Plankenschnack: Heute mit Igor Gaber – Kapitän der MS Hamburg

Kapitän Igor Gaber und Boris Noruschat

Boris Noruschat trifft Igor Gaber im Interview

Auch dieses Mal fand unseren Plankenschnack an Bord eines Kreuzfahrtschiffes statt. Wir trafen den Kapitän der MS Hamburg, Igor Gaber, zu einem Interview. Gerade bei diesem Berufsbild ist es sehr schwierig, ein Zeitfenster mit dem obersten Chef eines Kreuzfahrtschiffes zu bekommen.

Durch die neuen Sicherheitsstandarts auf den Kreuzfahrtschiffen, ist es nur der langen Freundschaft zum Kapitän und der Erlaubnis von Plantours Kreuzfahrten zu verdanken, dass wir dieses Interview machen durften. Kapitän Igor Gaber habe ich damals auf der MS Delphin kennengelernt. Igor Gaber ist Ukrainer und lebt mit seiner Frau in Odessa. Seit 35 Jahren fährt er zur See und hat seit einigen Jahren das Kommando über die MS Hamburg.

Was die MS Hamburg auszeichnet und warum sie als Arbeitsplatz gewählt wurde

Blick von der Brücke der MS Hamburg

BN: „Lieber Kapitän, Sie führen die MS Hamburg schon einige Jahre. Was ist für Sie das Besondere an der MS Hamburg?“

IG:“ Die Ambiente hier an Bord der MS Hamburg ist ziemlich einzigartig! Wir haben eine familiäre Atmosphäre zwischen den Gästen und eine professionelle, auf gegenseitigem Verständnis basierende Stimmung, innerhalb der Crew.

BN: „Sie tragen in Ihrem Job eine hohe Verantwortung, da Sie mit der Sicherheit der Gäste, der Crew und dem Schiff betraut sind. Diese Verantwortung trägt natürlich auch Ihr Team mit. Wie groß ist hier an Bord der MS Hamburg die Crew, die Ihnen untersteht?“

IG: „Derzeit arbeiten 168 Crew Mitglieder auf der MS HAMBURG und sie kommen aus 17 verschiedenen Nationen.“

BN: „Was war Ihr Grund dafür, dass Sie sich für Kreuzfahrtschiffe entschieden haben und nicht Ihre Laufbahn im Frachtverkehr fortgesetzt haben? 

IG: „Bevor ich als Kadett zum ersten Mal an Bord eines Kreuzfahrtschiffes kam, hatte ich schon Erfahrungen auf Frachtschiffen sammeln können. Schnell stand dann allerdings mein Favorit fest: Passagierschiffe! Aus meiner Sicht haben diese viele Vorteile. Die Arbeitsbedingungen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes gegenüber dem Frachtverkehr sind einfach reizvoller. Die Fahrpläne sind attraktiver und es werden viel mehr Häfen angefahren. Dazu kommen viele neue Bekanntschaften mit Menschen.

Auch ein Kapitän hat einen Lieblingshafen

Weisse Nacht St. Petersburg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Weisse Nacht St. Petersburg / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

BN: „Kapitän, wir können davon ausgehen, dass Sie fast schon die ganze Welt bereist haben. Gibt es dennoch Ziele bzw. Orte auf dieser Welt, die noch auf Ihrer Wunschliste stehen und die Sie gerne einmal in Ihrem Leben noch bereisen würden?“

IG: „Man kann sagen, dass ich sehr viele wunderbare Orte besucht habe – 9 Weltreisen und 35 Jahre auf See sprechen dafür. Allerdings war ich noch nie in Alaska und somit ist dies ein “Sehnsuchts-Land”, dass ich unbedingt einmal bereisen möchte.

BN: „Jeder Hafen den Sie ansteuern, hat irgend etwas besonderes. Gibt es Ihren persönlichen Lieblingshafen? Welcher ist das und warum?“           

IG: „Mein Lieblingshafen im Mittelmeer ist Venedig – das Herz der antiken Welt und so einzigartig. Im Baltikum mag ich besonders St. Petersburg. Neben der Tatsache, dass St. Petersburg eine moderne Stadt ist, liebe ich die ruhmreiche Geschichte und die beeindruckende Architektur. Im Schwarzen Meer favorisiere ich meine Heimatstadt Odessa. Hier gibt es eine sich schnell entwickelnde Infrastruktur. Aber zu guter Letzt meine absolute Lieblingsdestination: Französisch Polynesien mit Bora-Bora und Moorea, wahre Paradiese.“ 

Wo man den Kapitän an Land trifft und was er im Urlaub macht

Oldtimer und MS Hamburg La Baie, Saguenay / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com
Oldtimer und MS Hamburg La Baie, Saguenay / Foto: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

BN: „Die Gäste fragen sich oft, wenn die MS Hamburg sicher im Hafen liegt und sie zum Landgang aufbrechen, was Ihr Kapitän dann wohl macht?“             

IG: „Wenn ich Zeit für einen Landgang habe, mag ich es im Stadtzentrum spazieren zu gehen.“

BN: „Bleibt Ihnen überhaupt durch die verantwortungsvolle Arbeit auf der Brücke und an Bord Zeit für einen Landgang?“          

IG: „Das ist immer abhängig von unserem Fahrplan, den Gewässern in denen wir uns befinden und meinen üblichen Tätigkeiten und Aufgaben. Das ist dann auch oft der Grund, dass ich nicht so häufig an Land gehen kann, aber ich versuche es.

BN: „Sie arbeiten immer mehrere Monate am Stück, sind dann für einige Wochen zu Hause. Wo finden Sie nach dieser langen Zeit Ihre persönliche Ruhe? In der Gartenpflege, oder vielleicht beim Angeln? Wie dürfen wir uns das vorstellen?           

IG: „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Einsätzen. Diese Einteilung ermöglicht es mir, mich an Bord einzufinden, wohlzufühlen und im Umkehrschluss meine Zeit zu Hause zu geniessen. Im Winter fahre ich zum Beispiel Ski mit Freunden oder reise mit meiner Frau in wärmere Gefilde. Im Sommer bleibe ich auch gerne zu Hause in Odessa. Es gibt viele Freizeitangebote an den öffentlichen und privaten Stränden und auch in den Sport Clubs.“

BN: „Lieber Kapitän, ich bedanke mich bei Ihnen in Namen der gesamten Cruisestart Crew für Ihre Zeit und für die persönlichen Einblicke zu Ihrem Berufsbild. Wir und unsere Leser verabschieden uns mit einem freundlichen „Ahoi“ und wünschen Ihnen immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel.“               

IG: „Sehr gerne geschehen! Die Freude war ganz meinerseits!“

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