Testlauf: Bordmagazin AIDA Heute – nur noch digital

Beliebt, aber nun auf dem Prüfstand: AIDA testet Digitalausgabe ohne Print. Foto: lenthe/touristik-foto.de
Beliebt, aber nun auf dem Prüfstand: AIDA testet Digitalausgabe ohne Print. Foto: lenthe/touristik-foto.de

Testlauf für die Digitalausgabe

Das Bordprogramm AIDA Heute wird von seinen Lesern geliebt. Tagesaktuell wird auf zwei DIN A4 Seiten das Wichtigste zum Reiseverlauf zusammengefasst, interessante Aktionen an Bord angekündigt und auf die Öffnungszeiten der Restaurants hingewiesen. Doch nun startete AIDA Cruises auf einem Schiff der Kussmundflotte einen Testlauf, bei dem es die AIDA Heute lediglich in digitaler Form gibt. Ist das beliebte Papierheftchen ein Auslaufmodell?

AIDAdiva macht den Anfang

„Wir testen auf AIDAdiva gerade eine ausschließliche Online-Version der AIDA Heute“, bestätigte ein AIDA Cruises Sprecher auf Nachfrage von CruiseStart.

Nach uns vorliegenden Informationen gibt es dort seit Anfang April das Bordprogramm AIDA Heute nicht mehr wie gewohnt jeden Abend in Papierform direkt an die Kabinentür. Das Reiseprogramm der AIDAdiva ist ausschließlich über das Bordportal myAIDA digital abrufbar. Vor den Restaurants gibt es das aktuelle Bordmagazin auf einigen DIN A3 großen Aufstellern zu lesen. Ansonsten sollen die Reisenden der AIDAdiva auf ihrer Kabine im i-TV, sowie über das private Smartphone oder Tablet nach der aktuellen AIDA Heute schauen und sich selbst informieren.

Die AIDAdiva. Foto: AIDA Cruises
Die AIDAdiva. Foto: AIDA Cruises

Erste Reaktionen innerhalb der AIDA-Fangemeinde bei Facebook waren eher ablehnend zu verstehen. Zahlreiche Kreuzfahrt-Fans sammeln diese Reiseheftchen als kostenlose Souvenirs. Die Bordzeitungen werden gerne mitgenommen, um Freunden von der Reise zu erzählen oder um Jahre später noch einmal in Urlaubserinnerungen zu schwelgen, daneben gab es allerdings auch einige positive Stimmen zur digitalen Ausgabe, vor allem junge Menschen haben sich offenbar längst an die Nutzung digitaler Medien gewöhnt. Eine Ausdehnung auf die gesamte Flotte ist nach unserer Einschätzung sehr wahrscheinlich. Auf unsere Nachfrage wollte AIDA Cruises jedoch noch keine weiteren Details zu dem Testlauf bekanntgeben.

Umwelt- und Kostengründe

Papier und Druck kosten Geld und verbrauchen wertvolle ökologische Ressourcen. Gerade im Bereich der ökologischen Innovationen hat AIDA in den vergangenen Jahren immer wieder eine Vorreiterrolle eingenommen. Zum Thema LNG-Flüssiggas beispielsweise ist die Rostocker Schifffahrtsgesellschaft mutig vorangegangen.

Als erste Reederei das gedruckte Bordmagazin einzustellen oder zumindest nicht mehr schiffsdeckend an alle Reisenden zu verteilen ist aus ökologischer Sicht nur folgerichtig. Aus einer 2013 von AIDA Cruises veröffentlichten Pressemitteilung geht hervor, dass die Reederei durch die Umstellung des Papierformates von DIN A3 auf DIN A4 bereits jährlich flottenweit mehr als acht Millionen Blatt Papier einsparen konnte. Die AIDAprima und die AIDAperla waren damals noch nicht Teil der Flotte.

Nicht ausschließlich der Umwelt würde der Verzicht auf die Papierausgabe zugutekommen, die Kosten für Druckmaschinen, Farbe und Papier könnten ebenfalls deutlich reduziert werden.

 

Nicole Deutzmann-Asmussen

Nicole Deutzmann-Asmussen

Nicole wurde 1982 in Köln geboren, bedingt durch das Reisebüro der Eltern war der Berufswunsch schon früh klar. Nach der Schule hat sie eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau bei einem Reiseveranstalter in Köln absolviert. Während der Ausbildung lernte sie ihren Mann Oliver kennen, zusammen haben Sie das Reisebüro der Eltern übernommen und führen dieses seit 2012 in Ottenbüttel bei Itzehoe eigenständig als Kreuzfahrten & Mehr, mit großer Leidenschaft für Kreuzfahrten.
Nicole Deutzmann-Asmussen

Letzte Artikel von Nicole Deutzmann-Asmussen (Alle anzeigen)

2 Kommentare zu Testlauf: Bordmagazin AIDA Heute – nur noch digital

  1. Als Editorial Supervisor bin ich zuletzt bei Hapag Lloyd Cruises gefahren und habe eben dieses Tagesprogramm täglich sowohl in Print als auch online verfasst. Es macht meiner Ansicht nach keinen Unterschied, ob der Papierverbrauch nun auf einem 5* Schiff anfällt oder auf einer AIDA oder einem Kreuzfahrtschiff mit Platz für bis zu 4000 Menschen. Der Verbrauch an Papier, an Tinte als auch an Technik und Gesundheit im Printshop ist enorm. Als konservativ eingestellter Mensch habe ich auch lieber ein frisch gedrucktes ‚analoges‘ Stück in den Händen. Viele Gäste erfragten sogar am Ende der Reise noch die ihnen fehlenden Ausgaben. Eine also durchaus verbreitete Sammelleidenschaft. Als nunmehr Mitvierziger bin ich allerdings auch mit digitalen Inhalten gewachsen. Gefragt ob ich trotz diverser Möglichkeiten der Nutzung auf den ein oder anderen Standard verzichten möchte…? Nein! Ich denke um hier den aktuellen Entwicklungen des Umweltschutzes einerseits und den Wünschen der Gäste Rechnung zu tragen, sollte man in einem Verhältnis von 70 / 30 digital – analog produzieren.

    Über einen Kontakt mit dem Autor als auch mit einem Ansprechpartner bei der Flotte wäre ich aus persönlichen Gründen sehr dankbar.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*