Plankenschnack: Heute mit Claus Debusman – Mister Red Shoes

Claus Debusmann, Mr Red Shoes, bietet Rock`n Roll auf Kreuzfahrtschiffen

Mister Red Shoes und sein Klavier

Heute beim Plankenschnack haben wir einen besonderen musikalischen Künstler. Claus Debusman, besser bekannt als Mister Red Shoes, wurde in Höxter geboren. 

Wer schon mal das Vergnügen hatte, eine seiner Show zusehen, weiß, dass dieser Vollblutmusiker sein Klavier wie kein anderer beherrscht. Ich habe schon mit ihm auf Schiffen gearbeitet und somit das musikalische Vergnügen gehabt. Ich freue mich sehr, das er sich heute unseren Fragen stellt und wir noch einiges mehr von ihm erfahren.

Mister Red Shoes – Wie der Künstler „entstand“

BN: „Wann und wie bist Du zum Klavier gekommen?“

CD: „Meine Schwester wurde von Oma mit einem Klavier beschenkt. Sie spielte eher gezwungermaßen. Ich dachte immer, ich habe Lust während der Übungseinheiten ihr über die Schulter zu greifen und ein paar undefinierte Töne zu spielen. Das machte enorm Spaß. Geschwister ärgern sich nunmal ganz gerne. Mit 9 Jahren enterte ich endlich den Platz am Piano und sicherte mir in kürzester Zeit mehr Aufmerksamkeit im Gegensatz zu meiner Schweser, welcher man stets ansah, dass sie nur an einem Klangmöbel sitzt und sich langweilt. Jenes Instrument war aber gar nicht für mich gedacht, sondern ausschliesslich für meine Schwester. Somit war Oma sauer. Ich habe trotzdem mit voller Begeisterung geübt.“

BN: „Gab es im Leben von Claus Debusman auch erstmal einen anderen Beruf, mit dem Du Geld verdient hast? Wann war der Punkt, wo Du diesen gegen den Profimusiker getauscht hast?“

CD: „Ich wollte schon immer was mit Musik zu tun haben. Meine Früherziehung war aber eher dahingehend ausgerichtet, dass Sicherheit später im Leben und Job, es primär zu erreichen galt. Vater meinte, ich solle zum Bund gehen und eine musikalisch-militärische Ausbildung machen. Ich war ganz angetan, zumal ich bereits mit 6 Jahren seine beliebten Märsche – vor dem Oma-Radio stehend – mit einer Maccaroni-Nudel rhythmisch sicher dirigieren konnte. Ich überlegte es mir anders und ging nach einer Lehre als Buchhandelskaufmann 1979 nach Berlin. Mit anderen Worten, ich fing dort gleich an, Geld zu verdienen.“

BN: „Dein Künstlername, Mister Red Shoes, ich denke Du hast die Frage schon hundertmal beantwortet, aber bitte für unsere Leser nochmal. Wie kam es dazu und warum rot?“

CD: „Es war 2002 nach einem Konzert auf dem ehemaligen Traumschiff MS Deutschland, als mich ein Amerikaner ansprach. Er sagte mir, dass der Name Claus Debusman nicht nach Rock’n’Roll klinge. Er formulierte Slang- und Soundsicher den Namen „MISTER RED SHOES“! Nach einigen Synonymen im Laufe meiner Karriere stellte ich fest, dass das wirklich ein treffender Name ist. Erst im Jahre 1993 ordnete sich mein Horizont in Richtung ausschliesslich RED SHOES zutragen. Denn – immer wenn ein Schuhpaar nicht die Farbe Rot hatte, folgte unmittelbar – und das bis heute – die Frage: Wo sind Deine schönen roten Schuhe vom letzten Mal ?“

Mister Red Shoes – von Schuhen und Kreuzfahrtschiffen

Read Shoes
Foto: Mister Red Shoes an Bord der Ocean Majesty

BN: „Wie viele Schuhe in Rot besitzt Mister Red Shoes?“

CD: „62 Paare, inclusive einem Hausschuhpärchen.“

BN: „Irgendwann bist Du mit Deinen Shows auf Schiffe gegangen. Wie kam es dazu und welches Schiff diente als Premiere?“

