Reisebüros zeigen Gesicht – Rettet die Reisebüros

Rettet die Reisebüros
Rettet die Reisebüros

Reisebüros zeigen Gesicht und stellen die Koffer vor die Tür

Aktionsbündnis Wir zeigen Gesicht! Rettet die Reisebüros – rettet die Touristik!  Mitarbeiter der Touristikbranche, insbesondere auch die der Reisebüros, gehen heute deutschlandweit auf die Straße, um für staatliche Rettungsmaßnahmen ihrer Arbeitsplätze und Existenzen zu kämpfen. 

Zum ersten mal in der Geschichte, demonstrieren heute Reisebüros in mehr als 30 Städten gegen die drohende Insolvenz. Mit immerhin 10.000 Reisebüros und knapp 100.000 Arbeitsplätzen tragen die Reisebüros 4% den Bruttoinlandsproduktes bei.

Alle sind betroffen

Ob onliner, stationär oder mobile Reiseberater, alle leben vom Tourismus. Reisebüro-Mitarbeiter haben heute – als Aktionsbündnis: ‘Wir zeigen Gesicht! Rettet die Reisebüros – rettet die Touristik‘ – für schnelle Staatshilfe in der Corona-Krise demonstriert. Das erklärte Ziel ist eine branchenspezifische Lösung mit NICHT rückzahlbaren Beihilfen für die Reisebüros – jetzt! Dies ist für den Erhalt der Touristik unabdingbar!

Rettet die Reisebüros Demo
Foto: Sandra Stern

Keine Einnahmen auf unbestimmte Zeit

Um auf ihre schwierige Lage aufmerksam zu machen, stellten sich hunderte Reisebüro-Inhaber und Mitarbeiter unter anderem in Kiel, Hamburg, Dresden, Halle und Köln mit leeren Koffern, Sonnenliegen und Regenschirmen auf. Sie forderten den von der Regierung nötigen Rettungsschirm für die Reisebüros. Die Proteste waren Teil einer bundesweit geplanten Aktion in mehr als 30 Städten, darunter in Berlin, Dortmund, Köln, Düsseldorf, Leipzig und München.

„Ein solches Bündnis gab es noch nie – aber ein Wegfall der Reisebüros ist ein Nachteil für die gesamte Touristik – deshalb ist es so wichtig und erstrebenswert, gemeinsam für die Branche zu kämpfen! Wir sind NOCH nicht tot, aber wir brauchen Hilfe und Unterstützung, denn wir alle haben das gleiche Ziel: Wir wollen weiterhin die schönsten Tage im Leben unserer Kunden schaffen“, vermelden die Demonstranten einheitlich – Urlaub für Alle und Alle für Urlaub!

Die Demonstranten fürchten das Aus der gesamten Reisebürobranche in Deutschland durch die Corona-Krise.

„Nicht nur das Neugeschäft ist vollständig zum Erliegen gekommen. Veranstalter buchen auch Provisionen für bereits gebuchte Reisen, die abgesagt wurden, zurück. “Die Branche war als Erste von der Krise betroffen und wird als Letzte wieder dort herauskommen“, sagen die Initiatoren dieser Bewegung.

Perspektivisch sei zunächst keine Besserung in Sicht. Das Auswärtige Amt hat eine weltweite Reisewarnung verhängt. In vielen Ländern gilt ein Einreisestopp.

„Wenn wir keine schnelle und unkomplizierte Finanzhilfe vom Staat erhalten, etwa in Form eines Notfallfonds, wird die Corona-Krise unsere gesamte Branche vernichten – eine Gutscheinlösung kann uns nicht retten“, erläuterten die Sprecherinnen Anke Mingerzahn und Marion Tibursky.

Hilfsaktionen der Politik konzentrierten sich bisher so gut wie ausschließlich auf Großkonzerne, wie z. B. TUI und Lufthansa.

„Der Mittelstand der Touristik wird vergessen – Wir sind ein wichtiges, zu erhaltendes Gut für die Gesellschaft. So viele Arbeitsplätze sind in Gefahr – auch weitreichender gedacht, denn WIR sind das Bindeglied zwischen Kunden, Reiseveranstaltern, Hotels, Airlines, etc.“, sagte eine Sprecherin.

Laut offiziellen Zahlen des Deutschen Reiseverbands (DRV) gibt es rund 10.000 Reisebüros mit knapp 100.000 Arbeitsplätze.

Rettet die Reisebüros Demo in Kiel
Foto: Jörg Weissgräber

Offener Brief an den Bundestag

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Steinmeier,

sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

sehr geehrter Herr Ministerpräsident Günther,

sehr geehrte Frau Finanzministerin Heinold,

sehr geehrter Herr Buchholz – Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus,

Aktionsbündnis Wir zeigen Gesicht! Rettet die Reisebüros – rettet die Touristik!

Durch die Corona-Krise wird der gesamten Tourismusbranche die Geschäftsgrundlage entzogen. In den kommenden Wochen droht der komplette Zusammenbruch vieler Unternehmen und ganzer touristischer Wertschöpfungsketten.

Uns ist bewusst, dass nicht nur für uns in der Touristik, sondern auch für tausende andere Unternehmen mit den verhängten behördlichen Maßnahmen zur Schließung der Geschäfte von einem Tag auf den anderen Tag, sämtliche Einnahmen weggebrochen sind.

Mit unsensiblen Aussagen und zugleich fehlenden handfesten Alternativen wird aber deutlich, wie sehr verantwortlichen Politikern immer noch ein klares Bewusstsein für die dramatischen Folgen der Corona-Pandemie auf die Reisebranche fehlt. Die Reisebranche sind mehr als Hotelerie und Gasttronomie. Dazu gehören auch Busunternehmen, Reisebüros, Reiseveranstalter, Reiseleiter, Fahrgastleiter, Incommingagenturen und viele mehr. Unsere führenden Politiker wie Ursula von der Leyen (EU), Bundesminister des Auswärtigen Heiko Maas oder Markus Söder (Bayerns Ministerpräsident) verbreiten in sämtlichen Medien, dass es keine Reisen und Sommerurlaube in den beliebten Reisezielen der Deutschen geben kann. Es ist richtig, dass niemand verlässliche Vorhersagen über den weiteren Verlauf der Infektionen machen kann. In dieser Situation sind jedoch keine spekulativen Warnungen erforderlich, sondern handfeste politische Lösungen und vor allem ein Aufruf zur Solidarität mit tausenden von notleidenden mittelständischen Betrieben und deren Mitarbeitern.

Viele Bereiche und Unternehmen der Reisebranche, speziell auch die stationären Reisebüros sind seit Wochen in einer unabsehbaren und unverschuldeten Zwangslage: Wir mussten behördlich angeordnet schließen. Aufgrund der zahlreichen Reisewarnungen und Einschränkungen, sind wir im Gegensatz zu anderen Branchen bereits seit rund vier Monaten von den verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Wir können nicht, im Gegensatz zum Einzelhandel oder der Gastronomie, nach 8 Wochen wieder öffnen und Umsätze generieren.

Weiter Bilder von der Demo in Kiel

Rettet_die_Reisebüros_Demo_Kiel_Foto Jörg Weissgräber
Rettet_die_Reisebüros_Demo_Kiel_Foto Jörg Weissgräber
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Nicole Deutzmann-Asmussen
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