an der Einkaufsstraße Rua de Santa Caterina errichtet. Damals eröffnete hier zunächst das Café Elite. Der Name ist schon bald in den heutigen geändert worden. Im Jahr 1983 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Während ihrer Zeit in Porto hielt sich Joanne K. Rowling häufig im Café Majestic auf und schrieb hier die ersten Kapitel des ersten Harry-Potter Buches. Im Jahr 1992 entschied die Eignerfamilie Barrias, das Café nach alten Fotografien zu restaurieren und in den Originalzustand zu versetzen. Die Neueröffnung erfolgte 1994. Heute beeindruckt es mit einem Jugendstil-Spiegelsaal und vielen Einrichtungsgegenständen aus den Anfangsjahren. Das Café Majestic ist eine der Hauptattraktionen in Porto und zählt zu den schönsten Cafés in Europa. Da sich derzeit kaum Gäste im Café befinden, erhalte ich sofort einen Sitzplatz. Ich lasse es mir nicht nehmen und bestelle hier Pasteis de Nata. Stilvoller kann man seinen Café nur in wenigen Cafés genießen.

historisches Majestic Cafe Porto / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Ausklang der Flusskreuzfahrt und Fazit

Ich habe diesen Ort bewusst zum Abschluss dieser Douro-Flusskreuzfahrt ausgewählt, um alle Erlebnisse noch einmal Revue passieren und die Reise entspannt ausklingen zu lassen. Eine Flusskreuzfahrt auf dem Douro sollte jeder einmal gemacht haben. Die Reise eignet sich nicht so sehr für Flusskreuzfahrt-Anfänger aber für all jene, die bereits den Rhein, die Donau und die bekannten Nebenflüsse bereist haben. Schließt sich eine Douro-Flusskreuzfahrt den anderen an, so wird man die Einzigartigkeit der Region, die grandiose Schönheit der Landschaft und die monumentalen Schleusen in vollem Umfang zu genießen wissen. Darüber hinaus erkennt man dann in besonderem Maße die Unterschiede zu anderen Flusskreuzfahrten. Auf dem Douro entsteht auf bestimmten Abschnitten ein Hauch von „Entdecker-Abenteuer“. Aufgrund der geringen Breite des Flusses, erscheinen alle Dörfer und die Landschaft stets zum Greifen nahe. Vielleicht ist es auch diese Beschaulichkeit, die den Unterschied zu all den großen anderen Flüssen ausmacht.

Eine Flusskreuzfahrt auf dem Douro gehört zweifelsfrei zu den „must do´s“ bzw. auf die persönliche „Bucketlist“. Hier muss man mindestens einmal gewesen sein.

Mit diesem eindeutigen Fazit endet nun meine Reise. Am Nachmittag wartet das zuvor bestellte Taxi am Anleger auf mich und bringt mich zum Flughafen nach Porto. Diesmal zahle ich 20,- EUR für die Fahrt.

MS Douro Cruiser auf dem Douro / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Disziplin ist gefordert

Abschließend weise ich noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass mich das Hygienekonzept an Bord überzeugt hat. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt an Bord „unsicher“ gefühlt. Die aktuelle Zeit erfordert eine erhöhte Disziplin eines jeden Reisenden und der Besatzung. Diese Disziplin bei der Einhaltung der Abstände, Handdesinfektionen und dem Tragen des Mund-Nasenschutzes war durchweg überall erkennbar. Ohne die Disziplin eines jeden einzelnen Reisenden ist das beste Hygienekonzept wirkungslos.

Zum aktuellen Zeitpunkt, beim verfassen dieser letzten Zeilen des Reiseberichtes, wurde die Region Nord-Portugal bereits auch zum „Risikogebiet“ erklärt. Die verbliebenen Abfahrten der Saison 2020 mit dem Douro Cruiser sind daher abgesagt worden.  

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Oliver Asmussen
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