CD: „Dem ehemaligen Entertainment – Manager von Hapag Lloyd, Herrn Herbert Kroboth, habe ich zu verdanken, dass ich bis heute auf allen sieben Weltmeeren zu Hause bin. Auf seine Frage hin, ob ich ich es mir vorstellen könne, einmal auf einem Kreuzfahrtschiff zu konzertieren, war meine Antwort im ersten Moment nein. Er ließ aber nicht locker und das war gut so. Premiere feierte ich auf der MS HANSEATIC.“

BN: „Seegang und Klavier spielen sind nicht gerade die besten Freunde. Was ist die größte Herausforderung dabei?“

CD: „Wenn es so heftig schaukelt, mag ich nicht spielen. Aber alles an Schiffsbewegung, was einem nicht vom Klavierstuhl fallen lässt, nehme ich gern als Herausforderung an.“

Mister Red Shoes – private Erfahrungen

Plankenschnack
Foto: Mister Red Shoes auf Tour in Island

BN: „Erzähle uns doch bitte von deinem schönsten Moment auf einem Kreuzfahrtschiff, den Du nie vergessen wirst.“

CD: „1998 war ich mit der MS EUROIPA in Alaska. Der berühmte Hubbatd Gletscher breitete sich in seiner vollen unbeschreiblichen Breite und Farbe vor uns aus. Wir fuhren so nahe heran, dass wir eine Eiswand beobachten konnten, wie sie mit lautem Getöse ins gleißende Wasser eintauchte und auf und ab schaukelte. Diesen Moment habe ich in Musik eingefangen. Die stilistische Beschreibung dieser musikalischen Gattung hieß von nun an bei mir „SEErenaden“.“

BN: „Das Gegenteil – ein Horror-Szenario, gab es auch. Was war da passiert?“

CD: „In der Tasmanischen See 2002. Zwei Tage war richtig was los auf hoher See. Einen Maschinenausfall mussten wir hinnehmen und mit nur einem Motor nach Christchurch „tuckern“. Niemandem war was passiert. Der Kapitän Thilo Natke schaffte das Schiff souverän in den sicheren Hafen zu steuern.“

BN: „Reisen und Privatleben zu Hause, wie bekommt man das auf die Reihe?“

CD: „Sehr gut, meine Frau ist Kapitänstochter, also ist sie gewohnt, dass entweder Vater, Opa oder ihr Mann nicht zu Hause sein kann. Andere Damen waren immer interessiert mich auf meinen Konzert- Reisen zu begleiten.“

Mister Red Shoes – von Hobbys und Träumen

BN: „Wo findet ein Claus Debusman seine Ruhe und Entspannung, wo tankt er auf ? Angel, Garten, Kochen? Was ist es bei Dir?“

CD: „Meine Ruhe finde ich wirklich zu Hause an meinem Bechstein-Flügel. Komponieren ohne Schiffsmaschinengeräusche ist erholsam und inspirierend. Bei einem guten Buch und leckerem Essen regeneriere ich vorbildlich. Ich koche leidenschaftlich gerne. Wenn es so aussieht, dass nichts  Richtiges im Kühlschrank lagert, bin ich in der Lage, was Leckeres zu zaubern. Man hat ja schließlich gute Kräutergewürze.“

BN: „Du hast einen Wunsch frei! Wo würde Mister Read Shoes gerne einmal spielen? Welche Bühne oder Ort steht auf deiner persönlichen Wunschliste?“

CD: „Ganz klar – Amerika mal zeigen, was ich alles kann und der Wunsch auf einer Bühne zu spielen, welche einer Atmosphäre entspricht, die man von Las Vegas kennt.“

BN: „Lieber Claus, vielen Dank für Deine Zeit und dieses Interview. Das war ein ganz besonderes Vergnügen mit Dir und ich denke, unsere Leser sind genauso begeistert wie ich.  Alles Gute für Dich und bis bald auf einem der vielen Kreuzfahrtschiffe. Ahoi!“

Information

Hier geht es zur Homepage von Claus Debusmann!

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